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Datum

Lesedauer

14–21 Minuten

OnlineBilanz›Blog›Bilanz GmbH & Co. KG

Bilanz erstellen GmbH & Co. KG 2026: Anleitung & Pflichten

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die GmbH & Co. KG unterliegt als Kommanditgesellschaft mit Komplementär-GmbH umfassenden handelsrechtlichen Bilanzierungspflichten nach HGB. Welche Rechtsgrundlagen gelten, wer verantwortlich ist und wie Sie die Bilanz formal korrekt aufstellen, erfahren Sie in diesem Leitfaden. Neben der handelsrechtlichen Bilanz ist dabei auch die elektronische Übermittlung an das Finanzamt zu beachten – wer die E-Bilanz eigenständig einreichen möchte, findet dafür eine gesonderte Schritt-für-Schritt-Anleitung. Stand 2026 – mit allen aktuellen Fristen, Größenklassen und Offenlegungspflichten.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für Kundinnen und Kunden. Er führt das Erstgespräch, betreut die Abläufe auf der Plattform und stimmt sich bei beauftragter Prüfung mit dem jeweils beauftragten, kooperierenden Steuerberater ab.

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Kurzantwort

Die GmbH & Co. KG ist als Formkaufmann nach § 6 HGB bilanzierungspflichtig. Verantwortlich für Aufstellung und Feststellung ist die Komplementär-GmbH als Geschäftsführerin. Die Bilanz muss nach § 242 ff. HGB aufgestellt, innerhalb von 11 bzw. 8 Monaten festgestellt und binnen 12 Monaten beim Unternehmensregister offengelegt werden.

Welche Rechtsgrundlagen gelten für die Bilanzierung der GmbH & Co. KG?

Die GmbH & Co. KG ist eine Personengesellschaft mit einer Komplementär-GmbH als Vollhafterin und mindestens einem Kommanditisten. Trotz ihrer rechtlichen Einordnung als Personengesellschaft unterliegt sie umfassenden Bilanzierungspflichten nach dem HGB, die sich an denen von Kapitalgesellschaften orientieren.

Nach § 264a HGB gelten die Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264–289f HGB) entsprechend für Personenhandelsgesellschaften, bei denen nicht wenigstens ein persönlich haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist. Die GmbH & Co. KG erfüllt diese Voraussetzung, da ihre Komplementärin eine juristische Person (GmbH) ist. Damit gelten für die Bilanz der GmbH & Co. KG dieselben strengen Anforderungen wie für eine GmbH.

Zentrale gesetzliche Vorgaben

  • § 264a HGB: Anwendung der Kapitalgesellschaftsvorschriften auf die GmbH & Co. KG
  • § 242 HGB: Verpflichtung zur Aufstellung eines Jahresabschlusses (Bilanz und GuV)
  • § 264 Abs. 2 HGB: Jahresabschluss muss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln
  • § 267 HGB: Größenklassen bestimmen Umfang der Bilanzierungspflichten
  • § 325 HGB: Offenlegungspflicht beim Unternehmensregister

Hinweis

Die GmbH & Co. KG erstellt einen einzigen Jahresabschluss für die Personengesellschaft. Die Komplementär-GmbH muss als Kapitalgesellschaft stets zusätzlich ihren eigenen Jahresabschluss aufstellen und offenlegen.

Wer ist für die Erstellung der Bilanz bei der GmbH & Co. KG verantwortlich?

Die Verantwortung für die Erstellung des Jahresabschlusses liegt bei der Geschäftsführung der Komplementär-GmbH. Diese handelt als gesetzliches Vertretungsorgan der GmbH & Co. KG nach außen und trägt die kaufmännische Verantwortung für die ordnungsgemäße Buchführung und Bilanzierung.

Aufstellung und Feststellung

Nach § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB haben die gesetzlichen Vertreter den Jahresabschluss aufzustellen. Die Aufstellung umfasst Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie – abhängig von der Größenklasse – einen Anhang. Die Feststellung erfolgt durch Beschluss der Gesellschafter der KG; § 42a GmbHG gilt für die KG nicht.

Aufstellung

  • Frist: innerhalb der ersten 3 Monate nach Bilanzstichtag, bei kleinen Gesellschaften bis 6 Monate (§ 264 Abs. 1 Satz 3 und 4 HGB)
  • Verantwortung: kaufmännische und rechtliche Richtigkeit

Feststellung

  • Frist: keine gesetzliche Frist; maßgeblich ist der Gesellschaftsvertrag (Offenlegung binnen 12 Monaten beachten)
  • Form: Gesellschafterbeschluss mit Protokoll

In der Praxis bestehen häufig Unklarheiten bei der Zuordnung von Verantwortlichkeiten. Der Geschäftsführer der Komplementär-GmbH trägt die volle Haftung für die rechtzeitige und ordnungsgemäße Bilanzerstellung – unabhängig davon, ob er selbst operativ in der KG tätig ist oder nicht.

Welche Größenklasse hat Ihre GmbH & Co. KG und was bedeutet das für die Bilanz?

Die Größenklasse nach § 267 HGB bestimmt den Umfang der Bilanzierungs- und Offenlegungspflichten. Eine GmbH & Co. KG wird als klein, mittelgroß oder groß eingestuft, wenn sie an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen mindestens zwei der drei nachfolgenden Merkmale erfüllt:

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Arbeitnehmer (Jahresdurchschnitt)
Klein ≤ 7.500.000 € ≤ 15.000.000 € ≤ 50
Mittelgroß ≤ 25.000.000 € ≤ 50.000.000 € ≤ 250
Groß > 25.000.000 € > 50.000.000 € > 250

Konsequenzen für die Bilanzerstellung

  • Kleine GmbH & Co. KG: Bilanz und GuV verpflichtend, verkürzter Anhang (§ 288 HGB; Kleinst-Gesellschaften können ihn unter den Voraussetzungen des § 264 Abs. 1 Satz 5 HGB weglassen), verkürzte Offenlegung möglich
  • Mittelgroße GmbH & Co. KG: vollständiger Jahresabschluss mit Anhang, Lagebericht (§ 264 Abs. 1 HGB), Prüfungspflicht nach § 316 HGB, erweiterte Offenlegung
  • Große GmbH & Co. KG: vollständiger Jahresabschluss, Lagebericht, Prüfungspflicht nach § 316 HGB, vollständige Offenlegung

Achtung

Die Größenklasse wird nicht jährlich neu berechnet, sondern erst nach zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen, an denen die Grenzwerte über- oder unterschritten werden. Für Bilanzstichtag 31.12.2025 ist also auch der Vorjahreswert 31.12.2024 relevant.

Wie ist die Bilanz einer GmbH & Co. KG aufgebaut?

Die Bilanz der GmbH & Co. KG folgt dem Gliederungsschema nach § 266 HGB. Dieses standardisierte Schema gewährleistet Vergleichbarkeit und Transparenz und ist für alle Kapitalgesellschaften und kapitalgesellschaftsähnliche Personengesellschaften verbindlich.

Aktivseite: Vermögenswerte

Die Aktivseite zeigt, wie das Kapital der Gesellschaft verwendet wurde. Die Gliederung unterscheidet zwischen Anlage- und Umlaufvermögen:

  • A. Anlagevermögen: immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen, Finanzanlagen
  • B. Umlaufvermögen: Vorräte, Forderungen, Wertpapiere, Kassenbestand/Bankguthaben
  • C. Rechnungsabgrenzungsposten
  • D. Aktive latente Steuern (falls zutreffend)

Passivseite: Eigenkapital und Verbindlichkeiten

Die Passivseite zeigt die Herkunft des Kapitals. Bei der GmbH & Co. KG ist die Eigenkapitaldarstellung eine Besonderheit:

  • A. Eigenkapital: Kapitalanteile der Gesellschafter (Komplementär und Kommanditisten), Rücklagen, Gewinnvortrag/Verlustvortrag, Jahresüberschuss/-fehlbetrag
  • B. Rückstellungen: Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen, sonstige Rückstellungen
  • C. Verbindlichkeiten: gegliedert nach Fristigkeit und Art (Bank, Lieferanten, verbundene Unternehmen etc.)
  • D. Rechnungsabgrenzungsposten
  • E. Passive latente Steuern (falls zutreffend)

Hinweis

Das Eigenkapital der GmbH & Co. KG wird nach Gesellschaftern aufgegliedert: Kapitalkonto I (Pflichteinlage), Kapitalkonto II (variable Einlagen), Gewinn-/Verlustvortrag und Ergebnisanteil. Diese detaillierte Darstellung folgt aus der Personengesellschaftsstruktur.

Nach welchen Grundsätzen werden Vermögen und Schulden bewertet?

Die Bewertung der Bilanzposten erfolgt nach den allgemeinen Bewertungsgrundsätzen der §§ 252–256 HGB. Diese Vorschriften gelten für die GmbH & Co. KG analog über § 264a HGB. Ziel ist eine vorsichtige, den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Vermögens- und Finanzlage.

Zentrale Bewertungsgrundsätze

  • Vorsichtsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB): Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste sind zu berücksichtigen, Gewinne nur, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind
  • Fortführungsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB): Bewertung unter der Annahme der Unternehmensfortführung
  • Einzelbewertung (§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB): Jeder Vermögensgegenstand und jede Schuld ist gesondert zu bewerten
  • Periodenabgrenzung (§ 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB): Aufwendungen und Erträge sind dem Geschäftsjahr zuzuordnen, zu dem sie wirtschaftlich gehören
  • Bewertungsstetigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB): Einmal gewählte Bewertungsmethoden sind beizubehalten

Bewertung von Vermögensgegenständen

Anlagevermögen

  • Abschreibung über betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer
  • Außerplanmäßige Abschreibung bei dauerhafter Wertminderung
  • Wertaufholungsgebot nach § 253 Abs. 5 HGB

Umlaufvermögen

  • Strenges Niederstwertprinzip
  • Vorräte: Einzel- oder Durchschnittsbewertung
  • Forderungen: Einzelwertberichtigung bei Ausfallrisiko

Bewertung von Verbindlichkeiten und Rückstellungen

Verbindlichkeiten sind nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem Erfüllungsbetrag anzusetzen. Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags anzusetzen (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB). Bei Restlaufzeiten über einem Jahr ist eine Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre vorzunehmen (§ 253 Abs. 2 HGB).

Achtung

Rein steuerlich motivierte Wertansätze (z. B. Sonderabschreibungen) dürfen seit dem BilMoG (2009) in der Handelsbilanz nicht mehr übernommen werden (Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit). Steuerliche Wahlrechte werden nur noch in der Steuerbilanz ausgeübt – dies führt zu Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz.

Wie erstellen Sie die Gewinn- und Verlustrechnung für die GmbH & Co. KG?

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist neben der Bilanz der zweite verpflichtende Bestandteil des Jahresabschlusses. Sie stellt die Ertragslage der GmbH & Co. KG dar, indem sie Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres gegenüberstellt.

Nach § 275 HGB kann die GuV wahlweise nach dem Gesamtkostenverfahren oder nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert werden. Die einmal gewählte Methode ist beizubehalten (§ 265 Abs. 1 HGB).

Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB)

Das Gesamtkostenverfahren erfasst alle Aufwendungen des Geschäftsjahres, unabhängig davon, ob die produzierten Güter verkauft wurden. Bestandsveränderungen bei unfertigen und fertigen Erzeugnissen werden gesondert ausgewiesen.

  1. Umsatzerlöse
  2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
  3. Andere aktivierte Eigenleistungen
  4. Sonstige betriebliche Erträge
  5. Materialaufwand
  6. Personalaufwand
  7. Abschreibungen
  8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
  9. Erträge/Aufwendungen aus Beteiligungen
  10. Zinsen und ähnliche Erträge/Aufwendungen
  11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
  12. Ergebnis nach Steuern
  13. Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB)

Das Umsatzkostenverfahren stellt die tatsächlich verkauften Umsätze den darauf entfallenden Herstellungskosten gegenüber. Bestandsveränderungen erscheinen nicht gesondert, da nur die Kosten der abgesetzten Leistungen erfasst werden.

  1. Umsatzerlöse
  2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
  3. Bruttoergebnis vom Umsatz
  4. Vertriebskosten
  5. Allgemeine Verwaltungskosten
  6. Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen
  7. Beteiligungserträge und Zinsergebnis
  8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
  9. Ergebnis nach Steuern
  10. Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Hinweis

Die Wahl zwischen Gesamtkostenverfahren und Umsatzkostenverfahren hängt vom internen Rechnungswesen ab; ein späterer Wechsel ist nur in Ausnahmefällen zulässig (§ 265 Abs. 1 HGB).

Wann benötigt die GmbH & Co. KG einen Anhang oder Lagebericht?

Der Anhang ist ein ergänzender Bestandteil des Jahresabschlusses, der Erläuterungen zu Bilanz und GuV enthält. Der Lagebericht geht darüber hinaus und analysiert die wirtschaftliche Lage sowie die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.

Anhang: Pflicht mit Erleichterungen für kleine Gesellschaften

Nach § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB gehört der Anhang zum Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften und damit auch der GmbH & Co. KG. Kleinstkapitalgesellschaften (§ 267a HGB) sind jedoch nach § 264 Abs. 1 Satz 5 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs befreit, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz gemacht werden.

  • Angaben zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (§ 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB)
  • Erläuterungen zu einzelnen Bilanzposten (Anlagevermögen, Forderungen, Verbindlichkeiten)
  • Angaben zu Haftungsverhältnissen und sonstigen finanziellen Verpflichtungen (§ 268 Abs. 7, § 285 Nr. 3a HGB)
  • Angaben zur Gewinnverwendung
  • Anzahl der Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt (§ 285 Nr. 7 HGB)
  • Gesamtbezüge der Geschäftsführung (bei mittelgroßen und großen Gesellschaften, § 285 Nr. 9 HGB)

Lagebericht: Pflicht für mittelgroße und große GmbH & Co. KG

Der Lagebericht ist nach § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB i. V. m. § 289 HGB für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften verpflichtend. Er vermittelt ein umfassendes Bild über die Lage der Gesellschaft und ihre voraussichtliche Entwicklung.

  • Geschäftsverlauf und Lage: Darstellung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, des Geschäftsverlaufs und der Ertragslage
  • Risiko- und Chancenbericht: Beschreibung wesentlicher Risiken und Chancen (§ 289 Abs. 1 Satz 4 HGB)
  • Prognosebericht: voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken (§ 289 Abs. 1 Satz 4 HGB)
  • Nachtragsbericht: Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres sind seit dem BilRUG im Anhang anzugeben (§ 285 Nr. 33 HGB)

Welche Fristen gelten für Aufstellung, Feststellung und Offenlegung?

Die Erstellung und Veröffentlichung des Jahresabschlusses einer GmbH & Co. KG unterliegt klaren gesetzlichen Fristen, deren Nichteinhaltung zu Ordnungsgeldern und haftungsrechtlichen Konsequenzen führen kann.

1. Aufstellungsfrist: 3 Monate nach Bilanzstichtag

Nach § 264 Abs. 1 Satz 3 HGB haben die gesetzlichen Vertreter (Geschäftsführer der Komplementär-GmbH) den Jahresabschluss innerhalb der ersten drei Monate des Geschäftsjahres für das vergangene Geschäftsjahr aufzustellen. Bei einem Bilanzstichtag 31.12.2025 muss die Aufstellung also bis spätestens 31.03.2026 erfolgen; kleine Gesellschaften dürfen bei ordnungsgemäßem Geschäftsgang bis 30.06.2026 aufstellen (§ 264 Abs. 1 Satz 4 HGB).

2. Feststellung durch die Gesellschafter

Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgt durch Gesellschafterbeschluss. Eine gesetzliche Frist wie in § 42a GmbHG besteht für die KG nicht; maßgeblich ist der Gesellschaftsvertrag. Zur Orientierung können die GmbH-Fristen dienen:

  • Kleine GmbH & Co. KG: 11 Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres → bis 30.11.2026
  • Mittelgroße und große GmbH & Co. KG: 8 Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres → bis 31.08.2026

3. Offenlegungsfrist: 12 Monate

Nach § 325 HGB muss der festgestellte Jahresabschluss innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht werden. Seit Inkrafttreten des DiRUG am 01.08.2022 ist der Bundesanzeiger nicht mehr zuständig – alle Offenlegungen erfolgen ausschließlich über das Unternehmensregister. Für den Bilanzstichtag 31.12.2025 endet die Frist am 31.12.2026.

Frist Stichtag (31.12.2025) Rechtsgrundlage Verantwortlich
Aufstellung 31.03.2026 § 264 Abs. 1 Satz 3 HGB Geschäftsführung
Feststellung (klein) 30.11.2026 Gesellschaftsvertrag (Orientierung: § 42a Abs. 2 GmbHG) Gesellschafter
Feststellung (mittel/groß) 31.08.2026 Gesellschaftsvertrag (Orientierung: § 42a Abs. 2 GmbHG) Gesellschafter
Offenlegung 31.12.2026 § 325 Abs. 1 HGB Geschäftsführung

Achtung

Bei verspäteter Offenlegung leitet das Bundesamt für Justiz nach § 335 HGB ein Ordnungsgeldverfahren ein und droht ein Ordnungsgeld zwischen 2.500 Euro und 25.000 Euro an. Wird die Offenlegung innerhalb der sechswöchigen Frist nach Zugang der Androhung nachgeholt, wird kein Ordnungsgeld festgesetzt; die Verfahrenskosten fallen gleichwohl an (§ 335 Abs. 3, 4 HGB).

OnlineBilanz.de stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen der Gesellschaft. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung.

Ist die GmbH & Co. KG prüfungspflichtig?

Die Pflicht zur Abschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer hängt von der Größenklasse der GmbH & Co. KG ab. Kleine Gesellschaften sind grundsätzlich von der Prüfungspflicht befreit.

Prüfungspflicht nach § 316 HGB

Nach § 316 Abs. 1 HGB sind mittelgroße und große Kapitalgesellschaften – und damit auch entsprechende GmbH & Co. KG nach § 264a HGB – verpflichtet, den Jahresabschluss und den Lagebericht durch einen Abschlussprüfer prüfen zu lassen.

Kleine GmbH & Co. KG

  • Keine Prüfung nach § 316 HGB erforderlich
  • Freiwillige Prüfung möglich
  • Erstellung durch die Gesellschaft oder einen beauftragten Dritten

Mittelgroße GmbH & Co. KG

  • Prüfung durch Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer
  • Umfang: Jahresabschluss und Lagebericht
  • Bestätigungsvermerk erforderlich

Große GmbH & Co. KG

  • Vollständige Prüfung nach § 316 ff. HGB
  • Prüfung nur durch Wirtschaftsprüfer
  • Zusätzliche Berichtspflichten

Freiwillige Prüfung

Auch kleine GmbH & Co. KG können ihren Jahresabschluss freiwillig prüfen lassen. Dies ist sinnvoll bei:

  • Anforderung durch Banken oder Finanzierungspartner
  • Vorbereitung auf Unternehmensverkauf oder Investoreneinstieg
  • Internen Kontrollbedürfnissen bei komplexen Gesellschafterstrukturen
  • Absicherung der Geschäftsführung gegen Haftungsrisiken

Hinweis

Die Abschlussprüfung ist nicht identisch mit der Erstellung des Jahresabschlusses. Der Jahresabschluss wird von der Geschäftsführung aufgestellt (ggf. mit Unterstützung, etwa eines Steuerberaters), die Prüfung erfolgt nachgelagert durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer, der die Ordnungsmäßigkeit bestätigt.

Welche Besonderheiten gelten für die Eigenkapitaldarstellung?

Die Eigenkapitalstruktur der GmbH & Co. KG unterscheidet sich wesentlich von der einer reinen Kapitalgesellschaft. Da es sich um eine Personengesellschaft handelt, werden die Kapitalanteile nach Gesellschaftergruppen gegliedert; § 264c Abs. 2 HGB sieht Kapitalanteile, Rücklagen, Gewinnvortrag/Verlustvortrag und Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag vor.

Gliederung des Eigenkapitals

Das Eigenkapital wird üblicherweise wie folgt unterteilt:

  • Komplementärkapital (Komplementär-GmbH): Kapitalanteil der persönlich haftenden Gesellschafterin, häufig ohne oder nur mit geringem Kapitalanteil
  • Kommanditkapital: Einlagen der Kommanditisten, aufgeteilt nach Gesellschaftern
  • Kapitalkonto I (Festkapital): im Gesellschaftsvertrag fixierte Pflichteinlage, entspricht häufig der Haftsumme
  • Kapitalkonto II (variables Kapital): Gewinnthesaurierungen, Entnahmen, Zuschüsse
  • Gewinnvortrag/Verlustvortrag
  • Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Gewinnverteilung und -verwendung

Die Gewinnverteilung erfolgt nach den Regelungen des Gesellschaftsvertrags. Üblich ist eine Vorabverzinsung des Festkapitals (z. B. 4 % p. a.), anschließend wird der verbleibende Gewinn nach Köpfen oder nach einem vereinbarten Schlüssel verteilt. Die Komplementär-GmbH erhält häufig eine Geschäftsführungsvergütung, die als Aufwand in der GuV der GmbH & Co. KG erfasst wird.

Entnahmen und Einlagen

Entnahmen (z. B. Privatentnahmen, Gewinnentnahmen) mindern das variable Kapitalkonto II. Einlagen (z. B. Kapitalzuschüsse) erhöhen es. Beide müssen laufend dokumentiert und gebucht werden. Gesellschafterdarlehen sind keine Eigenkapitaleinlagen, sondern werden als Verbindlichkeiten passiviert (§ 266 Abs. 3 C. HGB).

Achtung

Bei Überschuldung oder Krise kann die Abgrenzung zwischen Eigenkapital und Gesellschafterdarlehen haftungsrelevant werden (eigenkapitalersetzende Darlehen nach früherer Rechtslage). Auch wenn § 32a GmbHG a. F. weggefallen ist: In der Insolvenz werden Gesellschafterdarlehen nachrangig behandelt (§ 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO).

Häufig gestellte Fragen

Kann die GmbH & Co. KG die Bilanz selbst erstellen oder braucht sie zwingend einen Steuerberater?

Rechtlich kann die Geschäftsführung der Komplementär-GmbH die Bilanz selbst erstellen, sofern die erforderliche Fachkenntnis vorhanden ist. Eine gesetzliche Pflicht zur Beauftragung eines Steuerberaters besteht nicht; fachliche Unterstützung, etwa durch einen Steuerberater, kann helfen, Fehler bei Ansatz, Bewertung und Offenlegung zu vermeiden. Bei mittelgroßen und großen GmbH & Co. KGs ist eine fachliche Begleitung wegen der komplexen Anhang- und Lageberichtspflichten besonders ratsam.

Muss die GmbH & Co. KG auch eine E-Bilanz an das Finanzamt übermitteln?

Ja, seit 2012 ist die elektronische Übermittlung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung an das Finanzamt gemäß § 5b EStG verpflichtend. Die E-Bilanz erfolgt im XBRL-Format über die ELSTER-Schnittstelle und ist zusätzlich zur handelsrechtlichen Bilanz zu erstellen. Sie basiert auf der Handelsbilanz, kann aber steuerliche Anpassungen (Mehr-Weniger-Rechnung) enthalten.

Was passiert, wenn die GmbH & Co. KG die Bilanz nicht rechtzeitig offenlegt?

Bei verspäteter oder unterlassener Offenlegung droht ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB. Das Bundesamt für Justiz kann ein Ordnungsgeld zwischen 2.500 und 25.000 Euro festsetzen. Zudem können weitere Folgen wie Reputationsschäden oder Schwierigkeiten bei Kreditvergaben entstehen.

Welche Rolle spielt die Gesellschafterversammlung bei der Bilanzfeststellung?

Die Gesellschafterversammlung der GmbH & Co. KG stellt den Jahresabschluss förmlich fest, nachdem die Komplementär-GmbH ihn aufgestellt hat. Die Feststellung ist konstitutiv; eine gesetzliche Frist wie in § 42a GmbHG besteht für die KG nicht, maßgeblich ist der Gesellschaftsvertrag. Die Offenlegung muss unabhängig davon binnen zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erfolgen; eine spätere Feststellung ist nachzureichen.

Gibt es Erleichterungen bei der Bilanzierung für kleine GmbH & Co. KGs?

Ja, kleine GmbH & Co. KGs nach § 267 Abs. 1 HGB profitieren von zahlreichen Erleichterungen: Sie dürfen eine verkürzte Bilanz aufstellen und offenlegen, einen verkürzten Anhang erstellen (§ 288 HGB; Kleinst-Gesellschaften unter den Voraussetzungen des § 264 Abs. 1 Satz 5 HGB gar keinen), sind von der Lageberichtspflicht befreit und dürfen nach § 326 Abs. 1 HGB auf die Offenlegung der Gewinn- und Verlustrechnung verzichten. Die Aufstellungspflichten im Unternehmen selbst bleiben jedoch bestehen.

Wie wird der Gewinn der GmbH & Co. KG steuerlich behandelt?

Der Gewinn der GmbH & Co. KG wird transparent besteuert: Die KG selbst ist nicht körperschaftsteuerpflichtig. Stattdessen wird der Gewinn den Gesellschaftern zugerechnet und bei diesen besteuert – bei der Komplementär-GmbH mit Körperschaftsteuer (15 %), bei Kommanditisten mit Einkommensteuer. Gewerbesteuer schuldet die KG selbst (§ 5 Abs. 1 Satz 3 GewStG). Die Gewinnverteilung erfolgt nach Gesellschaftsvertrag, meist nach Kapitalanteilen und Vorabvergütungen.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 242 HGB – Pflicht zur Aufstellung, § 264 HGB – Pflicht zur Aufstellung des Jahresabschlusses, § 267 HGB – Größenklassen, § 325 HGB – Offenlegung. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Kennenlerntermin15 Min · Raphael Diener