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Datum

Lesedauer

12–18 Minuten

OnlineBilanzBlogBestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk 2026: Pflicht, Inhalt & Kosten

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Der Bestätigungsvermerk dokumentiert das Ergebnis der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung und ist für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften zwingend erforderlich. Er wird vom Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer nach § 322 HGB erteilt und mit dem Jahresabschluss beim Unternehmensregister offengelegt. Ohne Bestätigungsvermerk drohen empfindliche Ordnungsgelder und rechtliche Konsequenzen.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Der Bestätigungsvermerk ist das schriftliche Prüfungsurteil des Wirtschaftsprüfers über die Ordnungsmäßigkeit eines Jahresabschlusses. Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften müssen gemäß § 316 HGB ihren Jahresabschluss prüfen lassen und benötigen nach § 322 HGB einen Bestätigungsvermerk. Kleine GmbHs sind grundsätzlich von der Prüfungspflicht befreit, können aber freiwillig prüfen lassen. Die Kosten richten sich nach dem Prüfungsaufwand und beginnen bei mehreren Tausend Euro.

Was ist ein Bestätigungsvermerk und welche Funktion erfüllt er?

Der Bestätigungsvermerk ist die schriftliche Erklärung eines Wirtschaftsprüfers nach erfolgter Jahresabschlussprüfung gemäß § 322 HGB. Er dokumentiert öffentlich, ob der Jahresabschluss und gegebenenfalls der Lagebericht der gesetzlichen Vorgaben entsprechen und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln.

Der Bestätigungsvermerk dient Gesellschaftern, Gläubigern, Banken und anderen Stakeholdern als Vertrauensgrundlage. Er bestätigt, dass eine unabhängige, fachkundige Instanz die Rechnungslegung geprüft hat. Für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften ist die Jahresabschlussprüfung — und damit der Bestätigungsvermerk — nach § 316 Abs. 1 HGB verpflichtend.

Praxis-Hinweis

Der Bestätigungsvermerk ist nicht identisch mit dem Prüfungsbericht (§ 321 HGB). Der Prüfungsbericht richtet sich an die Gesellschafterversammlung und ist sehr umfangreich; der Bestätigungsvermerk hingegen ist eine kurze, standardisierte Erklärung für die Öffentlichkeit und wird dem Jahresabschluss beigefügt.

Abgrenzung: Bestätigungsvermerk vs. Prüfungsbericht

Dokument Rechtsgrundlage Adressat Umfang
Bestätigungsvermerk § 322 HGB Öffentlichkeit, Bilanzadressaten Kurz, standardisiert
Prüfungsbericht § 321 HGB Geschäftsführung, Gesellschafter Umfangreich, detailliert

Welche Unternehmen benötigen einen Bestätigungsvermerk?

Die Pflicht zur Jahresabschlussprüfung — und damit zur Einholung eines Bestätigungsvermerks — richtet sich nach der Größenklasse der Kapitalgesellschaft gemäß § 267 HGB. Seit dem Geschäftsjahr 2026 (Bilanzstichtag 31.12.2025) gelten folgende Schwellenwerte:

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Arbeitnehmer Prüfungspflicht
Kleinstgesellschaft ≤ 450.000 € ≤ 900.000 € ≤ 10 Nein
Kleine Kapitalgesellschaft ≤ 6.000.000 € ≤ 12.000.000 € ≤ 50 Nein (Ausnahmen beachten)
Mittelgroße Kapitalgesellschaft ≤ 20.000.000 € ≤ 40.000.000 € ≤ 250 Ja
Große Kapitalgesellschaft > 20.000.000 € > 40.000.000 € > 250 Ja

Eine Gesellschaft gilt als mittelgroß oder groß, wenn mindestens zwei der drei Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen überschritten werden (§ 267 Abs. 2–3 HGB). Die Prüfungspflicht tritt dann für das folgende Geschäftsjahr ein.

Achtung: Sonderfälle

Auch kleine Kapitalgesellschaften können prüfungspflichtig sein, wenn sie bestimmte Tätigkeiten ausüben (z. B. § 1 Abs. 1 PublG) oder wenn die Satzung oder Gesellschaftervereinbarungen eine Prüfung vorsehen. Zudem kann eine freiwillige Prüfung zur Verbesserung der Bonität sinnvoll sein.

„In der Praxis sehen wir immer wieder GmbHs, die knapp unter den Schwellenwerten liegen und dann überrascht sind, wenn sie im Folgejahr erstmals prüfungspflichtig werden. Wichtig ist, die Entwicklung der Kennzahlen jährlich im Blick zu haben und rechtzeitig mit dem Wirtschaftsprüfer Kontakt aufzunehmen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Welche Inhalte muss ein Bestätigungsvermerk enthalten?

Der Bestätigungsvermerk ist in § 322 HGB geregelt und folgt international anerkannten Prüfungsstandards (ISA). Er muss standardisierte Angaben enthalten, damit er nachvollziehbar und vergleichbar ist.

Pflichtbestandteile gemäß § 322 HGB

  1. Bezeichnung des Auftraggebers: Name und Sitz der geprüften Gesellschaft
  2. Verweis auf Abschluss und Lagebericht: Konkrete Angabe des geprüften Jahresabschlusses (z. B. für das Geschäftsjahr 2025)
  3. Feststellung der gesetzlichen Vertreter: Klarstellung, dass Geschäftsführung für Aufstellung verantwortlich ist
  4. Art und Umfang der Prüfung: Beschreibung des Prüfungsansatzes und der angewandten Prüfungsstandards (z. B. ISA, IDW-Prüfungsstandards)
  5. Prüfungsurteil: Uneingeschränkter, eingeschränkter oder versagter Bestätigungsvermerk
  6. Ort, Datum und Unterschrift: Handschriftliche Unterschrift des Wirtschaftsprüfers

Bei börsennotierten Unternehmen oder Unternehmen von öffentlichem Interesse gelten erweiterte Anforderungen nach § 322 Abs. 2 HGB, etwa zur Beschreibung wesentlicher Prüfungsschwerpunkte.

Arten des Bestätigungsvermerks

  • Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk: Der Abschluss entspricht vollständig den gesetzlichen Vorgaben.
  • Eingeschränkter Bestätigungsvermerk: Es wurden Einschränkungen oder Abweichungen festgestellt, die das Gesamtbild jedoch nicht wesentlich verzerren.
  • Versagung des Bestätigungsvermerks: Wesentliche Mängel oder fehlende Nachweise verhindern ein Prüfungsurteil oder der Abschluss ist nicht ordnungsgemäß.

Wichtig für die Offenlegung

Der Bestätigungsvermerk ist integraler Bestandteil des offenzulegenden Jahresabschlusses bei mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften. Er muss zusammen mit dem Jahresabschluss beim Unternehmensregister eingereicht werden (§ 325 HGB).

Wie läuft die Jahresabschlussprüfung bis zum Bestätigungsvermerk ab?

Der Weg vom fertigen Jahresabschluss bis zum Bestätigungsvermک durchläuft mehrere klar definierte Schritte. Eine strukturierte Vorbereitung und enge Abstimmung mit dem Wirtschaftsprüfer sind entscheidend für einen reibungslosen Ablauf.

Die wichtigsten Phasen im Überblick

  • Aufstellung des Jahresabschlusses durch die Geschäftsführung (§ 264 Abs. 1 HGB)
  • Beauftragung des Wirtschaftsprüfers durch die Gesellschafterversammlung (§ 318 Abs. 1 HGB)
  • Vorlage der Unterlagen: Jahresabschluss, Lagebericht, Buchführung, Inventur, Verträge, Nachweise
  • Durchführung der Prüfungshandlungen: Analytische Prüfung, Einzelfallprüfungen, Befragungen, Bestandsaufnahmen
  • Erstellung des umfangreichen Prüfungsberichts (§ 321 HGB) an die Geschäftsführung
  • Erteilung des Bestätigungsvermerks (§ 322 HGB) nach positivem Prüfungsurteil
  • Feststellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschafterversammlung (§ 42a GmbHG)
  • Offenlegung beim Unternehmensregister innerhalb von 12 Monaten (§ 325 HGB)

Die Prüfung muss so rechtzeitig beginnen, dass der Jahresabschluss innerhalb der gesetzlichen Fristen festgestellt werden kann: 11 Monate bei kleinen GmbHs, 8 Monate bei mittelgroßen und großen GmbHs (§ 42a Abs. 2 GmbHG). Die Offenlegungsfrist läuft parallel und endet spätestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag.

„Die Prüfung des Jahresabschlusses erfordert eine sorgfältige Dokumentation aller wesentlichen Geschäftsvorfälle. Je besser die Buchhaltung und die Belege strukturiert sind, desto effizienter verläuft die Prüfung. Für Unternehmen, die ihren Jahresabschluss digital durch zugelassene Steuerberater erstellen lassen, ist die Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer meist deutlich schneller organisiert.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Was ist der Unterschied zwischen Jahresabschlusserstellung und -prüfung?

Viele Geschäftsführer verwechseln die Erstellung des Jahresabschlusses mit der Prüfung. Beides sind jedoch rechtlich und fachlich getrennte Vorgänge mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und Anforderungen.

Erstellung des Jahresabschlusses

  • Verantwortung: Geschäftsführung
  • Durchführung: Intern oder durch Steuerberater
  • Rechtsgrundlage: § 264 HGB, § 42 GmbHG

Prüfung des Jahresabschlusses

  • Verantwortung: Wirtschaftsprüfer
  • Durchführung: Nur durch WP/WP-Gesellschaft
  • Rechtsgrundlage: §§ 316 ff. HGB

Der Steuerberater darf den Jahresabschluss erstellen, aber nicht prüfen. Der Wirtschaftsprüfer darf prüfen, sollte aber aus Unabhängigkeitsgründen (§ 319 Abs. 2 HGB) nicht gleichzeitig die Buchhaltung führen oder den Abschluss erstellen — es sei denn, es handelt sich um eine kleine Gesellschaft ohne Prüfungspflicht.

OnlineBilanz-Hinweis

Auf OnlineBilanz.de erhalten GmbH-Geschäftsführer ihren Jahresabschluss von zugelassenen Steuerberatern — digital, transparent, zum Festpreis. Die anschließende freiwillige oder gesetzliche Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer kann dann nahtlos organisiert werden.

Was kostet ein Bestätigungsvermerk und wovon hängen die Gebühren ab?

Die Kosten für die Jahresabschlussprüfung und den Bestätigungsvermerk richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) bzw. bei Wirtschaftsprüfern nach den berufsrechtlichen Empfehlungen. In der Praxis werden die Honorare jedoch meist frei vereinbart und orientieren sich an Aufwand, Komplexität und Unternehmensgröße.

Einflussfaktoren auf die Prüfungskosten

  • Bilanzsumme und Umsatz: Größere Unternehmen erfordern umfangreichere Prüfungshandlungen.
  • Komplexität der Geschäftsvorfälle: Viele Geschäftsfelder, internationale Verflechtungen oder komplexe Vertragsstrukturen erhöhen den Aufwand.
  • Qualität der Buchhaltung: Gut vorbereitete, digitale Unterlagen reduzieren Prüfungszeit und Kosten.
  • Erstmalige Prüfung: Im ersten Jahr ist der Aufwand höher, da der Prüfer sich einarbeiten muss.
  • Zusatzleistungen: Prüfung des Lageberichts, steuerliche Nebenleistungen, Beratung zur Optimierung.

5.000–15.000 €

Typisches Honorar mittelgroße GmbH

15.000–50.000 €

Große oder komplexe Gesellschaften

2–6 Wochen

Durchschnittliche Prüfungsdauer

Die Honorarvereinbarung sollte schriftlich erfolgen, idealerweise vor Beginn der Prüfung. Viele Wirtschaftsprüfer bieten Pauschalhonorare an, die Planungssicherheit schaffen. Zusätzliche Kosten können entstehen, wenn Nachfragen, fehlende Belege oder Korrekturen notwendig werden.

Tipp zur Kostenkontrolle

Eine gut strukturierte, digitale Buchhaltung und ein durch einen Steuerberater erstellter Jahresabschluss reduzieren die Prüfungszeit erheblich. Wer den Jahresabschluss bereits fachlich fundiert erstellen lässt, minimiert Rückfragen und Korrekturbedarf.

Welche Folgen drohen bei fehlendem Bestätigungsvermerk?

Wenn eine prüfungspflichtige Kapitalgesellschaft keinen Bestätigungsvermerk einholt oder diesen nicht offenlegt, drohen erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Konsequenzen. Die Einhaltung der Prüfungs- und Offenlegungspflichten ist keine Formsache, sondern gesetzlich zwingend vorgeschrieben.

Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB

Das Bundesamt für Justiz (BfJ) überwacht die Offenlegung und leitet bei Verstoß ein Ordnungsgeldverfahren ein. Wird der Jahresabschluss ohne Bestätigungsvermerk oder verspätet eingereicht, droht ein Ordnungsgeld zwischen 500 Euro und 25.000 Euro — sowohl gegen die Gesellschaft als auch gegen die Geschäftsführer persönlich.

Haftungsrisiko Geschäftsführer

Geschäftsführer haften persönlich, wenn sie ihre Sorgfaltspflichten verletzen. Das Ordnungsgeld kann auch mehrfach festgesetzt werden, bis die Offenlegung vollständig erfolgt. Zusätzlich drohen Schadensersatzansprüche von Gesellschaftern oder Gläubigern.

Weitere Rechtsfolgen

  • Banken: Kreditverträge enthalten oft Klauseln, die einen testierten Jahresabschluss verlangen. Fehlt der Bestätigungsvermerk, kann die Bank Kredite kündigen oder Sicherheiten einfordern.
  • Gesellschafter: Fehlende Transparenz kann zu Misstrauen und Streitigkeiten führen, insbesondere bei Minderheitsgesellschaftern.
  • Lieferanten und Geschäftspartner: Ohne testierte Zahlen sinkt die Bonität und Verhandlungsposition.
  • Imageschaden: Öffentliche Ordnungsgeldverfahren können das Unternehmensimage nachhaltig beschädigen.

„Wir erleben regelmäßig, dass mittelgroße GmbHs die Prüfungspflicht unterschätzen oder zu spät reagieren. Die Kombination aus Feststellungsfrist (8 Monate) und Offenlegungsfrist (12 Monate) lässt wenig Spielraum. Wer frühzeitig plant und den Jahresabschluss rechtzeitig erstellen lässt, vermeidet Stress und Sanktionen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Wie erfolgt die Offenlegung des Bestätigungsvermerks beim Unternehmensregister?

Seit Inkrafttreten des DiRUG am 1. August 2022 erfolgt die Offenlegung von Jahresabschlüssen ausschließlich über das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de). Der Bundesanzeiger ist seitdem nicht mehr die zuständige Stelle für Einreichungen — er dient lediglich als Bekanntmachungsorgan.

Einzureichende Unterlagen bei prüfungspflichtigen GmbHs

  • Bilanz (ggf. in offenlegungsfähiger Form nach § 326 HGB)
  • Gewinn- und Verlustrechnung (ggf. verkürzt nach § 327 HGB)
  • Anhang (bei mittelgroßen und großen Gesellschaften vollständig)
  • Lagebericht (nur bei mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften, § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB)
  • Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers (§ 325 Abs. 1 HGB)
  • Ergebnisverwendungsbeschluss (falls nicht im Anhang enthalten)
  • Ggf. Konzernabschluss und Konzernlagebericht

Die Offenlegung muss spätestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag erfolgen (§ 325 Abs. 1 HGB). Für das Geschäftsjahr 2025 (Bilanzstichtag 31.12.2025) läuft die Frist also bis zum 31.12.2026. Die Einreichung erfolgt elektronisch über das Portal des Unternehmensregisters oder über einen Dienstleister.

Praxis-Tipp: Elektronische Einreichung

Die Unterlagen können im PDF-Format oder als XBRL-Datensatz eingereicht werden. XBRL ist bei Kapitalmarkt-orientierten Unternehmen verpflichtend, für GmbHs in der Regel freiwillig. Viele Steuerberater und Wirtschaftsprüfer bieten die Einreichung als Service an.

Ablauf der Offenlegung

  1. Registrierung im Unternehmensregister (einmalig, falls noch nicht erfolgt)
  2. Upload der Dokumente (Jahresabschluss inkl. Bestätigungsvermerk)
  3. Prüfung der Vollständigkeit durch das Unternehmensregister
  4. Veröffentlichung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger
  5. Überwachung durch das Bundesamt für Justiz

Nach erfolgreicher Einreichung erhält die Gesellschaft eine Bestätigung. Die Unterlagen sind dann öffentlich einsehbar. Wer die Offenlegung versäumt, wird vom Bundesamt für Justiz automatisch erfasst und zur Nachreichung aufgefordert — bei Nichtbeachtung folgt das Ordnungsgeldverfahren.

Wann lohnt sich ein freiwilliger Bestätigungsvermerk für kleine GmbHs?

Kleine Kapitalgesellschaften sind grundsätzlich nicht prüfungspflichtig (§ 316 Abs. 1 HGB). Dennoch kann eine freiwillige Prüfung und ein Bestätigungsvermerk aus wirtschaftlichen oder strategischen Gründen sinnvoll sein.

Gründe für eine freiwillige Prüfung

Finanzierung & Bonität

Banken und Investoren verlangen häufig einen testierten Jahresabschluss, auch wenn keine gesetzliche Prüfungspflicht besteht. Ein Bestätigungsvermerk erhöht die Kreditwürdigkeit und erleichtert die Verhandlung besserer Konditionen.

Gesellschaftervertrauen

Bei mehreren Gesellschaftern oder familienfremden Investoren schafft eine unabhängige Prüfung Transparenz und vermeidet Konflikte. Der Bestätigungsvermerk dokumentiert, dass die Zahlen von neutraler Stelle geprüft wurden.

M&A und Due Diligence

Im Vorfeld von Unternehmensverkäufen, Beteiligungen oder Nachfolgeregelungen ist ein testierter Jahresabschluss oft unverzichtbar. Er reduziert Risiken für Käufer und erhöht den Unternehmenswert.

Auch im internationalen Geschäft oder bei Kooperationen mit großen Konzernen wird häufig ein Bestätigungsvermerk erwartet, unabhängig von der Unternehmensgröße. Die freiwillige Prüfung signalisiert Professionalität und Verlässlichkeit.

„Eine freiwillige Jahresabschlussprüfung ist eine Investition in Vertrauen und Transparenz. Aus steuerlicher und bilanzieller Sicht empfehlen wir, den Jahresabschluss zunächst fachlich fundiert durch einen Steuerberater erstellen zu lassen — das erleichtert die anschließende Prüfung und spart Kosten.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

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Häufig gestellte Fragen

Kann ein Steuerberater einen Bestätigungsvermerk ausstellen?

Nein, ein Bestätigungsvermerk darf nur von Wirtschaftsprüfern oder vereidigten Buchprüfern nach § 319 HGB erteilt werden. Steuerberater dürfen zwar den Jahresabschluss erstellen und bei kleineren Unternehmen auch prüfungsnahe Tätigkeiten ausführen, sind aber nicht zur gesetzlichen Abschlussprüfung berechtigt. Die Prüfung erfordert eine spezielle Qualifikation und Zulassung nach dem Wirtschaftsprüferordnung.

Wie lange ist ein Bestätigungsvermerk gültig?

Ein Bestätigungsvermerk gilt für den geprüften Jahresabschluss des jeweiligen Geschäftsjahres. Er verliert nicht seine Gültigkeit, dokumentiert aber eine Prüfung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Für jedes neue Geschäftsjahr, das der Prüfungspflicht unterliegt, muss ein neuer Bestätigungsvermerk eingeholt werden. Nachträgliche Änderungen am Jahresabschluss können den Bestätigungsvermerk ungültig machen.

Was passiert, wenn der Wirtschaftsprüfer die Bestätigung versagt?

Wenn der Wirtschaftsprüfer die Bestätigung versagt, bedeutet dies, dass der Jahresabschluss nicht ordnungsgemäß ist oder wesentliche Einschränkungen enthält. Die Gesellschaft muss dann den Jahresabschluss überarbeiten und erneut prüfen lassen. Eine Offenlegung ohne oder mit versagtem Bestätigungsvermerk kann zu Ordnungsgeldern führen und signalisiert Banken, Investoren und Geschäftspartnern erhebliche Probleme in der Rechnungslegung.

Muss der Bestätigungsvermerk vor der Gesellschafterversammlung vorliegen?

Ja, bei prüfungspflichtigen Gesellschaften sollte der Bestätigungsvermerk idealerweise vor der Feststellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschafterversammlung vorliegen. Nach § 42a Abs. 2 GmbHG muss bei mittelgroßen und großen GmbHs der Jahresabschluss innerhalb von 8 Monaten nach Geschäftsjahresende festgestellt werden. Die rechtzeitige Beauftragung des Wirtschaftsprüfers ist daher essentiell, um Fristverstöße zu vermeiden.

Kann ein Unternehmen den Wirtschaftsprüfer für den Bestätigungsvermerk frei wählen?

Grundsätzlich ja, allerdings gibt es Ausschlussgründe nach § 319 HGB. Der Wirtschaftsprüfer darf nicht befangen sein, also beispielsweise nicht gleichzeitig Gesellschafter, Geschäftsführer oder Angestellter des zu prüfenden Unternehmens sein. Bei Publikumsgesellschaften und kapitalmarktorientierten Unternehmen gelten zusätzliche Unabhängigkeitsanforderungen. Die Gesellschafterversammlung wählt den Abschlussprüfer, bei börsennotierten Unternehmen auf Vorschlag des Aufsichtsrats.

Wird der Bestätigungsvermerk auch für den Lagebericht erteilt?

Ja, bei prüfungspflichtigen Unternehmen erstreckt sich die Prüfungspflicht nach § 316 Abs. 1 HGB auch auf den Lagebericht. Der Bestätigungsvermerk gemäß § 322 HGB umfasst daher sowohl die Beurteilung des Jahresabschlusses als auch des Lageberichts. Der Wirtschaftsprüfer prüft insbesondere, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und die tatsächlichen Verhältnisse zutreffend darstellt.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 322 HGB – Bestätigungsvermerk, § 316 HGB – Pflicht zur Prüfung, § 319 HGB – Auswahl der Abschlussprüfer, § 267 HGB – Größenklassen. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

Weiterführend: Bestätigungsvermerk Bilanz 2026: Pflicht & Inhalt

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Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

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Wie lange dauert der Jahresabschluss?

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Wer prüft den Abschluss fachlich?

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Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
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Ben
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