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Datum

Lesedauer

19–29 Minuten

OnlineBilanzBlogBilanz Spedition

Bilanz Spedition 2026: Pflichten & Besonderheiten

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Speditionen unterliegen je nach Rechtsform und Größe umfassenden Bilanzierungs-, Offenlegungs- und Prüfungspflichten nach HGB. Die Branche bringt besondere Herausforderungen mit sich: Fuhrparks, Frachtforderungen, Haftungsrisiken und internationale Geschäfte erfordern eine präzise Bewertung und Darstellung im Jahresabschluss.

SG
Servet Gündogan

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Kurzantwort

Speditionen müssen je nach Rechtsform und Größenklasse nach § 242 ff. HGB bilanzieren. Besonders relevant sind Fuhrpark-Bewertung, Forderungen aus Frachtgeschäften, Rückstellungen für Haftungsrisiken und die Abgrenzung von Umsatzerlösen. Mittelgroße und große Speditionen unterliegen der Offenlegungspflicht beim Unternehmensregister sowie ggf. der Abschlussprüfungspflicht nach § 316 HGB.

Welche Bilanzierungspflicht gilt für Speditionen?

Speditionen in der Rechtsform einer GmbH unterliegen grundsätzlich der kaufmännischen Buchführungs- und Bilanzierungspflicht nach § 238 HGB. Diese Pflicht besteht unabhängig von der Größe des Unternehmens und gilt ab dem Zeitpunkt der Eintragung ins Handelsregister. Da die Speditionsbranche typischerweise hohe Umsätze, erhebliches Anlagevermögen (Fuhrpark, Lagerflächen) und komplexe Forderungs- und Verbindlichkeitsstrukturen aufweist, ist die ordnungsgemäße Bilanzierung von besonderer Bedeutung.

Nach § 242 HGB muss jeder Kaufmann zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres einen das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluss (Bilanz) aufstellen. Diese Bilanzierungspflicht setzt eine ordnungsgemäße Buchführung im Speditionsunternehmen voraus, die alle Geschäftsvorfälle systematisch erfasst. Für Kapitalgesellschaften wie die GmbH ergeben sich darüber hinaus erweiterte Pflichten aus den §§ 264 ff. HGB, die insbesondere die Erstellung von Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang umfassen.

Praxis-Hinweis für Speditions-GmbHs

Die Bilanzierung einer Spedition erfordert fundierte Kenntnisse branchenspezifischer Besonderheiten: Abgrenzung von Umsatzerlösen bei Sammelgut- und Teilladungsverkehr, korrekte Bewertung des Fuhrparks, Rückstellungsbildung für Gewährleistungs- und Haftungsrisiken sowie die periodengerechte Erfassung von Frachten und Transportkosten. Spediteure sollten daher auf Steuerberater mit Branchenkenntnissen setzen.

Größenklassen und ihre Auswirkungen

Die Größenklassifikation nach § 267 HGB bestimmt den Umfang der Offenlegungs- und Prüfungspflichten. Für Speditionen sind dabei drei Schwellenwerte maßgeblich: Bilanzsumme, Umsatzerlöse und durchschnittliche Mitarbeiterzahl. Zwei der drei Merkmale müssen in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren über- bzw. unterschritten werden, damit ein Größenklassenwechsel eintritt.

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Mitarbeiter
Klein ≤ 7,5 Mio. € ≤ 15 Mio. € ≤ 50
Mittelgroß ≤ 25 Mio. € ≤ 50 Mio. € ≤ 250
Groß > 25 Mio. € > 50 Mio. € > 250

Welche Bilanzpositionen sind für Speditionen besonders relevant?

Das Geschäftsmodell einer Spedition prägt die Struktur der Bilanz erheblich. Auf der Aktivseite dominiert typischerweise das Anlagevermögen, insbesondere die Position „Technische Anlagen und Maschinen“ (Fuhrpark, Lagereinrichtungen, Umschlagtechnik). Je nach Eigentümerstruktur können hier erhebliche Beträge gebunden sein. Viele Speditionen setzen jedoch zunehmend auf Leasing oder Miete, wodurch sich die Bilanzstruktur in Richtung höherer Off-Balance-Verpflichtungen verschiebt.

Anlagevermögen und Abschreibungen

Der Fuhrpark stellt bei vielen Speditionen den größten Vermögensposten dar. Nach § 253 Abs. 3 HGB sind bei abnutzbaren Anlagegütern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Für LKW gelten in der Regel betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern von 6 bis 8 Jahren, für Auflieger 10 bis 12 Jahre. Die Wahl der AfA-Methode (linear gem. § 7 Abs. 1 EStG oder degressiv, soweit zulässig) hat erhebliche Auswirkungen auf Ergebnis und Steuerlast.

  • Sachanlagen: LKW, Zugmaschinen, Auflieger, Trailer, Gabelstapler, Lagereinrichtungen, EDV-Hardware für Disposition und Tracking
  • Immaterielle Vermögensgegenstände: Software-Lizenzen für Transport-Management-Systeme (TMS), Speditionssoftware, entgeltlich erworbene Kundenstämme
  • Finanzanlagen: Beteiligungen an Subunternehmern, Kooperationspartnern oder ausländischen Niederlassungen

Umlaufvermögen und Forderungen

Im Umlaufvermögen dominieren bei Speditionen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Aufgrund der hohen Transaktionsfrequenz und der oft kurzen Zahlungsziele (typisch 14 bis 30 Tage) ist ein effektives Forderungsmanagement existenziell. Nach § 253 Abs. 4 HGB sind Forderungen mit dem Nennwert anzusetzen, abzüglich notwendiger Einzelwertberichtigungen bei erkennbaren Ausfallrisiken sowie pauschaler Wertberichtigungen auf das Gesamtportfolio.

Aktivseite typisch

  • Fuhrpark (Sachanlagen)
  • TMS-Software (immateriell)
  • Forderungen a. LuL (hoch)
  • Liquide Mittel (moderat)

Passivseite typisch

  • Eigenkapital (oft niedrig)
  • Darlehen für Fuhrpark
  • Verbindlichkeiten a. LuL (Frachtführer)
  • Rückstellungen (Haftung, Gewährleistung)

Rückstellungen in der Spedition

Speditionen müssen nach § 249 HGB Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten bilden. Hierzu zählen insbesondere Rückstellungen für Gewährleistungen ohne rechtliche Verpflichtung (Kulanzleistungen bei Transportschäden), Haftungsrisiken aus CMR-Übereinkommen (bis zu 8,33 SZR pro kg Rohgewicht), drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (z. B. unrentable Langzeitverträge) sowie Prozessrisiken aus Regressansprüchen. Die Bewertung erfolgt nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken.

Welche branchenspezifischen Bewertungsfragen stellen sich bei Speditionen?

Die Bilanzierung von Speditionen erfordert fundierte Kenntnisse branchenspezifischer Geschäftsvorfälle. Eine zentrale Herausforderung ist die periodengerechte Abgrenzung von Umsatzerlösen und Aufwendungen (§ 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB). Speditionen erbringen Transportleistungen, die häufig über den Bilanzstichtag hinweg laufen. Die Frage, wann der Umsatz zu realisieren ist – bei Auftragserteilung, bei Übernahme des Gutes, bei Auslieferung oder bei Rechnungsstellung – ist für die zutreffende Darstellung der Ertragslage entscheidend.

Umsatzrealisierung und Periodenabgrenzung

Nach der Realisationsgrundsatz des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB sind Gewinne nur zu berücksichtigen, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind. Bei Speditionsleistungen gilt die Umsatzrealisierung in der Regel als erfolgt, wenn die wesentliche Leistung erbracht ist – also typischerweise bei Auslieferung bzw. Zustellung der Ware beim Empfänger. Für noch nicht abgeschlossene Transporte am Bilanzstichtag sind entsprechende aktive bzw. passive Rechnungsabgrenzungsposten (§ 250 HGB) zu bilden.

„In der Praxis sehen wir bei Speditionen häufig Unschärfen bei der Abgrenzung von Umsatzerlösen über den Jahreswechsel. Gerade bei Sammelgutverkehren mit mehreren Abhol- und Zustellpunkten ist die Bestimmung des Realisationszeitpunkts komplex. Hier empfehlen wir eine dokumentierte, einheitliche Methode, die dann stetig angewendet wird – das schafft Vergleichbarkeit und Rechtssicherheit.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Bewertung des Fuhrparks und Abschreibungsmethoden

Der Fuhrpark wird nach § 253 Abs. 1 HGB mit den Anschaffungskosten aktiviert. Dazu zählen neben dem Kaufpreis auch Nebenkosten wie Überführung, Zulassung und notwendige Umbauten (z. B. Aufbauten, Kühleinrichtungen). Die planmäßige Abschreibung erfolgt nach § 253 Abs. 3 HGB über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die sich nach den amtlichen AfA-Tabellen richtet. Für LKW sind dies typischerweise 6 bis 8 Jahre, abhängig von Einsatzart und Laufleistung.

  • Lineare Abschreibung (§ 7 Abs. 1 EStG): gleichmäßige Verteilung über die Nutzungsdauer, handelsrechtlich zulässig und steuerlich anzuwenden
  • Außerplanmäßige Abschreibung (§ 253 Abs. 3 Satz 5 HGB): bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, z. B. durch Unfallschäden oder technische Überholung
  • Zuschreibungsgebot (§ 253 Abs. 5 HGB): bei Wegfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen ist bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten zuzuschreiben

Leasing und Off-Balance-Finanzierung

Viele Speditionen setzen auf Leasing, um Liquidität zu schonen und flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Die bilanzielle Behandlung richtet sich nach der wirtschaftlichen Zurechnung gemäß § 246 Abs. 1 HGB. Bei Finanzierungsleasing (wirtschaftliches Eigentum beim Leasingnehmer) ist der Gegenstand in der Bilanz des Spediteurs zu aktivieren, bei Operating-Leasing (wirtschaftliches Eigentum beim Leasinggeber) erfolgt lediglich ein erfolgswirksamer Ausweis der Leasingraten. Im Anhang sind nach § 285 Nr. 3 HGB die finanziellen Verpflichtungen aus Leasingverträgen anzugeben.

Achtung bei Sale-and-lease-back-Gestaltungen

Sale-and-lease-back-Transaktionen (Verkauf von Fahrzeugen an Leasinggesellschaft, Rückmietung) sind bilanziell kritisch zu würdigen. Erfolgt die Transaktion zu Marktwerten und liegt Operating-Leasing vor, muss der Gegenstand ausgebucht werden. Bei stillen Reserven entsteht ein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn. Die Gestaltung sollte vorab mit dem Steuerberater abgestimmt werden.

Wie ist die Gewinn- und Verlustrechnung einer Spedition aufgebaut?

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) einer Speditions-GmbH kann nach § 275 HGB wahlweise im Gesamtkostenverfahren (GKV) oder im Umsatzkostenverfahren (UKV) aufgestellt werden. In der Praxis dominiert bei Speditionen das Gesamtkostenverfahren, da es die Kostenstruktur transparenter abbildet und die Erfassung der Aufwendungen nach Kostenarten (Personal, Material, Abschreibungen) der betrieblichen Steuerung entgegenkommt.

Umsatzerlöse und Erlösstruktur

Die Umsatzerlöse einer Spedition setzen sich zusammen aus Frachtumsätzen (Haupt- und Nebenleistungen), Lagergeld, Verpackungserlösen sowie Erlösen aus Verzollungen und sonstigen Nebenleistungen. Nach § 277 Abs. 1 HGB sind Umsatzerlöse die Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen der Kapitalgesellschaft nach Abzug von Erlösschmälerungen (Skonti, Boni, Rabatte). Speditionen müssen darauf achten, Durchlaufposten (z. B. durchlaufende Zölle, Mautgebühren für Dritte) nicht in den Umsatzerlösen auszuweisen, sondern saldiert über die Bilanz zu führen.

Erlöskategorie Beispiele Besonderheiten
Frachtumsätze Stückgut, Sammelgut, Teilladung, Komplettladung Kerngeschäft, umsatzstärkste Position
Lagerumsätze Lagergeld, Kommissionierung, Konfektionierung Nebengeschäft, oft höhere Margen
Nebenleistungen Verpackung, Verzollung, Versicherung, Tracking Zusatzerlöse, teils Durchlaufposten
Sonstige Erlöse Vermietung Lagerflächen, Verkauf Altfahrzeuge Außerhalb Kerngeschäft

Aufwandsstruktur und Kostenarten

Bei Speditionen dominieren auf der Aufwandsseite die Materialaufwendungen (insbesondere Fremdfrachtkosten für Subunternehmer) sowie die Personalaufwendungen (Fahrer, Disponenten, Lagerpersonal). Nach § 275 Abs. 2 HGB sind die Aufwendungen für bezogene Waren (Fremdleistungen) sowie die Personalaufwendungen (Löhne, Gehälter, soziale Abgaben, Altersversorgung) getrennt auszuweisen. Die Abschreibungen auf Sachanlagen (Fuhrpark) stellen eine weitere wesentliche Position dar.

  • Fremdfrachtkosten: Vergütungen an Subunternehmer, Partnerunternehmen, Frachtführer (oft 40–60 % vom Umsatz)
  • Personalaufwendungen: Löhne und Gehälter, soziale Abgaben (oft 25–35 % vom Umsatz)
  • Treibstoffkosten: Diesel, AdBlue – volatil, teils separat ausgewiesen
  • Abschreibungen: Fuhrpark, technische Anlagen, Software (planmäßig und außerplanmäßig)
  • Sonstige betriebliche Aufwendungen: Versicherungen, Reparaturen, Mieten, Maut, Lizenzen, Rechts- und Beratungskosten

Betriebsergebnis und Kennzahlen

Das Betriebsergebnis (EBIT) ergibt sich aus den Umsatzerlösen abzüglich der betrieblichen Aufwendungen. Für Speditionen sind typische Kennzahlen die EBIT-Marge (EBIT in Prozent vom Umsatz, branchenüblich 2–5 %), die Personalaufwandsquote (Personalaufwand in Prozent vom Umsatz) sowie die Fremdleistungsquote (Fremdfrachtkosten in Prozent vom Umsatz). Diese Kennzahlen ermöglichen den Vergleich mit Branchenbenchmarks und geben Hinweise auf Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

2–5 %

Typische EBIT-Marge Spedition

40–60 %

Fremdleistungsquote

25–35 %

Personalaufwandsquote

Welche Angaben gehören in Anhang und Lagebericht einer Spedition?

Der Anhang ist nach § 284 ff. HGB integraler Bestandteil des Jahresabschlusses und dient der Erläuterung und Ergänzung von Bilanz und GuV. Für kleine Kapitalgesellschaften gelten Erleichterungen nach § 288 HGB, mittelgroße und große Gesellschaften müssen einen umfassenden Anhang erstellen. Der Anhang muss alle Informationen enthalten, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage notwendig sind und nicht bereits in Bilanz oder GuV enthalten sind.

Pflichtangaben im Anhang

Nach § 284 Abs. 2 HGB sind im Anhang die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden anzugeben. Für Speditionen ist insbesondere relevant: Welche Abschreibungsmethoden werden für den Fuhrpark angewendet? Wie erfolgt die Bewertung von Forderungen (pauschale und Einzelwertberichtigungen)? Wie werden Rückstellungen bemessen? Werden Leasingverhältnisse als Finanzierungs- oder Operating-Leasing behandelt? Zudem sind Abweichungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr anzugeben und zu begründen (Stetigkeitsprinzip, § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB).

  • Angabe der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (§ 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB)
  • Aufgliederung und Erläuterung der Posten der Bilanz und GuV (§ 285 Nr. 1–8 HGB)
  • Angaben zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen (§ 285 Nr. 3 HGB): Leasingverpflichtungen, Miet- und Pachtverträge, Bürgschaften
  • Angaben zu verbundenen Unternehmen und Beteiligungen (§ 285 Nr. 11 HGB)
  • Angaben zur Anzahl der Arbeitnehmer (§ 285 Nr. 7 HGB): Durchschnitt im Geschäftsjahr, gegliedert nach Gruppen (Fahrer, Disponenten, Verwaltung)
  • Gesamtbezüge der Geschäftsführung (§ 285 Nr. 9 HGB, bei mittelgroßen und großen GmbHs)
  • Angaben zu Haftungsverhältnissen, die nicht in der Bilanz erscheinen (§ 251 HGB)

Lagebericht – Pflicht und Inhalt

Nach § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB haben die gesetzlichen Vertreter einer Kapitalgesellschaft in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres den Jahresabschluss und – soweit gesetzlich vorgeschrieben – einen Lagebericht aufzustellen. Die Pflicht zur Aufstellung eines Lageberichts besteht für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften (§ 264 Abs. 1 Satz 2 HGB i. V. m. § 267 HGB). Kleine Kapitalgesellschaften sind von der Lageberichtspflicht befreit.

Der Lagebericht muss nach § 289 HGB den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so darstellen, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird. Ferner ist auf die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken einzugehen (Prognose- und Risikobericht). Für Speditionen sind dabei insbesondere relevant: Marktentwicklung (Transportvolumina, Preisdruck), Treibstoffpreisentwicklung, Personalverfügbarkeit (Fahrermangel), regulatorische Änderungen (Maut, CO₂-Abgaben, Kabotageregeln) sowie technologische Trends (E-Mobilität, autonome Transporte).

„Der Lagebericht ist nicht nur eine formale Pflicht, sondern ein strategisches Instrument. Geschäftsführer sollten den Lagebericht nutzen, um die Besonderheiten ihrer Spedition – etwa regionale Spezialisierung, Nischenpositionierung oder Investitionen in nachhaltige Technologien – transparent zu machen. Das schafft Vertrauen bei Banken, Investoren und Geschäftspartnern.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Angaben zu Leasingverpflichtungen

Speditionen, die ihren Fuhrpark überwiegend leasen, müssen nach § 285 Nr. 3 HGB im Anhang die sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz erscheinen, angeben. Dazu zählen insbesondere die künftigen Zahlungsverpflichtungen aus Operating-Leasingverträgen, gegliedert nach Fälligkeit (bis ein Jahr, ein bis fünf Jahre, über fünf Jahre). Diese Angaben sind für die Beurteilung der Liquiditätssituation und der finanziellen Flexibilität der Spedition von hoher Bedeutung.

Welche Offenlegungspflichten und Fristen gelten für Speditionen?

Nach § 325 HGB sind Kapitalgesellschaften verpflichtet, ihren Jahresabschluss sowie weitere Unterlagen beim Unternehmensregister offenzulegen. Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG) zum 01.08.2022 erfolgt die Offenlegung ausschließlich elektronisch über das Unternehmensregister – der frühere Weg über den Bundesanzeiger entfällt. Die Offenlegungspflicht besteht für alle Rechtsformen der Kapitalgesellschaft, unabhängig von der Größenklasse.

Feststellung und Offenlegungsfristen 2026

Für den Jahresabschluss zum Bilanzstichtag 31.12.2025 gelten folgende Fristen: Nach § 42a GmbHG muss der Jahresabschluss innerhalb von elf Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres (kleine GmbH) bzw. acht Monaten (mittelgroße und große GmbH) durch die Gesellschafterversammlung festgestellt werden. Die Offenlegungsfrist beträgt nach § 325 Abs. 1 HGB zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag, also für das Geschäftsjahr 2025 bis spätestens 31.12.2026.

Größenklasse Feststellungsfrist (§ 42a GmbHG) Offenlegungsfrist (§ 325 HGB) Stichtag 31.12.2025
Kleine GmbH 11 Monate 12 Monate 31.12.2026
Mittelgroße GmbH 8 Monate 12 Monate 31.12.2026
Große GmbH 8 Monate 12 Monate 31.12.2026

Umfang der Offenlegung je nach Größenklasse

Der Umfang der offenzulegenden Unterlagen richtet sich nach der Größenklasse der Kapitalgesellschaft. Kleine Kapitalgesellschaften dürfen nach § 326 HGB eine verkürzte Bilanz offenlegen, die nur die in § 266 HGB mit Buchstaben und römischen Ziffern bezeichneten Posten ausweist (sog. „kleine Bilanz“). Die GuV und der Anhang sind bei kleinen Gesellschaften nicht offenzulegen, solange bestimmte Angaben – etwa zur durchschnittlichen Arbeitnehmerzahl – nicht in den offengelegten Unterlagen enthalten sind.

  • Kleine Speditions-GmbH: Verkürzte Bilanz (§ 266 HGB, nur Buchstaben/römische Ziffern), Anhang mit erweiterten Angaben, kein Lagebericht, keine GuV
  • Mittelgroße Speditions-GmbH: Vollständige Bilanz, vollständige GuV, vollständiger Anhang, Lagebericht, Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
  • Große Speditions-GmbH: Vollständige Bilanz, vollständige GuV, erweiterter Anhang (inkl. Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel nach § 264 Abs. 1 Satz 2 HGB), Lagebericht, Bestätigungsvermerk

Ordnungsgeld bei verspäteter Offenlegung

Bei Versäumung der Offenlegungsfrist droht nach § 335 HGB ein Ordnungsgeld zwischen 500 und 25.000 Euro. Das Bundesamt für Justiz (BfJ) überwacht die Offenlegung und leitet bei Fristversäumnis automatisierte Ordnungsgeldverfahren ein. Geschäftsführer sollten die Frist daher unbedingt einhalten – auch um Reputationsschäden zu vermeiden.

Elektronische Offenlegung über das Unternehmensregister

Die Offenlegung erfolgt ausschließlich elektronisch über das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de). Die Unterlagen sind im strukturierten Format (XBRL für Bilanz und GuV) oder als PDF (Anhang, Lagebericht) einzureichen. Viele Steuerberater übernehmen die technische Einreichung im Rahmen der Mandatsbetreuung. Wer seinen Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, profitiert von der digitalen Prozesskette: Erstellung, Prüfung und Offenlegung aus einer Hand.

Praxis-Tipp: Digitale Jahresabschluss-Services nutzen

Speditionen, die ihren Jahresabschluss effizient und rechtssicher erstellen und offenlegen möchten, können auf spezialisierte Steuerberater-Plattformen wie OnlineBilanz.de zurückgreifen. Hier erfolgt die Erstellung durch zugelassene Steuerberater, die Offenlegung wird koordiniert und die Festpreise bieten Planungssicherheit. Gerade für kleine und mittelgroße Speditionen ohne eigene Rechtsabteilung eine zeitsparende Lösung.

Wann besteht für Speditionen eine Abschlussprüfungspflicht?

Die Pflicht zur Abschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer oder eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft richtet sich nach § 316 HGB. Kleine Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB sind grundsätzlich nicht prüfungspflichtig. Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften hingegen müssen ihren Jahresabschluss und – sofern aufzustellen – den Lagebericht durch einen Abschlussprüfer prüfen lassen (§ 316 Abs. 1 HGB).

Prüfungspflicht nach Größenklassen

Für Speditionen bedeutet dies: Überschreitet die GmbH in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren mindestens zwei der drei Schwellenwerte für kleine Kapitalgesellschaften (Bilanzsumme > 7,5 Mio. €, Umsatzerlöse > 15 Mio. €, Mitarbeiter > 50), wird sie mittelgroß und damit prüfungspflichtig. Die Prüfung muss von einem vereidigten Buchprüfer oder Wirtschaftsprüfer durchgeführt werden (§ 319 HGB). Der Prüfer erteilt einen Bestätigungsvermerk (§ 322 HGB) oder versagt diesen bei Beanstandungen.

Größenklasse Prüfungspflicht (§ 316 HGB) Prüfer Offenlegung Bestätigungsvermerk
Klein Nein
Mittelgroß Ja Buchprüfer / WP Ja
Groß Ja Wirtschaftsprüfer Ja

Freiwillige Prüfung und Qualitätssicherung

Auch wenn keine gesetzliche Prüfungspflicht besteht, entscheiden sich manche Speditionen für eine freiwillige Prüfung, z. B. um gegenüber Banken, Investoren oder Geschäftspartnern ein höheres Maß an Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Alternativ können Steuerberater im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses eine betriebswirtschaftliche Plausibilitätsprüfung vornehmen, die zwar nicht die Tiefe einer WP-Prüfung erreicht, aber wesentliche Risiken identifiziert.

Steuerberater, die den Jahresabschluss erstellen, sind nach § 323 HGB nicht zur Abschlussprüfung desselben Mandanten berechtigt (Unvereinbarkeit von Erstellung und Prüfung). Dies gewährleistet die Unabhängigkeit des Prüfers. Für die Erstellung des Jahresabschlusses ist der Steuerberater hingegen die richtige Adresse – er trägt die fachliche Verantwortung und unterzeichnet den Abschluss rechtsverbindlich.

Steuerberater-Jahresabschluss vs. Abschlussprüfung

Die Erstellung des Jahresabschlusses durch einen Steuerberater (§§ 33, 57 StBerG) ist etwas anderes als die Abschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer (§ 316 HGB). Kleine Speditionen benötigen nur die Erstellung – hier ist der Steuerberater der richtige Partner. Mittelgroße und große Speditionen benötigen zusätzlich die externe Prüfung durch einen WP, die Erstellung kann aber ebenfalls durch den Steuerberater erfolgen.

Bestellung und Aufgaben des Abschlussprüfers

Der Abschlussprüfer wird nach § 318 HGB von der Gesellschafterversammlung gewählt. Die Prüfung umfasst nach § 317 HGB die Buchführung, den Jahresabschluss und den Lagebericht. Der Prüfer hat festzustellen, ob die gesetzlichen Vorschriften und die ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags beachtet wurden. Das Ergebnis der Prüfung wird im Prüfungsbericht (§ 321 HGB) niedergelegt, der vertraulich an die Geschäftsführung und – sofern vorhanden – den Aufsichtsrat gerichtet ist. Der Bestätigungsvermerk (§ 322 HGB) wird dem Jahresabschluss beigefügt und ist bei mittelgroßen und großen Gesellschaften zusammen mit dem Jahresabschluss offenzulegen.

Welche steuerlichen Besonderheiten sind bei Speditionen zu beachten?

Speditionen unterliegen neben der handelsrechtlichen Bilanzierungspflicht auch umfassenden steuerlichen Verpflichtungen. Neben der Körperschaftsteuer (KSt) und Gewerbesteuer (GewSt) sind insbesondere die Umsatzsteuer (USt) und die Lohnsteuer von Bedeutung. Die Speditionsbranche ist dabei durch eine Reihe branchenspezifischer steuerlicher Besonderheiten geprägt, die sowohl Risiken als auch Gestaltungsmöglichkeiten bergen.

Umsatzsteuer bei internationalen Transporten

Die umsatzsteuerliche Behandlung von Transportleistungen ist komplex, insbesondere bei grenzüberschreitenden Transporten. Nach § 3b UStG richtet sich der Ort der sonstigen Leistung bei Beförderungen grundsätzlich nach der zurückgelegten Strecke. Bei innergemeinschaftlichen Transporten (EU) gelten besondere Regelungen nach § 3f UStG. Transporte, die im Drittland beginnen oder enden, unterliegen häufig der Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 3 UStG (grenzüberschreitende Beförderung). Speditionen müssen daher für jeden Auftrag prüfen, ob und in welchem Land Umsatzsteuer anfällt.

  • Inlandstransporte: Regelsteuersatz 19 %, Vorsteuerabzug beim Leistungsempfänger möglich
  • Innergemeinschaftliche Transporte: Teils Steuerbefreiung (§ 4 Nr. 3 UStG), teils Reverse-Charge (§ 13b UStG) beim Empfänger
  • Drittlandstransporte: Häufig Steuerbefreiung (§ 4 Nr. 3 UStG), Nachweispflichten (CMR-Frachtbrief, Zolldokumente)
  • Reverse-Charge bei Subunternehmer-Beauftragung: Wenn der Subunternehmer im Ausland ansässig ist, kann § 13b UStG (Übergang der Steuerschuld) greifen

Nachweispflichten bei steuerfreien Transporten

Steuerfreie innergemeinschaftliche und grenzüberschreitende Transporte müssen durch geeignete Belege nachgewiesen werden (CMR-Frachtbrief, Lieferscheine, Zolldokumente). Fehlen diese Nachweise, kann das Finanzamt die Steuerbefreiung versagen und die Umsatzsteuer nachfordern – einschließlich Zinsen. Eine saubere Dokumentation ist daher unerlässlich.

Körperschaft- und Gewerbesteuer

Der bilanzielle Gewinn der Speditions-GmbH ist Grundlage für die Körperschaftsteuer (15 % gem. § 23 KStG zzgl. Solidaritätszuschlag 5,5 %) sowie die Gewerbesteuer (abhängig vom Hebesatz der Gemeinde, durchschnittlich 14–17 %). Bei der Ermittlung des Gewerbeertrags sind nach § 8 GewStG Hinzurechnungen (z. B. anteilig Mieten, Leasingraten, Finanzierungsanteile nach § 8 Nr. 1 GewStG) und Kürzungen (z. B. Grundbesitz) zu beachten. Speditionen mit hohem Leasinganteil und Mietflächen sind von den Hinzurechnungen besonders betroffen.

Steuerliche Abschreibungen und Investitionsabzugsbetrag

Für den Fuhrpark gelten die steuerlichen Abschreibungsregeln nach § 7 EStG. Die lineare Abschreibung erfolgt über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (6–8 Jahre für LKW). Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG stehen kleinen und mittelgroßen Betrieben (Betriebsvermögen unter 235.000 € nach § 7g Abs. 1 Nr. 1 EStG) für bewegliche Wirtschaftsgüter zu – für die meisten Speditionen aufgrund der Größe allerdings nicht relevant. Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach § 7g Abs. 1 EStG ermöglicht die Bildung einer gewinnmindernden Rücklage von bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten, allerdings ebenfalls nur für kleine Betriebe.

„Bei der steuerlichen Gestaltung von Speditionen geht es oft um das Timing: Investitionen in Fahrzeuge am Jahresende, Nutzung von Abschreibungswahlrechten, Bildung zulässiger Rückstellungen. Hier lohnt sich die enge Abstimmung mit dem Steuerberater, um die Steuerlast zu optimieren – immer im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Vorsteuerabzug und Lohnsteuer

Speditionen können die Vorsteuer aus Eingangsleistungen (Treibstoff, Reparaturen, Leasingraten, Versicherungen) nach § 15 UStG grundsätzlich abziehen, sofern die Leistungen für steuerpflichtige Umsätze verwendet werden. Bei gemischter Verwendung (steuerfreie und steuerpflichtige Umsätze) ist eine Aufteilung nach § 15 Abs. 4 UStG erforderlich. Die Lohnsteuer wird für angestellte Fahrer und Verwaltungspersonal einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Speditionen mit Fahrern im Auslandseinsatz müssen zudem die Doppelbesteuerungsabkommen und die Sozialversicherungspflicht (A1-Bescheinigung) beachten.

Welche Rolle spielt Digitalisierung in der Bilanzierung von Speditionen?

Die Digitalisierung verändert die Bilanzierungspraxis von Speditionen nachhaltig. Moderne Transport-Management-Systeme (TMS), digitale Buchhaltungssoftware und cloudbasierte Steuerberater-Plattformen ermöglichen eine durchgängige, medienbruchfreie Erfassung und Verarbeitung von Geschäftsvorfällen. Dies erhöht nicht nur die Effizienz, sondern auch die Datenqualität und damit die Aussagekraft des Jahresabschlusses.

Transport-Management-Systeme und Schnittstellen zur Buchhaltung

Ein leistungsfähiges Transport-Management-System (TMS) erfasst alle Aufträge, Touren, Frachten und Kosten in Echtzeit. Moderne TMS-Lösungen bieten Schnittstellen (APIs) zur Finanzbuchhaltung, sodass Erlöse und Aufwendungen automatisch in die Buchhaltungssoftware übertragen werden. Dies reduziert manuelle Eingaben, minimiert Fehlerquellen und gewährleistet eine zeitnahe, periodengerechte Erfassung aller Geschäftsvorfälle – eine wesentliche Voraussetzung für eine aussagekräftige Bilanzierung nach § 238 HGB.

TMS (Disposition)

  • Auftragsverwaltung
  • Tourenplanung
  • Frachtabrechnung
  • Tracking & Tracing

Finanzbuchhaltung

  • Debitorenbuchhaltung
  • Kreditorenbuchhaltung
  • Anlagenbuchhaltung
  • Lohnbuchhaltung

Jahresabschluss

  • Bilanz
  • GuV
  • Anhang
  • Offenlegung

Cloudbasierte Buchhaltung und digitale Belegverwaltung

Cloudbasierte Buchhaltungssoftware (z. B. DATEV Unternehmen online, Lexoffice, sevDesk) ermöglicht den Zugriff auf Buchungsdaten von jedem Ort und jederzeit. Belege werden digital erfasst (Scan, Foto, E-Rechnung) und mittels OCR-Technologie (Optical Character Recognition) automatisch ausgelesen und verbucht. Dies beschleunigt die Belegverarbeitung und erfüllt zugleich die Anforderungen der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) des Bundesministeriums der Finanzen.

Speditionen, die auf digitale Prozesse setzen, profitieren von kürzeren Durchlaufzeiten bei der Erstellung des Jahresabschlusses, besserer Datenqualität und höherer Transparenz. Wer seinen Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, kann die digitale Buchhaltung nahtlos mit der Steuerberater-Plattform verbinden – etwa über DATEV-Schnittstellen. So entsteht eine durchgängige digitale Prozesskette von der Belegerfassung bis zur Offenlegung beim Unternehmensregister.

E-Rechnung und elektronische Archivierung

Ab dem 01.01.2025 wird die E-Rechnung (strukturiertes elektronisches Format wie XRechnung oder ZUGFeRD) für B2B-Umsätze im Inland schrittweise zur Pflicht (§ 14 UStG). Speditionen müssen ihre Rechnungsstellung und -verarbeitung darauf umstellen. Die elektronische Archivierung von Rechnungen und Belegen muss nach § 147 AO (Aufbewahrungspflicht 10 Jahre für Buchungsbelege, 6 Jahre für sonstige Geschäftsunterlagen) sowie nach den GoBD erfolgen. Ein revisionssicheres Dokumentenmanagementsystem (DMS) gewährleistet die unveränderbare, jederzeit nachvollziehbare Archivierung.

Digitale Jahresabschluss-Services für Speditionen

Moderne Steuerberater-Plattformen wie OnlineBilanz.de bieten Speditionen eine volldigitale Abwicklung: Buchhaltungsdaten werden über Schnittstellen übertragen, der Jahresabschluss wird durch zugelassene Steuerberater erstellt, geprüft und rechtsverbindlich unterzeichnet. Die Offenlegung beim Unternehmensregister erfolgt koordiniert – alles aus einer Hand, zu transparenten Festpreisen. Gerade für mittelständische Speditionen ohne eigene Rechtsabteilung eine erhebliche Entlastung.

Künstliche Intelligenz und Automatisierung

Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in die Finanzbuchhaltung: KI-gestützte Systeme erkennen Muster in Buchungsdaten, schlagen Kontierungen vor, identifizieren Unplausibilitäten und warnen vor Fristversäumnissen. Für Speditionen bedeutet dies: Routineaufgaben (z. B. Kontierung von Tankbelegen, Mautgebühren) werden automatisiert, die Mitarbeiter können sich auf Sonderfälle und strategische Fragestellungen konzentrieren. Die Datenqualität steigt, die Fehlerquote sinkt – und der Jahresabschluss wird schneller und präziser.

Häufig gestellte Fragen

Muss eine Einzelunternehmen-Spedition einen Jahresabschluss erstellen?

Ja, wenn das Einzelunternehmen als Kaufmann im Sinne des HGB gilt (§ 1 HGB) und die Schwellenwerte nach § 241a HGB überschreitet (mehr als 800.000 Euro Umsatz oder mehr als 80.000 Euro Jahresüberschuss an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen), besteht Buchführungs- und Bilanzierungspflicht nach § 242 HGB.

Können Speditionen den Jahresabschluss selbst erstellen oder ist ein Steuerberater erforderlich?

Rechtlich dürfen Speditionen den Jahresabschluss selbst erstellen, sofern keine Prüfungspflicht besteht. In der Praxis empfiehlt sich jedoch die Beauftragung eines Steuerberaters, um fachliche Korrektheit, Vollständigkeit der Angaben und steuerliche Optimierung sicherzustellen – besonders bei komplexen Bewertungsfragen wie Fuhrpark, internationalen Geschäften und Rückstellungen.

Welche Folgen drohen bei verspäteter Offenlegung der Bilanz einer Spedition?

Bei Nichteinhaltung der Offenlegungsfrist nach § 325 HGB droht ein Ordnungsgeld nach § 335 HGB zwischen 500 und 25.000 Euro. Das Bundesamt für Justiz leitet das Verfahren ein, auch ohne vorherige Mahnung. Zudem kann die verspätete Offenlegung bei Kreditgebern und Geschäftspartnern das Vertrauen beeinträchtigen.

Was ist der Unterschied zwischen Spedition und Frachtführer in der Bilanzierung?

Spediteure handeln nach § 453 HGB im eigenen Namen für Rechnung des Versenders und organisieren Transporte (Vermittlungsleistung). Frachtführer nach § 407 HGB führen den Transport selbst durch. Bilanzierungsrechtlich bedeutet dies: Spediteure weisen oft nur die Provision als Umsatz aus, während Frachtführer die gesamten Frachterlöse sowie die Transportkosten erfassen. Die korrekte Abgrenzung ist für die GuV und die Umsatzsteuer entscheidend.

Wie wirken sich Leasingfahrzeuge auf die Bilanz einer Spedition aus?

Bei Operating-Leasing werden die Fahrzeuge nicht in der Bilanz aktiviert; die Leasingraten werden als Aufwand in der GuV erfasst. Bei Finance-Leasing muss das wirtschaftliche Eigentum geprüft werden: Liegt es beim Leasingnehmer, sind Fahrzeug und Leasingverbindlichkeit zu bilanzieren (§ 246 Abs. 1 HGB). Die Wahl der Leasingvariante beeinflusst Bilanzsumme, Eigenkapitalquote und Fremdkapitalquote erheblich.

Welche Rolle spielt die CMR-Haftung bei Rückstellungen in der Speditionsbilanz?

Die CMR-Haftung (Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr) begrenzt die Haftung des Frachtführers auf 8,33 Sonderziehungsrechte je Kilogramm. Dennoch müssen Speditionen für bekannte oder wahrscheinliche Schadensfälle Rückstellungen nach § 249 HGB bilden. Eine ausreichende Versicherungsdeckung mindert das Risiko, ersetzt aber nicht die Rückstellungspflicht bei konkreten Schadensansprüchen.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), GmbH-Gesetz (GmbHG), Einkommensteuergesetz (EStG), Unternehmensregister. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Wie melde ich mich an?

Alles online — in vier Schritten:

  • Kostenrechner ausfüllen (ca. 60 Sek.)
  • Angebot bestätigen
  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

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