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Datum

Lesedauer

12–18 Minuten

OnlineBilanzBlogAufbewahrungsfristen 2026

Aufbewahrungsfristen 2026: GmbH-Unterlagen rechtskonform archivieren

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Aufbewahrungsfristen 2026 regeln, wie lange GmbH-Unterlagen nach § 147 AO und § 257 HGB archiviert werden müssen. Wer Bücher, Belege oder Handelsbriefe zu früh vernichtet, riskiert Ordnungsgelder bis 25.000 Euro sowie Steuerschätzungen durch die Finanzverwaltung. Dieser Leitfaden zeigt, welche Fristen für welche Dokumente gelten, wann die Aufbewahrungsfrist beginnt und welche Besonderheiten bei digitaler Archivierung nach GoBD zu beachten sind.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert den Erstellungsprozess zwischen Mandant und unseren Steuerberatern – damit Ihr Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

OnlineBilanz ist eine Steuerberater-Plattform: Ihr Jahresabschluss wird von einem zugelassenen Steuerberater erstellt und unterzeichnet.

Kurzantwort

Für GmbH-Unterlagen gelten 2026 folgende Aufbewahrungsfristen: 10 Jahre für Bücher, Inventare, Jahresabschlüsse und Buchungsbelege (§ 147 AO, § 257 HGB), 6 Jahre für Handelsbriefe und sonstige Unterlagen. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgte oder das Dokument erstellt wurde. Bei digitaler Archivierung müssen die GoBD-Anforderungen erfüllt sein.

Welche Aufbewahrungsfristen gelten 2026 für GmbH-Unterlagen?

Die Aufbewahrungsfristen für Geschäftsunterlagen ergeben sich aus verschiedenen gesetzlichen Grundlagen – primär aus § 257 HGB für Kaufleute und § 147 AO für steuerrelevante Unterlagen. Für GmbH-Geschäftsführer ist entscheidend: Die Fristen beginnen erst mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgte oder der Beleg erstellt wurde. Wer beispielsweise eine Rechnung im Februar 2025 bucht, muss sie bis zum 31. Dezember 2035 aufbewahren, sofern die 10-Jahres-Frist greift.

Dokumentenart Rechtsgrundlage Aufbewahrungsfrist Fristende (Beispiel 2025)
Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanzen § 257 Abs. 4 HGB 10 Jahre 31.12.2035
Handelsbücher, Inventare § 257 Abs. 1 Nr. 1 HGB 10 Jahre 31.12.2035
Buchungsbelege (Rechnungen, Quittungen) § 257 Abs. 1 Nr. 4 HGB / § 147 Abs. 1 AO 10 Jahre 31.12.2035
Empfangene und abgesandte Handelsbriefe § 257 Abs. 1 Nr. 2–3 HGB 6 Jahre 31.12.2031
Lohnunterlagen § 41 Abs. 1 EStG i.V.m. § 147 AO 6 Jahre (Lohnsteuer) / teils länger 31.12.2031
Sonstige für die Besteuerung relevante Unterlagen § 147 Abs. 1 AO 10 Jahre 31.12.2035

Wichtig: Die handelsrechtliche und steuerrechtliche Aufbewahrungspflicht laufen parallel. Entscheidend ist stets die längere Frist. In der Praxis deckt die 10-Jahres-Frist nach § 257 HGB die meisten steuerlichen Anforderungen ab.

Hinweis

Praxis-Tipp: Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, erhält alle relevanten Dokumente (Bilanz, GuV, Anhang, E-Bilanz) digital strukturiert. OnlineBilanz.de bietet GmbH-Geschäftsführern einen Festpreis-Jahresabschluss durch zugelassene Steuerberater – inklusive revisionssicherer Archivierung für die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen.

10-Jahres-Frist: Was muss so lange aufbewahrt werden?

Die 10-Jahres-Aufbewahrungsfrist nach § 257 Abs. 1 und 4 HGB sowie § 147 Abs. 1 AO betrifft die zentralen Dokumente der Buchführung und des Jahresabschlusses. Für GmbH-Geschäftsführer bedeutet das: Ab dem 1. Januar 2026 können Sie erstmals Unterlagen aus dem Jahr 2015 vernichten – sofern keine Betriebsprüfung läuft oder besondere Umstände eine längere Aufbewahrung erfordern.

Pflichtdokumente mit 10 Jahren Aufbewahrung

  • Jahresabschlüsse (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Lagebericht) gemäß § 257 Abs. 4 HGB
  • Eröffnungsbilanzen und die zu ihrem Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen
  • Handelsbücher (Hauptbuch, Nebenbücher, Journal) nach § 257 Abs. 1 Nr. 1 HGB
  • Inventare (Inventurlisten, Bestandsverzeichnisse) gemäß § 257 Abs. 1 Nr. 1 HGB
  • Buchungsbelege: Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Quittungen, Kassenberichte, Kontoauszüge, Lieferscheine nach § 257 Abs. 1 Nr. 4 HGB
  • Steuerliche Aufzeichnungen: E-Bilanzen, Steuererklärungen, Bescheide, Voranmeldungen gemäß § 147 Abs. 1 Nr. 1–5 AO

„Die 10-Jahres-Frist ist nicht nur eine Pflicht – sie ist auch eine Absicherung. Wenn das Finanzamt Jahre später Fragen stellt, sind vollständige Belege Gold wert. Unsere Mandanten erhalten von uns den gesamten Jahresabschluss digital archiviert, revisionssicher und jederzeit abrufbar.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Entscheidend ist: Die Frist beginnt erst mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgte. Eine Rechnung vom 15. März 2025 muss also bis zum 31. Dezember 2035 aufbewahrt werden. Wer im Jahr 2026 aufräumt, darf frühestens Dokumente aus 2015 vernichten.

6-Jahres-Frist: Handelsbriefe und sonstige Unterlagen

Neben der 10-Jahres-Frist existiert eine 6-Jahres-Aufbewahrungsfrist nach § 257 Abs. 1 Nr. 2 und 3 HGB für empfangene und abgesandte Handelsbriefe. Darunter fallen alle geschäftlichen Korrespondenzen, die nicht bereits als Buchungsbeleg unter die 10-Jahres-Frist fallen. Auch hier gilt: Die Frist beginnt erst mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Brief empfangen oder versendet wurde.

Was zählt zu Handelsbriefen?

  • Geschäftskorrespondenz: E-Mails, Briefe, Faxe mit Geschäftsbezug
  • Angebote und Auftragsbestätigungen, die nicht Bestandteil der Buchführung sind
  • Verträge, sofern sie nicht als Buchungsbeleg dienen (z. B. Miet-, Dienst-, Werkverträge)
  • Mahnungen, Lieferavise, Bestellungen, die keinen unmittelbaren Buchungsbeleg darstellen
  • Sonstige Unterlagen für die Besteuerung nach § 147 Abs. 1 Nr. 5 AO (z. B. Arbeitsanweisungen, Organisationsunterlagen)

In der Praxis besteht oft Unsicherheit, ob ein Dokument unter die 6- oder 10-Jahres-Frist fällt. Faustformel: Alles, was unmittelbar buchungsrelevant ist (Rechnung, Beleg, Kontoauszug), unterliegt der 10-Jahres-Frist. Alles andere – reine Korrespondenz, interne Notizen, Verträge ohne Buchungsbezug – fällt unter die 6-Jahres-Frist.

Achtung

Achtung bei Verträgen: Laufende Verträge (z. B. Mietverträge, Darlehensverträge) sollten über die gesetzliche Frist hinaus aufbewahrt werden – mindestens so lange, wie Ansprüche daraus geltend gemacht werden können. Gesetzliche Verjährungsfristen nach § 195 BGB betragen in der Regel drei Jahre, können aber individuell verlängert sein.

Digitale Aufbewahrung: GoBD-Anforderungen 2026

Seit Inkrafttreten der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) im Jahr 2015 – zuletzt aktualisiert 2019 – ist die digitale Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen nicht nur erlaubt, sondern in vielen Fällen Pflicht. Wer elektronische Rechnungen erhält oder erstellt, darf diese nicht ausdrucken und als Papierbeleg archivieren, sondern muss das Original digital aufbewahren.

Zentrale GoBD-Anforderungen für die digitale Archivierung

  • Unveränderbarkeit: Digitale Belege müssen revisionssicher gespeichert werden – nachträgliche Änderungen sind technisch zu verhindern oder zu protokollieren.
  • Vollständigkeit: Alle steuer- und handelsrechtlich relevanten Daten müssen lückenlos aufbewahrt werden (keine selektive Löschung).
  • Lesbarkeit: Die Daten müssen während der gesamten Aufbewahrungsfrist lesbar und auswertbar bleiben – auch bei Formatwechseln.
  • Zeitgerechte Buchung: Geschäftsvorfälle sind unverzüglich, vollständig und geordnet zu erfassen (§ 239 Abs. 2 HGB, § 146 Abs. 1 AO).
  • Nachvollziehbarkeit: Sachverständige Dritte (z. B. Betriebsprüfer) müssen sich in angemessener Zeit einen Überblick verschaffen können.
  • Datenzugriff: Das Finanzamt kann bei Betriebsprüfungen Datenzugriff verlangen (Z1 = unmittelbarer Zugriff, Z2 = mittelbarer Zugriff, Z3 = Datenträgerüberlassung).

In der Praxis bedeutet das: Wer mit digitalen Rechnungen arbeitet, benötigt ein GoBD-konformes Archivsystem – beispielsweise eine Dokumentenmanagement-Software (DMS), ein zertifiziertes Buchhaltungsprogramm oder eine Steuerberater-Plattform mit integrierter Archivierung. OnlineBilanz.de bietet GmbH-Mandanten eine revisionssichere digitale Ablage aller Jahresabschluss-Dokumente – gesetzeskonform und jederzeit abrufbar.

„Viele Mandanten unterschätzen die GoBD-Anforderungen. Es reicht nicht, PDFs in einem Ordner zu speichern – die Unveränderbarkeit und Nachvollziehbarkeit muss technisch gewährleistet sein. Wir sorgen dafür, dass alle Dokumente revisionssicher abgelegt werden.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Aufbewahrungsfristen nach Gesellschafteraustritt oder Liquidation

Ein häufiger Irrtum: Die Aufbewahrungsfristen enden nicht automatisch mit der Liquidation einer GmbH oder dem Austritt eines Gesellschafters. Nach § 257 Abs. 5 HGB bleiben die Fristen auch nach Auflösung des Unternehmens bestehen – die Verantwortung geht auf den Liquidator oder die ehemaligen gesetzlichen Vertreter über. In der Praxis bedeutet das: Auch nach Löschung der GmbH aus dem Handelsregister müssen die Unterlagen mindestens bis zum Ablauf der gesetzlichen Fristen aufbewahrt werden.

Pflichten bei Liquidation und Löschung

Liquidation läuft

  • Schluss-Bilanz und Liquidationsabschluss müssen erstellt werden
  • Alle Unterlagen müssen bis zum Ablauf der Fristen verwahrt werden
  • Bei Sperrjahr (§ 73 GmbHG) müssen die Unterlagen für mindestens 1 Jahr nach Verteilung verfügbar bleiben

Nach Löschung aus dem Register

  • Unterlagen müssen für die restliche Frist sicher verwahrt werden
  • Empfehlung: Hinterlegung bei einem Steuerberater oder Notar
  • Bei Betriebsprüfungen oder Nachforderungen müssen die Dokumente vorgelegt werden können

In der Praxis empfiehlt sich, die Unterlagen nach Liquidation bei einem Steuerberater oder in einem professionellen Archiv zu hinterlegen. OnlineBilanz.de bietet Mandanten auch nach Beendigung der Geschäftstätigkeit eine sichere, langfristige Archivierung aller steuerlich relevanten Dokumente.

Achtung

Haftungsrisiko: Werden Unterlagen zu früh vernichtet und fordert das Finanzamt später Belege an, haften die ehemaligen Geschäftsführer persönlich. Fehlen Nachweise, kann das Finanzamt Schätzungen zu Lasten des Unternehmens vornehmen – mit empfindlichen Steuernachzahlungen und Zinsen.

Verjährung und Betriebsprüfung: Wann darf vernichtet werden?

Die Aufbewahrungsfristen nach § 257 HGB und § 147 AO sind absolute Mindestfristen. Solange eine Betriebsprüfung läuft oder steuerliche Festsetzungen noch nicht bestandskräftig sind, dürfen die betroffenen Unterlagen nicht vernichtet werden – auch wenn die reguläre Frist abgelaufen ist. Die steuerliche Festsetzungsverjährung nach § 169 AO beträgt in der Regel vier Jahre, bei leichtfertiger Steuerverkürzung fünf Jahre und bei Steuerhinterziehung zehn Jahre.

Zusammenspiel von Aufbewahrungsfrist und Festsetzungsverjährung

Situation Aufbewahrungspflicht Praktische Konsequenz
Reguläre Steuererklärung, keine Prüfung 10 Jahre ab Ablauf des Kalenderjahres Vernichtung frühestens nach Ablauf der 10-Jahres-Frist
Betriebsprüfung läuft Bis Abschluss der Prüfung + Bestandskraft der Bescheide Unterlagen dürfen nicht vernichtet werden, auch wenn Frist abläuft
Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig Bis Ablauf der Rechtsbehelfsfrist bzw. Abschluss des Verfahrens Unterlagen müssen verfügbar bleiben
Leichtfertige Steuerverkürzung (§ 378 AO) Mindestens 5 Jahre Festsetzungsverjährung Unterlagen sollten länger als 10 Jahre aufbewahrt werden
Steuerhinterziehung (§ 370 AO) 10 Jahre Festsetzungsverjährung Unterlagen deutlich länger aufbewahren – Haftungsrisiko!

Faustformel für die Praxis: Vernichten Sie Unterlagen niemals vor Ablauf der 10-Jahres-Frist – und auch danach nur, wenn keine offenen steuerlichen Verfahren laufen. Bei laufenden Betriebsprüfungen oder schwebenden Einspruchsverfahren sollten die betroffenen Unterlagen bis zum rechtskräftigen Abschluss aufbewahrt werden.

„Wer unsicher ist, ob eine Vernichtung zulässig ist, sollte vorher mit seinem Steuerberater sprechen. Wir prüfen für unsere Mandanten, ob noch offene Verfahren laufen oder besondere Aufbewahrungspflichten bestehen – und bewahren die Unterlagen bei Bedarf länger auf.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Hinweis

Empfehlung: Legen Sie intern eine Archivierungsrichtlinie fest, die regelt, wann und durch wen Unterlagen vernichtet werden dürfen. Dokumentieren Sie die Vernichtung mit Protokoll (Datum, Art der Unterlagen, Zeitraum) – so können Sie bei Rückfragen nachweisen, dass Sie rechtmäßig gehandelt haben.

Sanktionen bei Verstößen: Ordnungsgeld und Schätzung

Wer gegen die Aufbewahrungsfristen verstößt, riskiert empfindliche Sanktionen – sowohl handelsrechtlich als auch steuerlich. Nach § 283b StGB macht sich strafbar, wer Handelsbücher, Bilanzen oder sonstige Unterlagen, die er nach Handelsrecht aufzubewahren hat, vor Ablauf der Aufbewahrungsfrist beiseiteschafft, verheimlicht, zerstört oder beschädigt. Bei vorsätzlichem Handeln droht Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Steuerlich drohen Schätzungen nach § 162 AO und Bußgelder nach § 379 AO.

Mögliche Sanktionen im Überblick

  • § 283b StGB (Verletzung der Buchführungspflicht): Freiheitsstrafe bis fünf Jahre oder Geldstrafe bei vorsätzlicher Vernichtung von aufbewahrungspflichtigen Unterlagen
  • § 379 AO (Steuerordnungswidrigkeit): Bußgeld bis 5.000 Euro bei fahrlässigem oder leichtfertigem Verstoß gegen Aufzeichnungs- oder Aufbewahrungspflichten
  • § 162 AO (Schätzung der Besteuerungsgrundlagen): Kann das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen nicht ermitteln, weil Unterlagen fehlen, darf es zu Lasten des Steuerpflichtigen schätzen – oft mit erheblichen Steuernachzahlungen
  • Persönliche Haftung des Geschäftsführers: Bei Pflichtverletzung haftet der GmbH-Geschäftsführer nach § 43 GmbHG persönlich für Schäden der Gesellschaft – etwa wenn durch fehlende Belege Steuernachzahlungen entstehen
  • Ordnungsgeld nach § 335 HGB: Bei Verstoß gegen Offenlegungs- oder Aufbewahrungspflichten kann das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld zwischen 500 und 25.000 Euro festsetzen

In der Praxis besonders kritisch: Wenn bei einer Betriebsprüfung Belege fehlen, kann das Finanzamt nach § 162 AO Schätzungen vornehmen – beispielsweise Umsätze hochrechnen oder Betriebsausgaben kürzen. Die Beweislast liegt dann beim Steuerpflichtigen, der ohne Belege kaum eine Chance hat, gegen die Schätzung vorzugehen.

Achtung

Praxis-Fall: Ein GmbH-Geschäftsführer hatte Rechnungen aus 2018 bereits 2024 vernichtet – sechs Jahre statt zehn. Bei einer Betriebsprüfung 2026 forderte das Finanzamt die Belege an. Da sie fehlten, schätzte das Finanzamt die Betriebsausgaben pauschal um 30 % niedriger – Steuernachzahlung inklusive Zinsen: über 50.000 Euro. Der Geschäftsführer haftete persönlich.

„Die Aufbewahrungsfristen sind keine Empfehlung, sondern Gesetz. Wer professionell arbeitet, archiviert revisionssicher und vernichtet erst nach Ablauf aller Fristen. Unsere Mandanten sind auf der sicheren Seite – wir übernehmen die Archivierung und prüfen vor jeder Vernichtung die rechtlichen Voraussetzungen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Besonderheiten: Lohnunterlagen und Sozialversicherung

Lohnunterlagen unterliegen speziellen Aufbewahrungsfristen, die sich aus verschiedenen Rechtsgrundlagen ergeben. Nach § 41 Abs. 1 EStG i. V. m. § 147 Abs. 1 AO sind Lohnabrechnungen und zugehörige Belege sechs Jahre aufzubewahren. Gleichzeitig fordert § 28f Abs. 1 SGB IV eine sechsjährige Aufbewahrungspflicht für Entgeltunterlagen gegenüber den Sozialversicherungsträgern. Zusätzlich müssen nach § 17 MiLoG Arbeitszeitaufzeichnungen bei Mindestlohn-relevanten Beschäftigungen zwei Jahre aufbewahrt werden.

Übersicht: Aufbewahrungsfristen für Lohnunterlagen

Dokumentenart Rechtsgrundlage Aufbewahrungsfrist Besonderheiten
Lohnabrechnungen, Lohnkonten § 41 Abs. 1 EStG, § 147 AO 6 Jahre Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres
Entgeltunterlagen (SV-Beiträge) § 28f Abs. 1 SGB IV 6 Jahre Gilt für alle sozialversicherungsrelevanten Daten
Arbeitszeitaufzeichnungen (Mindestlohn) § 17 MiLoG 2 Jahre Betrifft Beschäftigungen in bestimmten Branchen (z. B. Bau, Gastronomie)
Betriebliche Altersversorgung § 28q SGB IV 6 Jahre Zusätzlich zivilrechtliche Aufbewahrung bis zum Ende der Verjährung
Arbeitszeitnachweise bei Entsendung § 19 MiLoG, § 16 AEntG 2 Jahre Besondere Pflichten bei grenzüberschreitender Arbeitnehmerüberlassung

In der Praxis bedeutet das: Wer Mitarbeiter beschäftigt, muss die Lohnunterlagen mindestens sechs Jahre aufbewahren – unabhängig davon, ob das Arbeitsverhältnis noch besteht. Bei Betriebsprüfungen durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) oder das Finanzamt werden genau diese Unterlagen angefordert. Fehlen sie, drohen Nachforderungen, Bußgelder und im Extremfall Strafverfahren wegen Sozialversicherungsbetrugs.

Praxis-Tipp: Digitale Lohnabrechnung und Archivierung

Viele Unternehmen lagern die Lohnabrechnung an spezialisierte Dienstleister oder Steuerberater aus. Dabei ist wichtig: Die Aufbewahrungspflicht bleibt beim Arbeitgeber – auch wenn der Dienstleister die Unterlagen erstellt. Vereinbaren Sie vertraglich, dass der Dienstleister die Dokumente für die gesetzliche Frist revisionssicher archiviert und Ihnen bei Bedarf zur Verfügung stellt. OnlineBilanz.de bietet GmbH-Mandanten neben dem Jahresabschluss auch die Archivierung lohnsteuerlicher Dokumente – rechtssicher und jederzeit abrufbar.

Hinweis

Achtung bei Betriebsprüfung: Die Deutsche Rentenversicherung prüft regelmäßig die Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Pflichten. Dabei werden Lohnunterlagen für die letzten vier bis sechs Jahre angefordert. Wer diese nicht vorlegen kann, riskiert Schätzungen der Beiträge – mit empfindlichen Nachzahlungen und Säumniszuschlägen.

Häufig gestellte Fragen

Beginnt die Aufbewahrungsfrist mit dem Datum des Belegs oder dem Jahresende?

Die Aufbewahrungsfrist beginnt nicht mit dem Belegdatum, sondern mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung im Buch vorgenommen, das Inventar aufgestellt, die Bilanz festgestellt oder der Handelsbrief empfangen bzw. abgesandt wurde. Ein Beleg vom Januar 2025 muss daher bis Ende 2035 aufbewahrt werden (10-Jahres-Frist ab 31.12.2025).

Dürfen Belege nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist sofort vernichtet werden?

Grundsätzlich ja, sofern keine Betriebsprüfung läuft oder angekündigt ist. Wird vor Ablauf der Frist eine Außenprüfung eingeleitet, müssen die Unterlagen bis zum Abschluss der Prüfung aufbewahrt werden, auch wenn die gesetzliche Frist bereits verstrichen ist. Zudem können zivilrechtliche oder sozialversicherungsrechtliche Aufbewahrungspflichten länger gelten.

Wie lange müssen E-Mails aufbewahrt werden, die Geschäftskorrespondenz enthalten?

E-Mails, die als Handelsbriefe im Sinne von § 257 HGB gelten (z. B. Angebote, Auftragsbestätigungen, Rechnungen), unterliegen der 6-Jahres-Frist. E-Mails mit buchungsrelevantem Inhalt (z. B. elektronische Rechnungen) müssen 10 Jahre aufbewahrt werden. Die Archivierung muss GoBD-konform erfolgen, d. h. unveränderbar und maschinell auswertbar.

Welche Aufbewahrungspflichten gelten für Start-ups und Kleinunternehmer?

Auch Kleinunternehmer und Start-ups, die zur Buchführung verpflichtet sind (§ 238 HGB) oder die freiwillig Bücher führen, müssen die Aufbewahrungsfristen nach § 147 AO und § 257 HGB einhalten. Einnahmen-Überschuss-Rechner (§ 4 Abs. 3 EStG) sind ebenfalls verpflichtet, Belege 10 Jahre aufzubewahren. Eine Ausnahme gibt es nur für nicht buchführungspflichtige Kleingewerbetreibende ohne steuerrelevante Vorgänge.

Müssen auch interne Unterlagen wie Protokolle und Verträge aufbewahrt werden?

Gesellschafterbeschlüsse, Geschäftsführerverträge und Satzungen unterliegen nicht den handels- oder steuerrechtlichen Aufbewahrungsfristen, sollten jedoch aus gesellschaftsrechtlichen Gründen dauerhaft archiviert werden. Protokolle von Gesellschafterversammlungen sind Teil der Gesellschaftsunterlagen und sollten mindestens so lange aufbewahrt werden, wie die GmbH besteht, sowie darüber hinaus für Haftungs- und Nachweiszwecke.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 147 AO – Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen, § 257 HGB – Aufbewahrung von Unterlagen, BMF – GoBD-Richtlinien (Bundesfinanzministerium). Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
Made in Germany Entwickelt & geführt in DE
Ben
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