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Datum

Lesedauer

13–19 Minuten


OnlineBilanzBlogImmobilien-Buchhaltung

Buchhaltung für Immobilien 2026: Pflichten & Steuerregeln

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Die Buchhaltung für Immobilien stellt besondere Anforderungen an Vermieter, Immobilienverwalter und gewerbliche Objekthalter. Von der korrekten Erfassung der Mieteinnahmen über Abschreibungsregeln bis zur Umsatzsteuer gelten strenge handels- und steuerrechtliche Vorgaben. Wer buchführungspflichtig ist, muss zudem die Grundlagen der Buchhaltung und Bilanzierung kennen, um die jährlichen Abschlussarbeiten korrekt durchzuführen. Dieser Artikel zeigt, welche Buchführungspflichten für Immobilienbesitzer gelten und wie Sie steuerliche Risiken vermeiden.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Mandanten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern – damit der Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

Hinweis: Alle steuerlichen und rechtlichen Beratungsleistungen erbringt der angeschlossene Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer.

Kurzantwort

Immobilienbesitzer und -verwalter müssen je nach Rechtsform und Größe entweder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder eine doppelte Buchführung führen. Die Buchhaltung umfasst Mieteinnahmen, Betriebskosten, Abschreibungen nach § 7 EStG sowie die umsatzsteuerliche Behandlung nach § 4 Nr. 12 UStG. Kapitalgesellschaften sind darüber hinaus verpflichtet, einen Jahresabschluss aus der Buchhaltung zu erstellen und beim Unternehmensregister offenzulegen.

Grundlagen der Immobilienbuchhaltung

Die Buchhaltung für Immobilien erfasst sämtliche finanziellen Vorgänge, die im Zusammenhang mit Erwerb, Besitz, Vermietung, Verwaltung und Veräußerung von Immobilien entstehen. Dabei ist zunächst zu unterscheiden, ob die Immobilien im Privatvermögen oder im Betriebsvermögen gehalten werden, da sich hieraus unterschiedliche steuerliche und buchhalterische Konsequenzen ergeben.

Im gewerblichen Bereich – insbesondere bei Immobilienverwaltungsgesellschaften, gewerblichen Vermietern und Kapitalgesellschaften – gelten strenge Anforderungen an die Buchführung. Die korrekte Erfassung aller Geschäftsvorfälle ist nicht nur steuerlich geboten, sondern auch Grundlage für eine transparente Unternehmenssteuerung.

Hinweis

Für Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) gelten unabhängig von der Immobilientätigkeit die Vorschriften des § 238 HGB zur Buchführungspflicht sowie die Pflicht zur Erstellung eines Jahresabschlusses nach § 242 HGB.

Was umfasst die Immobilienbuchhaltung konkret?

  • Erfassung aller Miet- und Pachteinnahmen sowie Nebenkostenvorauszahlungen
  • Buchung laufender Betriebskosten (Energie, Wasser, Hausverwaltung, Versicherungen)
  • Erfassung von Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen
  • Berechnung und Verbuchung von Gebäudeabschreibungen nach § 7 EStG
  • Umsatzsteuerliche Behandlung der Vermietungsleistungen nach § 4 Nr. 12 UStG
  • Erstellung von Betriebskostenabrechnungen für Mieter
  • Verwaltung von Instandhaltungsrücklagen bei WEG-Verwaltung

Eine strukturierte und rechtssichere Immobilienbuchhaltung bildet die Grundlage für eine korrekte Steuererklärung, vermeidet Nachzahlungen und Sanktionen und schafft Transparenz gegenüber Finanzamt und Gesellschaftern.

Buchführungspflicht nach Rechtsform

Die Frage, ob für Ihre Immobilientätigkeit eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausreicht oder ob Sie zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, hängt von mehreren Faktoren ab: Rechtsform, Umsatz, Gewinn und Art der Tätigkeit.

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

Die EÜR ist die einfachste Form der Gewinnermittlung und stellt Einnahmen und Ausgaben einander gegenüber. Der Überschuss ergibt den steuerlichen Gewinn. Die EÜR ist zulässig für:

  • Private Vermieter, die Immobilien im Privatvermögen halten und keine gewerbliche Tätigkeit ausüben
  • Einzelunternehmer und Freiberufler ohne Handelsregistereintrag
  • Kleingewerbetreibende, deren Umsatz 800.000 Euro und deren Gewinn 80.000 Euro nicht übersteigt (§ 141 AO)

Bei privater Vermietung werden die Einkünfte als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach § 21 EStG in der Anlage V der Einkommensteuererklärung erfasst. Eine Buchführungspflicht besteht hier grundsätzlich nicht.

Doppelte Buchführung und Bilanzierungspflicht

Zur doppelten Buchführung sind verpflichtet nach § 238 HGB:

  • Alle Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) unabhängig von Umsatz und Gewinn
  • Eingetragene Kaufleute (e.K.), die im Handelsregister eingetragen sind
  • Personengesellschaften (OHG, KG), wenn sie gewerblich tätig sind
  • Gewerbetreibende, die die Schwellenwerte nach § 141 AO überschreiten

Achtung

Eine GmbH oder UG, die Immobilien hält oder verwaltet, ist immer buchführungs- und bilanzierungspflichtig – unabhängig von Umsatz und Anzahl der Objekte. Verstöße gegen die Buchführungspflicht können zu Ordnungsgeldern bis 25.000 Euro nach § 335 HGB führen.

Rechtsform Buchführungsart Rechtsgrundlage
Privatvermieter Einnahmen-Überschuss-Rechnung § 21 EStG
Einzelunternehmer (unter Schwellenwerten) Einnahmen-Überschuss-Rechnung § 4 Abs. 3 EStG
e.K., OHG, KG Doppelte Buchführung § 238 HGB
GmbH, UG, AG Doppelte Buchführung § 238 HGB

Wichtige Buchungsposten im Überblick

In der laufenden Buchhaltung für Immobilien fallen regelmäßig wiederkehrende Buchungsposten an, die korrekt erfasst und den richtigen Konten zugeordnet werden müssen. Die Systematik orientiert sich dabei am Kontenrahmen SKR 03 oder SKR 04.

Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung

  • Kaltmiete (Nettomiete): Haupterlös der Vermietungstätigkeit, bei Kleinunternehmern oder Option zur Umsatzsteuerpflicht ggf. zzgl. Umsatzsteuer
  • Nebenkostenvorauszahlungen: Durchlaufende Posten, die später mit tatsächlichen Kosten abgerechnet werden
  • Umlagen und Zuschläge: z. B. für Heizung, Wasser, Müllabfuhr
  • Sonstige Vermietungseinnahmen: z. B. Stellplatzmieten, Werbeflächen, Antennenmieten

Die Verbuchung erfolgt nach dem Zufluss-Abfluss-Prinzip bei der EÜR oder nach dem Realisationsprinzip bei bilanzierenden Unternehmen (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB).

Ausgaben und Betriebskosten

Nicht umlagefähige Kosten

  • Instandhaltung und Instandsetzung
  • Verwaltungskosten (teilweise)
  • Darlehenszinsen
  • AfA (Abschreibungen)
  • Grundsteuer (umlagefähig, aber oft separat behandelt)

Umlagefähige Betriebskosten

  • Heizkosten, Warmwasser
  • Kaltwasser, Abwasser
  • Müllabfuhr, Straßenreinigung
  • Hausmeister, Gartenpflege
  • Versicherungen, Beleuchtung

Die klare Trennung zwischen umlagefähigen und nicht umlagefähigen Kosten ist entscheidend für die korrekte Betriebskostenabrechnung nach § 556 BGB und vermeidet Streitigkeiten mit Mietern.

  • Alle Einnahmen und Ausgaben zeitnah und beleggenau erfassen
  • Umlagefähige und nicht umlagefähige Kosten getrennt buchen
  • Nebenkostenvorauszahlungen als durchlaufende Posten behandeln
  • Jahresabrechnung für Mieter bis spätestens 12 Monate nach Abrechnungsperiode erstellen
  • Belege 10 Jahre aufbewahren (§ 147 AO)

Abschreibungen und AfA

Die Absetzung für Abnutzung (AfA) gehört zu den wichtigsten steuerlichen Gestaltungsinstrumenten in der Immobilienbuchhaltung. Sie ermöglicht die Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Gebäudes über die Nutzungsdauer und mindert dadurch den steuerpflichtigen Gewinn.

Die gesetzlichen Grundlagen finden sich in § 7 Abs. 4 und 5 EStG. Dabei ist zwischen Wohngebäuden und Geschäftsgebäuden zu unterscheiden:

Gebäudeart AfA-Satz Nutzungsdauer Rechtsgrundlage
Wohngebäude (Fertigstellung ab 2023) 3 % linear 33,3 Jahre § 7 Abs. 4 Nr. 2a EStG
Wohngebäude (Fertigstellung bis 2022) 2 % linear 50 Jahre § 7 Abs. 4 Nr. 2 EStG
Geschäftsgebäude 3 % linear 33,3 Jahre § 7 Abs. 4 Nr. 1 EStG
Denkmalgeschützte Gebäude Sonder-AfA möglich variabel § 7i EStG, § 10f EStG

Was gehört zur AfA-Bemessungsgrundlage?

Wichtig ist die korrekte Ermittlung der Bemessungsgrundlage. Nur das Gebäude wird abgeschrieben, nicht der Grund und Boden. Die Aufteilung erfolgt entweder nach Verkehrswert, Sachwertverfahren oder durch Schätzung im Verhältnis der Anschaffungskosten.

  • Anschaffungskosten des Gebäudes (ohne Grundstücksanteil)
  • Anschaffungsnebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer anteilig auf Gebäude, Makler)
  • Herstellungskosten bei Neubauten oder wesentlichen Erweiterungen
  • Nachträgliche Herstellungskosten bei Modernisierung (wenn Nutzungsdauer verlängert oder Standard erheblich verbessert wird)

Achtung

Erhaltungsaufwand vs. Herstellungskosten: Instandhaltungsmaßnahmen sind sofort als Betriebsausgaben abzugsfähig. Modernisierungsmaßnahmen, die den Standard des Gebäudes wesentlich erhöhen, müssen aktiviert und über die Restnutzungsdauer abgeschrieben werden. Die Abgrenzung ist oft komplex und sollte im Zweifel durch einen Steuerberater geprüft werden.

„Die korrekte Abgrenzung zwischen sofort abzugsfähigem Erhaltungsaufwand und zu aktivierenden Herstellungskosten ist in der Praxis eine der häufigsten Fehlerquellen. Eine sorgfältige Dokumentation aller Baumaßnahmen ist daher unerlässlich, um im Fall einer Betriebsprüfung die gewählte Behandlung nachweisen zu können.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Umsatzsteuerliche Besonderheiten

Die umsatzsteuerliche Behandlung von Immobilienvermietung und -verwaltung gehört zu den komplexesten Bereichen der Immobilienbuchhaltung. Die Grundregel lautet: Die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken ist nach § 4 Nr. 12 UStG umsatzsteuerfrei.

Diese Steuerbefreiung gilt sowohl für die Vermietung von Wohnraum als auch für gewerblich genutzte Flächen. Allerdings kann in bestimmten Fällen auf die Steuerbefreiung verzichtet werden, was erhebliche Auswirkungen auf Vorsteuerabzug und Liquidität hat.

Option zur Umsatzsteuerpflicht nach § 9 UStG

Bei Vermietung an andere Unternehmer für deren Unternehmen kann der Vermieter nach § 9 UStG zur Umsatzsteuerpflicht optieren. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn hohe Vorsteuern aus Investitionen, Modernisierungen oder laufenden Betriebskosten anfallen.

Hinweis

Die Option zur Umsatzsteuerpflicht ist bindend für mindestens fünf Jahre und muss spätestens mit Sollstellung der Miete ausgeübt werden. Ein nachträglicher Wechsel ist nicht möglich. Die Entscheidung sollte daher sorgfältig kalkuliert werden.

Vorsteuerabzug bei Immobilien

Der Vorsteuerabzug aus Anschaffungs-, Herstellungs- und Bewirtschaftungskosten ist nur möglich, wenn die Vermietung umsatzsteuerpflichtig erfolgt (entweder durch Option oder weil die Vermietung nicht unter § 4 Nr. 12 UStG fällt).

  • Bei steuerfreier Vermietung: Kein Vorsteuerabzug aus Investitions- und Betriebskosten
  • Bei optierter Vermietung: Voller Vorsteuerabzug möglich, aber Umsatzsteuer auf Miete
  • Bei gemischter Nutzung: Aufteilung nach tatsächlicher Verwendung erforderlich
  • Bei Kleinunternehmern nach § 19 UStG: Keine Umsatzsteuer, aber auch kein Vorsteuerabzug

Steuerfreie Vermietung

Keine Umsatzsteuer auf Miete, kein Vorsteuerabzug, einfache Abrechnung

Option zur Steuerpflicht

19 % USt auf Miete, voller Vorsteuerabzug, Bindung 5 Jahre

Kleinunternehmer

Keine USt-Pflicht bei Umsatz unter 22.000 €, kein Vorsteuerabzug

Achtung

Bei Verkauf einer Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach Anschaffung kann die Umsatzsteuer aus dem ursprünglichen Vorsteuerabzug anteilig zurückgefordert werden (Vorsteuerberichtigung nach § 15a UStG). Dies ist besonders bei größeren Investitionen liquiditätswirksam.

Jahresabschluss und Offenlegung

Kapitalgesellschaften, die Immobilien halten oder verwalten (z. B. Immobilien-GmbH, Objektgesellschaften), sind zur Erstellung eines Jahresabschlusses nach § 242 HGB verpflichtet. Dieser besteht mindestens aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), bei mittelgroßen und großen Gesellschaften zusätzlich aus einem Anhang.

Die Größenklasse bestimmt sich nach § 267 HGB anhand von Bilanzsumme, Umsatzerlösen und Mitarbeiterzahl. Für Immobiliengesellschaften relevant sind insbesondere die Schwellenwerte für Bilanzsumme und Umsatz.

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Mitarbeiter
Klein ≤ 7,5 Mio. € ≤ 15 Mio. € ≤ 50
Mittelgroß ≤ 25 Mio. € ≤ 50 Mio. € ≤ 250
Groß > 25 Mio. € > 50 Mio. € > 250

Zwei der drei Kriterien müssen an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen über- oder unterschritten werden, damit ein Größenwechsel eintritt (§ 267 Abs. 4 HGB).

Fristen für Feststellung und Offenlegung 2026

Für Geschäftsjahre, die mit dem Ende am 31.12.2025 abschließen, gelten für das Jahr 2026 folgende Fristen:

  • Feststellung des Jahresabschlusses (§ 42a GmbHG): 11 Monate (kleine GmbH) bzw. 8 Monate (mittelgroße/große GmbH) nach Bilanzstichtag
  • Offenlegung nach § 325 HGB: Spätestens 12 Monate nach Bilanzstichtag beim Unternehmensregister
  • Für Bilanzstichtag 31.12.2025: Offenlegungsfrist endet am 31.12.2026

Achtung

Seit dem DiRUG (01.08.2022) erfolgt die Offenlegung ausschließlich beim Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de). Der Bundesanzeiger ist nicht mehr zuständig. Bei Versäumnis droht ein Ordnungsgeld zwischen 500 und 25.000 Euro nach § 335 HGB.

12 Monate

Offenlegungsfrist nach § 325 HGB

11 Monate

Feststellungsfrist (kleine GmbH)

bis 25.000 €

Ordnungsgeld bei Versäumnis

„Gerade bei Immobiliengesellschaften mit mehreren Objekten wird die Komplexität des Jahresabschlusses häufig unterschätzt. Die korrekte Bewertung der Immobilien, die Bildung von Rückstellungen für Instandhaltung und die Abgrenzung von Erträgen und Aufwendungen erfordern fundierte Kenntnisse. Eine rechtzeitige Vorbereitung ab dem dritten Quartal verhindert Zeitdruck und Fehler.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Digitale Prozesse und Tools

Die Digitalisierung hat auch die Immobilienbuchhaltung grundlegend verändert. Moderne Softwarelösungen ermöglichen die automatisierte Erfassung von Belegen, die digitale Verwaltung von Mietverhältnissen und die nahtlose Integration von Buchhaltung, Objektverwaltung und Steuererklärung.

Besonders für Immobiliengesellschaften mit mehreren Objekten oder gewerbliche Vermieter bietet die Digitalisierung erhebliche Effizienzvorteile und reduziert das Fehlerrisiko.

Vorteile digitaler Immobilienbuchhaltung

  • Automatisierte Belegerfassung: OCR-Erkennung liest Rechnungen aus und ordnet sie automatisch zu
  • Digitale Mieterakte: Alle Dokumente zentral und revisionssicher gespeichert
  • Automatische Betriebskostenabrechnung: Umlagen werden automatisch berechnet und verteilt
  • DATEV-Integration: Nahtloser Export für Steuerberater und Finanzbuchhaltung
  • GoBD-konforme Archivierung: Alle Belege revisionssicher für 10 Jahre gespeichert
  • Echtzeit-Reporting: Aktuelle Übersicht über Liquidität, Forderungen und Verbindlichkeiten

Hinweis

Bei der Auswahl einer Software für die Immobilienbuchhaltung sollten Sie auf GoBD-Zertifizierung, Schnittstellen zu DATEV und Bankanbindung sowie spezifische Funktionen für Immobilienverwaltung (Nebenkostenabrechnung, Objektverwaltung) achten. Weitere Details zu den spezifischen Anforderungen und empfohlenen Lösungen finden Sie in unserem Artikel zur Buchhaltung für Immobilienverwaltung.

Rechtliche Anforderungen an digitale Buchhaltung

Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form (GoBD) regeln, welche Anforderungen digitale Buchführungssysteme erfüllen müssen:

  • Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit aller Buchungen
  • Vollständigkeit der erfassten Geschäftsvorfälle
  • Richtigkeit der Erfassung (keine nachträgliche Änderung ohne Protokoll)
  • Zeitgerechte Buchung (zeitnahe Erfassung)
  • Ordnung gemäß nachvollziehbarem System
  • Unveränderbarkeit der Ursprungsbelege

Werden diese Grundsätze nicht eingehalten, kann die Finanzverwaltung die Buchführung verwerfen und den Gewinn schätzen – mit oft erheblichen steuerlichen Nachteilen.

Häufige Fehler vermeiden

In der Praxis der Immobilienbuchhaltung treten immer wieder typische Fehler auf, die zu steuerlichen Nachteilen, Ärger mit Mietern oder Problemen bei Betriebsprüfungen führen. Die folgenden Punkte sollten Sie daher besonders beachten:

Fehlerhafte Abgrenzung Erhaltungsaufwand vs. Herstellungskosten

Einer der häufigsten Fehler ist die falsche Zuordnung von Baumaßnahmen. Während Erhaltungsaufwand sofort steuerlich abzugsfähig ist, müssen Herstellungskosten aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Entscheidend ist, ob die Maßnahme den Standard des Gebäudes wesentlich erhöht oder lediglich den bestehenden Zustand erhält.

Als Faustregel gilt: Modernisierungsmaßnahmen innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung, die mehr als 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes betragen, gelten als anschaffungsnahe Herstellungskosten und müssen aktiviert werden (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG).

Unvollständige Betriebskostenabrechnung

Die Betriebskostenabrechnung nach § 556 BGB muss klar, verständlich und nachvollziehbar sein. Häufige Fehler sind:

  • Versäumnis der 12-Monats-Frist nach Ende des Abrechnungszeitraums
  • Fehlende oder unklare Angabe des Umlageschlüssels
  • Umlage von nicht umlagefähigen Kosten (z. B. Verwaltungskosten, Instandhaltung)
  • Fehlende Nachweise und Belege bei Einsicht durch Mieter
  • Doppelte Abrechnung von Kosten, die bereits in der Vorauszahlung enthalten waren

Achtung

Wird die 12-Monats-Frist für die Betriebskostenabrechnung versäumt, verfällt der Anspruch auf Nachzahlung gegenüber dem Mieter. Sie können dann nur noch Vorauszahlungen verlangen, die bereits vereinbart waren.

Umsatzsteuerliche Fehler

  • Unwiderrufliche Option zur Umsatzsteuerpflicht ohne ausreichende Kalkulation des Vorteils
  • Fehlende Dokumentation der Option (muss spätestens bei Sollstellung erfolgen)
  • Vergessen der Vorsteuerberichtigung nach § 15a UStG bei Verkauf innerhalb von 10 Jahren
  • Falsche Behandlung von gemischt genutzten Objekten (Wohnung + Gewerbe)

Unzureichende Belegaufbewahrung

Die Aufbewahrungsfrist für steuerlich relevante Belege beträgt nach § 147 AO zehn Jahre. Dies gilt für Rechnungen, Verträge, Kontoauszüge, Betriebskostenabrechnungen und alle sonstigen Buchungsbelege. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung erfolgt ist.

Hinweis

Nutzen Sie für die Belegaufbewahrung ein revisionssicheres digitales Archivsystem, das GoBD-konform ist. So vermeiden Sie Platzmangel, haben jederzeit Zugriff und sind für Betriebsprüfungen optimal vorbereitet.

  • Baumaßnahmen detailliert dokumentieren und steuerliche Einordnung prüfen
  • Betriebskostenabrechnungen fristgerecht (innerhalb 12 Monate) erstellen
  • Umsatzsteuerliche Option zur Steuerpflicht nur nach sorgfältiger Kalkulation wählen
  • Alle Belege GoBD-konform und für 10 Jahre aufbewahren
  • Regelungen zur Vorsteuerberichtigung bei Verkauf beachten

Häufig gestellte Fragen

Wann muss ich als Immobilienbesitzer eine doppelte Buchführung führen?

Eine doppelte Buchführung ist verpflichtend für alle Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) nach § 238 HGB – unabhängig von Umsatz und Gewinn. Ebenso sind eingetragene Kaufleute (e.K.) und Personengesellschaften (OHG, KG) buchführungspflichtig. Einzelunternehmer ohne Handelsregistereintrag, deren Umsatz 800.000 Euro und deren Gewinn 80.000 Euro nicht übersteigt, können eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung nutzen. Private Vermieter im Privatvermögen sind nicht buchführungspflichtig.

Wie werden Gebäudeabschreibungen (AfA) bei Immobilien berechnet?

Die Abschreibung erfolgt nach § 7 Abs. 4 EStG linear über die Nutzungsdauer. Wohngebäude, die ab 2023 fertiggestellt wurden, werden mit 3 % (Nutzungsdauer 33,3 Jahre) abgeschrieben, ältere Wohngebäude mit 2 % (50 Jahre). Geschäftsgebäude werden mit 3 % abgeschrieben. Bemessungsgrundlage sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Gebäudes ohne Grund und Boden. Nachträgliche Herstellungskosten (wesentliche Modernisierungen) erhöhen die Bemessungsgrundlage und werden ebenfalls über die Restnutzungsdauer abgeschrieben.

Ist die Vermietung von Immobilien umsatzsteuerpflichtig?

Grundsätzlich ist die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken nach § 4 Nr. 12 UStG umsatzsteuerfrei. Bei Vermietung an andere Unternehmer für deren Unternehmen kann jedoch nach § 9 UStG zur Umsatzsteuerpflicht optiert werden. Dies ermöglicht den Vorsteuerabzug aus Investitions- und Betriebskosten, führt aber zur Pflicht, auf die Miete 19 % Umsatzsteuer zu erheben. Die Option bindet für mindestens fünf Jahre und sollte sorgfältig kalkuliert werden.

Welche Fristen gelten 2026 für Jahresabschluss und Offenlegung bei Immobilien-GmbH?

Für eine Immobilien-GmbH mit Bilanzstichtag 31.12.2025 gilt: Die Feststellung des Jahresabschlusses muss nach § 42a GmbHG innerhalb von 11 Monaten (kleine GmbH) bzw. 8 Monaten (mittelgroße/große GmbH) erfolgen. Die Offenlegung beim Unternehmensregister muss nach § 325 HGB spätestens 12 Monate nach Bilanzstichtag, also bis 31.12.2026, erfolgen. Bei Versäumnis droht ein Ordnungsgeld zwischen 500 und 25.000 Euro nach § 335 HGB. Seit DiRUG (01.08.2022) erfolgt die Offenlegung ausschließlich beim Unternehmensregister.

Was ist der Unterschied zwischen Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten bei Immobilien?

Erhaltungsaufwand umfasst Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen, die den bestehenden Zustand der Immobilie erhalten, und ist sofort steuerlich abzugsfähig. Herstellungskosten entstehen bei Maßnahmen, die den Standard des Gebäudes wesentlich erhöhen, die Nutzungsdauer verlängern oder eine wesentliche Erweiterung darstellen. Diese müssen aktiviert und über die (Rest-)Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Besonderheit: Modernisierungsmaßnahmen innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung, die mehr als 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes betragen, gelten als anschaffungsnahe Herstellungskosten nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Gesetzliche Grundlagen: Handelsgesetzbuch (HGB), Einkommensteuergesetz (EStG), Umsatzsteuergesetz (UStG), Unternehmensregister. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
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Ben
Ben
KI-Steuerberater