Berechnung Kapitalumschlag 2026: Formel & Praxis
Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Der Kapitalumschlag zeigt, wie effizient ein Unternehmen sein eingesetztes Kapital nutzt, um Umsatz zu generieren. Für Geschäftsführer, Controller und Steuerberater ist diese Kennzahl unverzichtbar, um die operative Leistungsfähigkeit zu bewerten und Optimierungspotenziale aufzudecken. In diesem Fachartikel erläutern wir die Berechnung des Kapitalumschlags, zeigen Praxisbeispiele und erklären den Zusammenhang mit der Rentabilität nach dem DuPont-Schema.
Kurzantwort
Der Kapitalumschlag misst, wie oft sich das eingesetzte Kapital im Geschäftsjahr durch Umsatzerlöse umdreht. Die Formel lautet: Umsatzerlöse geteilt durch durchschnittliches Gesamtkapital oder Eigenkapital. Ein hoher Kapitalumschlag signalisiert effiziente Kapitalnutzung. Die Kennzahl ist branchenabhängig und wird oft im DuPont-Schema mit der Umsatzrendite zur Gesamtkapitalrentabilität verknüpft.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist der Kapitalumschlag und warum ist er wichtig?
- Wie berechnet man den Kapitalumschlag? Die Formel im Detail
- Praxisbeispiel: Berechnung des Kapitalumschlags einer GmbH
- Interpretation des Kapitalumschlags: Was sagt die Kennzahl aus?
- Zusammenhang zwischen Kapitalumschlag und Rentabilität: Das DuPont-Schema
- Wie lässt sich der Kapitalumschlag verbessern?
- Rechtliche und steuerliche Aspekte der Kapitalumschlagsanalyse
- Digitale Tools und Controlling: Kapitalumschlag kontinuierlich überwachen
Was ist der Kapitalumschlag und warum ist er wichtig?
Der Kapitalumschlag ist eine zentrale betriebswirtschaftliche Kennzahl, die das Verhältnis von Umsatzerlösen zum eingesetzten Kapital misst. Sie gibt an, wie oft sich das eingesetzte Kapital innerhalb einer Periode durch Umsätze umschlägt. Je höher der Kapitalumschlag, desto effizienter nutzt ein Unternehmen sein Kapital zur Umsatzgenerierung. Für GmbH-Geschäftsführer ist diese Kennzahl ein wichtiger Indikator für die operative Leistungsfähigkeit und die Vermögensdisposition.
Die Kennzahl findet sich nicht explizit in der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB, sondern wird aus den Jahresabschlussangaben abgeleitet. Sie ermöglicht Vergleiche über mehrere Geschäftsjahre hinweg sowie Benchmarking innerhalb der Branche. Insbesondere bei kapitalintensiven Geschäftsmodellen — etwa im Maschinen- und Anlagenbau oder im Einzelhandel — zeigt der Kapitalumschlag schnell, ob das gebundene Kapital produktiv arbeitet oder ob Optimierungspotenzial besteht.
Praxishinweis
Ein niedriger Kapitalumschlag bedeutet nicht automatisch Ineffizienz. Kapitalintensive Branchen (z.B. Immobilien, Energieversorger) weisen strukturell niedrigere Umschlagshäufigkeiten auf als handels- oder dienstleistungsorientierte Geschäftsmodelle. Entscheidend ist der Vergleich innerhalb der eigenen Branche und die Entwicklung über mehrere Geschäftsjahre.
- Strategische Steuerung: Erkennung von Kapitalbindungsrisiken und Potentialen zur Effizienzsteigerung
- Liquiditätsplanung: Hoher Umschlag signalisiert schnellere Kapitalrückflüsse
- Investitionsentscheidungen: Bewertung, ob Neuinvestitionen die Umschlagsrate verbessern oder verschlechtern
- Rating und Finanzierung: Banken und Investoren prüfen die Kapitaleffizienz als Bonitätskriterium
Wie berechnet man den Kapitalumschlag? Die Formel im Detail
Die Grundformel zur Berechnung des Kapitalumschlags lautet: Kapitalumschlag = Umsatzerlöse / Durchschnittlich eingesetztes Kapital. Das Ergebnis ist eine dimensionslose Zahl, die angibt, wie oft das Kapital innerhalb des Geschäftsjahres umgeschlagen wurde. Ein Wert von 2,5 bedeutet beispielsweise, dass jeder Euro des eingesetzten Kapitals 2,5-mal als Umsatz erwirtschaftet wurde.
Ermittlung der Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse entnehmen Sie der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 Abs. 2 Nr. 1 HGB (Gesamtkostenverfahren) bzw. § 275 Abs. 3 Nr. 1 HGB (Umsatzkostenverfahren). Maßgeblich sind die Erlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, ohne Umsatzsteuer. Bestandsveränderungen oder außerordentliche Erträge gehören nicht zu den Umsatzerlösen im Sinne dieser Kennzahl.
Ermittlung des eingesetzten Kapitals
Beim eingesetzten Kapital gibt es verschiedene Ansätze, je nach Analysezielsetzung. Die häufigsten Varianten sind das Gesamtkapital (Bilanzsumme nach § 266 HGB) und das Betriebsnotwendige Vermögen (nur operativ gebundene Aktiva). Da sich das Kapital im Jahresverlauf verändert, sollte stets der Durchschnittswert verwendet werden: (Kapital am Jahresanfang + Kapital am Jahresende) / 2. Dies entspricht der gängigen Praxis und vermeidet Verzerrungen durch bilanzpolitische Maßnahmen zum Bilanzstichtag.
| Variante | Berechnungsbasis | Anwendungsfall |
|---|---|---|
| Gesamtkapitalumschlag | Bilanzsumme (Durchschnitt) | Gesamtbetrachtung der Kapitaleffizienz |
| Anlagevermögensumschlag | Anlagevermögen (Durchschnitt) | Bewertung langfristiger Investitionen |
| Umlaufvermögensumschlag | Umlaufvermögen (Durchschnitt) | Working-Capital-Analyse |
| Betriebsnotwendiges Vermögen | Nur operative Aktiva | Operative Effizienzanalyse |
Praxisbeispiel: Berechnung des Kapitalumschlags einer GmbH
Nehmen wir eine produzierende GmbH mit folgenden Jahresabschlussdaten für das Geschäftsjahr 2025 (Bilanzstichtag 31.12.2025):
| Position | 01.01.2025 (€) | 31.12.2025 (€) |
|---|---|---|
| Bilanzsumme (Gesamtkapital) | 2.800.000 | 3.200.000 |
| Anlagevermögen | 1.600.000 | 1.800.000 |
| Umlaufvermögen | 1.200.000 | 1.400.000 |
Die Umsatzerlöse gemäß GuV betragen 7.500.000 Euro. Für die Berechnung ermitteln wir zunächst das durchschnittliche Gesamtkapital: (2.800.000 + 3.200.000) / 2 = 3.000.000 Euro.
Gesamtkapitalumschlag
Kapitalumschlag = 7.500.000 / 3.000.000 = 2,5. Das Gesamtkapital hat sich 2,5-mal umgeschlagen. Jeder eingesetzte Euro hat 2,50 Euro Umsatz generiert.
Anlagevermögensumschlag
Durchschnittliches Anlagevermögen: (1.600.000 + 1.800.000) / 2 = 1.700.000 Euro. Anlagevermögensumschlag = 7.500.000 / 1.700.000 = 4,41. Dies zeigt, dass die langfristigen Investitionen gut ausgelastet sind.
„Für GmbH-Geschäftsführer ist der Gesamtkapitalumschlag eine wertvolle Orientierungsgröße, um die Wertschöpfung pro gebundenem Euro Kapital nachzuvollziehen. In der Praxis sollten Sie die Entwicklung über mehrere Jahre beobachten und Ausreißer durch Sondereffekte (z.B. Großinvestitionen, Akquisitionen) bereinigen, um valide Steuerungsimpulse zu erhalten.“
— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart
Interpretation des Kapitalumschlags: Was sagt die Kennzahl aus?
Die Interpretation des Kapitalumschlags hängt maßgeblich von Branche, Geschäftsmodell und Strategie ab. Ein hoher Kapitalumschlag (z.B. > 3) deutet auf eine effiziente Kapitalnutzung hin: Das Unternehmen generiert viel Umsatz mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz. Ein niedriger Kapitalumschlag (z.B. < 1) signalisiert hohes gebundenes Kapital im Verhältnis zum Umsatz, was typisch für kapitalintensive Branchen ist.
Hoher Kapitalumschlag
- Einzelhandel: 4–8
- Großhandel: 3–6
- IT-Dienstleistungen: 2–5
Niedriger Kapitalumschlag
- Maschinen- und Anlagenbau: 0,8–1,5
- Chemische Industrie: 1,0–2,0
- Immobilienwirtschaft: 0,3–0,7
Wichtig ist der Mehrjahresvergleich: Ein sinkender Kapitalumschlag kann auf zunehmende Kapitalbindung (z.B. Lagerhaltung, Forderungen), rückläufige Umsätze oder Investitionen ohne entsprechenden Umsatzzuwachs hindeuten. Ein steigender Umschlag zeigt hingegen verbesserte Effizienz oder Desinvestitionen. Für das Controlling sollten Sie parallel auch die Umschlagshäufigkeiten von Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten analysieren, um die Ursachen präzise zu identifizieren.
Achtung bei Vergleichen
Kapitalumschlagszahlen sind nur innerhalb derselben Branche aussagekräftig. Ein Vergleich zwischen einem Softwareunternehmen (niedriges Anlagevermögen, hoher Umschlag) und einem Kraftwerksbetreiber (hohes Anlagevermögen, niedriger Umschlag) führt zu Fehlinterpretationen. Nutzen Sie branchenspezifische Benchmarks, etwa aus der Bundesbank-Statistik oder Fachverbänden.
Zusammenhang zwischen Kapitalumschlag und Rentabilität: Das DuPont-Schema
Der Kapitalumschlag ist ein zentraler Bestandteil des DuPont-Schemas, das die Gesamtkapitalrentabilität (Return on Assets, ROA) in zwei Komponenten zerlegt: ROA = Umsatzrendite × Kapitalumschlag. Diese Zerlegung zeigt, dass Rentabilität auf zwei Wegen erreicht werden kann: Entweder durch hohe Gewinnmargen (Umsatzrendite) oder durch effiziente Kapitalnutzung (Kapitalumschlag).
ROA
Gesamtkapitalrentabilität
=
ergibt sich aus
Umsatzrendite
Gewinn / Umsatz
×
multipliziert mit
Kapitalumschlag
Umsatz / Kapital
In der Praxis bedeutet dies: Ein Unternehmen mit niedriger Umsatzrendite (z.B. 3%) kann dennoch eine attraktive Gesamtkapitalrentabilität erzielen, wenn der Kapitalumschlag hoch ist (z.B. 5). Umgekehrt können Unternehmen mit hohen Margen (z.B. 20%) bei niedrigem Kapitalumschlag (z.B. 0,5) ähnliche Rentabilitäten erreichen. Dieses Verständnis ist für Geschäftsführer strategisch relevant: Sie können gezielt an der Stellschraube arbeiten, die im eigenen Geschäftsmodell wirksamer ist.
| Geschäftstyp | Umsatzrendite | Kapitalumschlag | ROA (Beispiel) |
|---|---|---|---|
| Discounter (Handel) | 2–4% | 5–8 | 10–32% |
| Premiumhersteller (Industrie) | 10–15% | 1–2 | 10–30% |
| Softwareunternehmen | 15–25% | 2–4 | 30–100% |
| Energieversorger | 5–8% | 0,4–0,8 | 2–6% |
„Die isolierte Betrachtung des Kapitalumschlags greift zu kurz. Erst im Zusammenspiel mit der Umsatzrendite entsteht ein vollständiges Bild der Ertragskraft. Bei der Jahresabschlusserstellung und -analyse unterstützen wir Mandanten dabei, diese Zusammenhänge transparent darzustellen und steuerliche sowie betriebswirtschaftliche Optimierungspotenziale zu identifizieren.“
— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team
Wie lässt sich der Kapitalumschlag verbessern?
Die Verbesserung des Kapitalumschlags setzt an zwei Stellschrauben an: Erhöhung der Umsatzerlöse oder Reduzierung des gebundenen Kapitals. Beide Ansätze erfordern strukturierte Maßnahmen im Controlling, in der Finanzierung und im operativen Geschäft. Wichtig ist, dass die Maßnahmen nicht zu Lasten der Liquidität oder der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit gehen.
Umsatzsteigerung bei konstantem Kapital
- Vertriebsintensivierung: Erschließung neuer Märkte, Kundengruppen oder Vertriebskanäle ohne proportionale Kapitalerhöhung
- Preisoptimierung: Anhebung von Verkaufspreisen, soweit marktfähig, steigert den Umsatz ohne zusätzliche Kapitalbindung
- Produktivitätssteigerung: Bessere Auslastung vorhandener Anlagen und Ressourcen, z.B. durch Mehrschichtbetrieb oder Fremdfertigung
- Cross-Selling und Upselling: Bestehende Kundenbeziehungen intensiver nutzen
Reduzierung des gebundenen Kapitals
- Lageroptimierung: Just-in-Time-Konzepte, Bestandsabbau, bessere Disposition reduzieren das Umlaufvermögen
- Forderungsmanagement: Verkürzung der Zahlungsziele, konsequentes Mahnwesen, Factoring senken die Kapitalbindung in Forderungen
- Verbindlichkeitenmanagement: Ausnutzung von Lieferantenkrediten verlängert die Kapitalbindungsdauer auf der Passivseite (negativer Effekt auf Kapitalumschlag wird durch Liquiditätsgewinn kompensiert)
- Desinvestition: Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögenswerte (z.B. ungenutzte Immobilien, überflüssige Maschinen)
- Outsourcing: Auslagerung kapitalintensiver Funktionen (z.B. Logistik, IT-Infrastruktur) reduziert das Anlagevermögen
-
Monatliches Controlling der Umschlagshäufigkeiten (Vorräte, Forderungen, Anlagevermögen) einrichten
-
Investitionsentscheidungen anhand von ROI und Kapitalumschlagseffekten bewerten
-
Working-Capital-Management systematisch optimieren (Forderungen, Verbindlichkeiten, Bestände)
-
Betriebsnotwendiges Vermögen regelmäßig identifizieren und nicht benötigte Aktiva veräußern
-
Benchmarking mit Branchenkennzahlen durchführen, um Optimierungspotenziale zu erkennen
Rechtliche und steuerliche Aspekte der Kapitalumschlagsanalyse
Die Berechnung des Kapitalumschlags stützt sich auf Daten aus dem handelsrechtlichen Jahresabschluss nach §§ 242 ff. HGB. Insbesondere für mittelgroße und große GmbH gemäß § 267 HGB, die zur Offenlegung nach § 325 HGB verpflichtet sind, gewinnt die Kennzahl an Bedeutung: Externe Stakeholder (Banken, Investoren, Lieferanten) nutzen den Kapitalumschlag zur Bonitätsbewertung. Die Offenlegung erfolgt seit dem DiRUG (01.08.2022) ausschließlich über das Unternehmensregister, nicht mehr über den Bundesanzeiger.
Bilanzpolitische Gestaltung
Der Kapitalumschlag kann durch bilanzpolitische Maßnahmen beeinflusst werden, etwa durch Bewertungswahlrechte beim Anlagevermögen (§ 253 HGB), Abschreibungsmethoden (§ 253 Abs. 3 HGB) oder Bildung von Rückstellungen (§ 249 HGB). Eine aggressive Abschreibungspolitik reduziert das Anlagevermögen und steigert rechnerisch den Kapitalumschlag. GmbH-Geschäftsführer sollten sich bewusst sein, dass solche Maßnahmen zwar die Kennzahl verbessern, aber keine operative Leistungssteigerung darstellen. Im Rahmen der Jahresabschlusserstellung durch einen Steuerberater werden solche Gestaltungen transparent dokumentiert und erläutert.
Steuerliche Auswirkungen
Der Kapitalumschlag selbst hat keine unmittelbare steuerliche Relevanz, da die Steuerbemessungsgrundlagen (Gewinn nach § 4 Abs. 1 EStG bzw. § 8 Abs. 1 KStG) unabhängig von Umschlagskennzahlen ermittelt werden. Mittelbar können jedoch Maßnahmen zur Verbesserung des Kapitalumschlags steuerliche Effekte haben: Desinvestitionen lösen gegebenenfalls Veräußerungsgewinne aus (§ 16 EStG), die zu versteuern sind. Lagerabbau kann stille Reserven aufdecken. Die steuerliche Begleitung solcher Maßnahmen durch einen Steuerberater ist daher empfehlenswert.
Hinweis für die Praxis
Wer den Jahresabschluss professionell erstellen lassen und dabei nicht nur die handelsrechtlichen Pflichten erfüllen, sondern auch betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie den Kapitalumschlag systematisch auswerten möchte, findet auf OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen. Unsere Steuerberater erstellen den Jahresabschluss rechtsverbindlich und erläutern die Kennzahlen im Kontext Ihrer Unternehmenssituation.
Die Feststellungsfrist für den Jahresabschluss beträgt gemäß § 42a GmbHG 11 Monate (kleine GmbH) bzw. 8 Monate (mittelgroße/große GmbH) nach dem Bilanzstichtag. Für eine GmbH mit Bilanzstichtag 31.12.2025 muss der Jahresabschluss spätestens am 30.11.2026 (kleine GmbH) bzw. 31.08.2026 (mittelgroße/große GmbH) festgestellt sein. Die Offenlegungsfrist von 12 Monaten nach § 325 HGB endet am 31.12.2026. Bei Verstoß drohen Ordnungsgelder nach § 335 HGB von 500 bis 25.000 Euro.
Digitale Tools und Controlling: Kapitalumschlag kontinuierlich überwachen
Moderne Finanzbuchhaltungs- und Controlling-Software ermöglicht die automatisierte Berechnung und Überwachung des Kapitalumschlags. Durch die Anbindung an die laufende Buchführung können GmbH-Geschäftsführer und Buchhalter die Kennzahl monatlich oder quartalsweise aktualisieren, ohne auf den finalen Jahresabschluss zu warten. Dies erlaubt eine proaktive Steuerung und schnelle Reaktion auf Abweichungen.
ERP-Systeme
- Echtzeitdaten aus Fibu
- Drill-Down-Analysen
- Branchenvergleich
BI-Tools
- Dashboards für Management
- Trendlinien und Forecasts
- KPI-Warnmeldungen
Cloud-Lösungen
- Ortsunabhängiger Zugriff
- Schnittstelle zum Steuerberater
- Monatliche Reports
Best Practices für das Controlling
- Monatliche Kennzahlenermittlung: Berechnen Sie den Kapitalumschlag auf Basis der unterjährigen Buchführung, um Trends frühzeitig zu erkennen.
- Segmentierung: Ermitteln Sie den Kapitalumschlag für einzelne Geschäftsbereiche, Produktlinien oder Tochtergesellschaften, um Stärken und Schwächen gezielt zu identifizieren.
- Rolling Forecasts: Nutzen Sie gleitende Prognosen, um den erwarteten Jahresendwert des Kapitalumschlags zu antizipieren und Steuerungsmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten.
- Benchmarking: Vergleichen Sie Ihre Kennzahlen mit Branchendurchschnitten (z.B. Bundesbank-Statistik, Fachverbände) und identifizieren Sie Optimierungspotenziale.
- Integration in Balanced Scorecard: Verknüpfen Sie den Kapitalumschlag mit strategischen Zielen (z.B. Wachstum, Profitabilität) und operativen Maßnahmen.
„Die regelmäßige Überwachung des Kapitalumschlags ist kein Selbstzweck, sondern ein Frühwarnsystem für operative Effizienz und Liquidität. In der Zusammenarbeit mit unseren Mandanten stellen wir fest, dass digitale Tools die Transparenz erheblich erhöhen und den Dialog zwischen Geschäftsführung und Steuerberater erleichtern. So können strategische Entscheidungen auf einer soliden Datenbasis getroffen werden.“
— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich der Kapitalumschlag vom Lagerumschlag?
Der Kapitalumschlag misst die Effizienz des gesamten eingesetzten Kapitals (Gesamt- oder Eigenkapital) im Verhältnis zum Umsatz. Der Lagerumschlag hingegen bezieht sich nur auf die Umschlagshäufigkeit des Vorratsvermögens und zeigt, wie oft sich der Lagerbestand im Jahr verkauft. Beide Kennzahlen sind Effizienzindikatoren, betrachten jedoch unterschiedliche Bilanzpositionen.
Welche Branchen haben typischerweise einen hohen Kapitalumschlag?
Handelsbranchen wie Einzelhandel, Großhandel und E-Commerce weisen in der Regel einen hohen Kapitalumschlag auf, da sie mit relativ geringem Kapitaleinsatz hohe Umsatzvolumina erzielen. Auch Dienstleistungsunternehmen haben oft höhere Werte. Kapitalintensive Branchen wie Maschinenbau, Energieerzeugung oder Immobilien zeigen dagegen niedrigere Kapitalumschlagswerte.
Kann ein zu hoher Kapitalumschlag auch negativ sein?
Ja, ein extrem hoher Kapitalumschlag kann auf Unterkapitalisierung hinweisen: Das Unternehmen arbeitet möglicherweise mit zu wenig Eigenkapital, was die finanzielle Stabilität gefährdet und die Insolvenzgefahr erhöht. Zudem kann eine übermäßige Fokussierung auf Kapitaleffizienz zu Lasten notwendiger Investitionen in Anlagen, Innovationen oder Qualität gehen. Ein ausgewogenes Verhältnis ist entscheidend.
Muss der Kapitalumschlag im Jahresabschluss nach HGB ausgewiesen werden?
Nein, der Kapitalumschlag ist keine Pflichtangabe im Jahresabschluss nach §§ 264 ff. HGB. Er zählt zu den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, die im Controlling und in der Unternehmensanalyse berechnet werden. Im Lagebericht nach § 289 HGB können Unternehmen freiwillig auf Kennzahlen eingehen, eine gesetzliche Verpflichtung zur Veröffentlichung des Kapitalumschlags besteht jedoch nicht.
Wie wirken sich Abschreibungen auf den Kapitalumschlag aus?
Abschreibungen verringern den Buchwert des Anlagevermögens und damit das durchschnittlich gebundene Gesamtkapital in der Bilanz. Dies kann den Kapitalumschlag ceteris paribus erhöhen, da die Kapitalbasis sinkt, während der Umsatz unverändert bleibt. Steuerberater achten darauf, dass Abschreibungsmethoden (linear, degressiv, Sonder-AfA nach § 7 EStG) konsistent angewandt werden, um Verzerrungen bei Kennzahlenvergleichen zu vermeiden.
Welche Rolle spielt der Kapitalumschlag bei der Bonitätsprüfung durch Banken?
Banken und Rating-Agenturen nutzen den Kapitalumschlag als Effizienzindikator bei der Bonitätsprüfung. Ein hoher, branchenadäquater Kapitalumschlag signalisiert effiziente Kapitalnutzung und operative Stärke, was die Kreditwürdigkeit positiv beeinflusst. In Kombination mit Rentabilitätskennzahlen (ROI, ROE) und Liquiditätskennzahlen fließt der Kapitalumschlag in Basel-III-konforme Rating-Modelle ein und kann Zinskonditionen sowie Kreditlimits beeinflussen.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 264 HGB – Pflicht zur Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht, § 289 HGB – Inhalt des Lageberichts, § 267 HGB – Größenklassen von Kapitalgesellschaften, § 7 EStG – Absetzung für Abnutzung oder Substanzverringerung. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.


