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Datum

Lesedauer

12–17 Minuten


OnlineBilanzBlogBetriebsrat Einsicht Jahresabschluss

Betriebsrat Einsicht Jahresabschluss 2026 – Rechte & Pflichten

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Der Betriebsrat verfügt über Informationsrechte zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens – doch nicht jeder Betriebsrat darf den vollständigen Jahresabschluss einsehen. Maßgeblich sind hierbei die Unternehmensgröße und die Vorgaben des § 106 BetrVG. Das Betriebsrat Einsichtsrecht Jahresabschluss ist dabei klar geregelt und definiert, welche Unterlagen vorgelegt werden müssen und wo die Grenzen dieser Rechte liegen. Ob ein Unternehmen überhaupt zur Prüfung verpflichtet ist, richtet sich nach den gesetzlichen Größenkriterien – die Prüfungspflicht Jahresabschluss hängt von Schwellenwerten ab, die auch für die Reichweite der Betriebsratsrechte relevant sein können. Bei Aktiengesellschaften gelten besondere Anforderungen, da der Jahresabschluss der AG verschiedene Adressaten bedient und spezifischen Offenlegungspflichten unterliegt.

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Servet Gündogan

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Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Mandanten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern – damit der Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

Hinweis: Alle steuerlichen und rechtlichen Beratungsleistungen erbringt der angeschlossene Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer.

Kurzantwort

Der Betriebsrat hat nach § 106 BetrVG Anspruch auf Informationen zur wirtschaftlichen Lage. Der vollständige Jahresabschluss muss ihm jedoch nicht automatisch vorgelegt werden. Ab 100 Arbeitnehmern hat der Wirtschaftsausschuss nach § 108 BetrVG weitergehende Einsichtsrechte in Jahresabschluss und Bilanzen.

Rechtliche Grundlagen der Betriebsratsinformation

Das Einsichtsrecht des Betriebsrats in wirtschaftliche Unterlagen ist im Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) geregelt. Die zentralen Vorschriften finden sich in den §§ 106 bis 110 BetrVG.

Das BetrVG unterscheidet grundsätzlich zwischen dem allgemeinen Betriebsrat und dem Wirtschaftsausschuss. Diese Differenzierung ist entscheidend für den Umfang der Informationsrechte.

Während der Betriebsrat nach § 106 BetrVG ein allgemeines Recht auf Unterrichtung über wirtschaftliche Angelegenheiten hat, stehen dem Wirtschaftsausschuss nach § 108 BetrVG weitergehende Rechte zu.

Hinweis

Das Informationsrecht des Betriebsrats dient dem Zweck, die Arbeitnehmervertretung in die Lage zu versetzen, ihre gesetzlichen Aufgaben wahrzunehmen. Es ist kein Selbstzweck, sondern funktional begrenzt.

§ 106

BetrVG allgemeine Information

§ 108

BetrVG Wirtschaftsausschuss

100

Mitarbeiter für Wirtschaftsausschuss

Informationsrechte des allgemeinen Betriebsrats

Nach § 106 Abs. 1 BetrVG ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Betriebsrat über die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Unternehmens unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen zu informieren.

Das Informationsrecht bezieht sich auf Angelegenheiten, die die Interessen der Arbeitnehmer unmittelbar berühren. Dazu gehören insbesondere Personalplanung, Betriebsänderungen und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens.

Umfang der Informationspflicht

Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat rechtzeitig und umfassend unterrichten. Die Informationen müssen so aufbereitet sein, dass der Betriebsrat seine Aufgaben wahrnehmen kann.

  • Wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens
  • Produktions- und Absatzlage
  • Investitionsvorhaben und deren Auswirkungen auf die Beschäftigung
  • Geplante Rationalisierungsmaßnahmen
  • Änderungen der Betriebsorganisation
  • Auswirkungen auf die Arbeitnehmer und ihre Beschäftigungssituation

Achtung

Wichtig: Das allgemeine Informationsrecht nach § 106 BetrVG begründet noch keinen automatischen Anspruch auf Vorlage des vollständigen Jahresabschlusses. Der Umfang richtet sich nach dem konkreten Informationsbedarf.

Der Wirtschaftsausschuss und seine erweiterten Rechte

In Unternehmen mit in der Regel mehr als 100 ständigen Arbeitnehmern ist nach § 106 Abs. 1 BetrVG ein Wirtschaftsausschuss zu bilden. Dieser hat deutlich weitergehende Informationsrechte als der allgemeine Betriebsrat.

Der Wirtschaftsausschuss besteht aus mindestens drei, höchstens sieben Mitgliedern und wird vom Betriebsrat aus dessen Mitte gewählt. Er hat die Aufgabe, wirtschaftliche Angelegenheiten mit dem Unternehmer zu beraten und den Betriebsrat zu unterrichten.

Zusammensetzung und Bildung

Unternehmensgröße Mitgliederzahl Wirtschaftsausschuss Rechtsgrundlage
Bis 100 Arbeitnehmer Kein Wirtschaftsausschuss erforderlich § 106 Abs. 1 BetrVG
101–300 Arbeitnehmer Mindestens 3 Mitglieder § 107 Abs. 1 BetrVG
301–600 Arbeitnehmer Mindestens 4 Mitglieder § 107 Abs. 1 BetrVG
Über 600 Arbeitnehmer Bis zu 7 Mitglieder möglich § 107 Abs. 1 BetrVG

Informationsrechte nach § 108 BetrVG

Nach § 108 Abs. 2 BetrVG hat der Arbeitgeber den Wirtschaftsausschuss rechtzeitig und umfassend über die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Unternehmens zu unterrichten, soweit dadurch nicht die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse gefährdet werden.

  • Vorlage des Jahresabschlusses mit Bilanz, GuV und Anhang
  • Erläuterung der wirtschaftlichen Lage anhand der Unterlagen
  • Informationen über Produktions- und Investitionsprogramme
  • Rationalisierungsvorhaben und deren Auswirkungen
  • Betriebsänderungen im Sinne des § 111 BetrVG
  • Geschäftliche Entwicklung und Zukunftsplanung

„Der Wirtschaftsausschuss ist das zentrale Gremium für die wirtschaftliche Mitbestimmung. Arbeitgeber sollten die Zusammenarbeit proaktiv gestalten und die Informationspflichten ernst nehmen – das schafft Vertrauen und vermeidet rechtliche Auseinandersetzungen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Einsicht in den Jahresabschluss – wer darf was einsehen?

Die Frage, ob und in welchem Umfang der Betriebsrat den Jahresabschluss einsehen darf, hängt maßgeblich davon ab, ob ein Wirtschaftsausschuss besteht.

Unternehmen ohne Wirtschaftsausschuss (unter 100 Arbeitnehmer)

In Unternehmen ohne Wirtschaftsausschuss besteht kein automatischer Anspruch auf Vorlage des vollständigen Jahresabschlusses. Der Arbeitgeber muss dem Betriebsrat jedoch die wirtschaftliche Lage anhand geeigneter Informationen erläutern.

Dies kann durch zusammengefasste Darstellungen, Auszüge oder mündliche Erläuterungen geschehen. Entscheidend ist, dass der Betriebsrat in die Lage versetzt wird, seine Aufgaben wahrzunehmen.

Unternehmen mit Wirtschaftsausschuss (ab 100 Arbeitnehmer)

Nach § 108 Abs. 3 BetrVG ist der Unternehmer verpflichtet, dem Wirtschaftsausschuss den Jahresabschluss vorzulegen und zu erläutern. Dies umfasst bei Kapitalgesellschaften:

  • Bilanz nach § 266 HGB
  • Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB
  • Anhang nach § 284 HGB
  • Bei mittelgroßen und großen Gesellschaften: Lagebericht nach § 289 HGB
  • Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers (sofern prüfungspflichtig)

Allgemeiner Betriebsrat

Hat ein allgemeines Informationsrecht nach § 106 BetrVG, aber keinen automatischen Anspruch auf den vollständigen Jahresabschluss. Informationen müssen ausreichen, um Arbeitnehmerinteressen zu vertreten.

Wirtschaftsausschuss

Hat nach § 108 BetrVG einen konkreten Anspruch auf Vorlage und Erläuterung des vollständigen Jahresabschlusses inklusive aller Pflichtbestandteile. Dies gilt ab 100 Arbeitnehmern.

Hinweis

Die Vorlage des Jahresabschlusses an den Wirtschaftsausschuss muss rechtzeitig erfolgen. In der Praxis bedeutet dies: nach Aufstellung durch den Geschäftsführer und vor der Feststellung durch die Gesellschafter.

Vertrauliche Informationen und Betriebsgeheimnisse

Auch wenn ein Informationsanspruch besteht, sind Arbeitgeber nicht verpflichtet, alle Informationen offenzulegen. Das BetrVG schützt Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse.

Nach § 108 Abs. 2 Satz 1 BetrVG ist der Unternehmer zur Unterrichtung verpflichtet, soweit dadurch nicht die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse gefährdet werden. Diese Einschränkung gilt auch für den Wirtschaftsausschuss.

Was sind schützenswerte Informationen?

  • Detaillierte Kalkulationen und Preisgestaltung gegenüber Kunden
  • Strategische Planungen, die noch nicht beschlossen oder umgesetzt wurden
  • Informationen über laufende Verhandlungen mit Geschäftspartnern
  • Technische Verfahren und Entwicklungen (Know-how)
  • Individuelle Gehaltsinformationen von Führungskräften oder einzelnen Mitarbeitern
  • Kundenspezifische Daten und Auftragsdetails

Schweigepflicht der Betriebsratsmitglieder

Betriebsratsmitglieder unterliegen nach § 79 BetrVG einer gesetzlichen Schweigepflicht. Sie dürfen Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse nicht unbefugt offenbaren oder verwerten.

Diese Schweigepflicht gilt auch nach Beendigung der Amtszeit. Bei Verstößen drohen arbeitsrechtliche Konsequenzen bis zur Abberufung sowie strafrechtliche Sanktionen nach § 120 BetrVG.

Achtung

Vorsicht bei pauschaler Verweigerung: Die Berufung auf Geschäftsgeheimnisse darf nicht dazu missbraucht werden, legitime Informationsansprüche dauerhaft zu blockieren. Im Streitfall prüft das Arbeitsgericht die Berechtigung.

Geheimhaltungsbedürftig

  • Kundenlisten mit Konditionen
  • Strategische Akquisitionspläne
  • Laufende Vertragsverhandlungen

Eingeschränkt mitteilungspflichtig

  • Einzelne Vergütungsbestandteile
  • Detaillierte Produktkalkulationen
  • Innovationsprojekte in Entwicklung

Uneingeschränkt mitteilungspflichtig

  • Bilanzsumme und Jahresergebnis
  • Mitarbeiteranzahl und -struktur
  • Beschlossene Investitionsvorhaben

Pflichten des Arbeitgebers bei der Information

Arbeitgeber tragen aktive Informationspflichten gegenüber Betriebsrat und Wirtschaftsausschuss. Diese Pflichten sind nicht nur formaler Natur, sondern gesetzlich konkretisiert.

Rechtzeitige und umfassende Unterrichtung

Nach § 108 Abs. 1 BetrVG hat der Unternehmer den Wirtschaftsausschuss rechtzeitig und umfassend zu unterrichten und die erforderlichen Unterlagen vorzulegen.

Rechtzeitig bedeutet: Der Wirtschaftsausschuss muss so früh informiert werden, dass er noch auf Entscheidungen Einfluss nehmen kann. Eine nachträgliche Information ist in der Regel unzureichend.

Form und Aufbereitung der Informationen

Die Informationen müssen für die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses verständlich und nachvollziehbar aufbereitet sein. Reine Zahlenkolonnen ohne Erläuterungen genügen nicht.

  • Vorlage des Jahresabschlusses mit allen Pflichtbestandteilen
  • Mündliche oder schriftliche Erläuterung der wirtschaftlichen Lage
  • Beantwortung von Nachfragen des Wirtschaftsausschusses
  • Regelmäßige Sitzungen (mindestens einmal pro Quartal empfohlen)
  • Dokumentation der übergebenen Unterlagen
  • Frühzeitige Information bei geplanten Änderungen

Beratung mit dem Wirtschaftsausschuss

Nach § 108 Abs. 1 BetrVG hat der Unternehmer nicht nur zu informieren, sondern auch zu beraten. Der Wirtschaftsausschuss soll Gelegenheit haben, zu den wirtschaftlichen Angelegenheiten Stellung zu nehmen.

Diese Beratung ist keine Mitbestimmung im eigentlichen Sinne. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, den Empfehlungen zu folgen. Die Beratung dient jedoch der Transparenz und kann Konflikte vermeiden.

„Eine offene und proaktive Informationspolitik zahlt sich aus. Wer den Wirtschaftsausschuss frühzeitig einbindet, schafft Verständnis für unternehmerische Entscheidungen und beugt Misstrauen vor. Das kostet anfangs Zeit, spart aber langfristig Nerven.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Grenzen des Einsichtsrechts und Durchsetzung

Das Einsichtsrecht des Betriebsrats ist zwar gesetzlich verankert, aber nicht unbegrenzt. Es gibt klare Grenzen – sowohl inhaltlich als auch verfahrensrechtlich.

Funktionale Begrenzung

Der Informationsanspruch ist funktional begrenzt: Er besteht nur, soweit die Informationen erforderlich sind, damit der Betriebsrat seine gesetzlichen Aufgaben wahrnehmen kann.

Informationen, die keinen Bezug zu den Arbeitnehmern oder ihren Beschäftigungsbedingungen haben, müssen nicht offengelegt werden. Dies betrifft etwa rein gesellschaftsrechtliche Vorgänge ohne Auswirkungen auf die Belegschaft.

Konzernstrukturen und verbundene Unternehmen

In Konzernen oder Unternehmensverbünden gelten besondere Regelungen. Nach § 110 BetrVG hat der Wirtschaftsausschuss auch Anspruch auf Informationen über das Konzernunternehmen, soweit sie für die Tochtergesellschaft von Bedeutung sind.

Der konzernweite Jahresabschluss (Konzernabschluss) muss jedoch nur vorgelegt werden, wenn er für die wirtschaftliche Beurteilung der eigenen Gesellschaft relevant ist.

Durchsetzung bei Informationsverweigerung

Verweigert der Arbeitgeber die Information, kann der Betriebsrat oder der Wirtschaftsausschuss ein Beschlussverfahren nach § 2a ArbGG beim Arbeitsgericht einleiten.

Das Gericht prüft dann, ob ein Informationsanspruch besteht und ob die Verweigerung berechtigt war. Im Streitfall trägt der Arbeitgeber die Darlegungs- und Beweislast für das Vorliegen schützenswerter Geschäftsgeheimnisse.

Situation Informationsumfang Rechtsfolge bei Verweigerung
Kein Wirtschaftsausschuss Allgemeine Information nach § 106 BetrVG Beschlussverfahren möglich
Wirtschaftsausschuss vorhanden Vollständiger Jahresabschluss nach § 108 BetrVG Gerichtliche Durchsetzung
Geschäftsgeheimnis betroffen Eingeschränkte Information zulässig Einzelfallprüfung durch Arbeitsgericht
Konzernstruktur Zusätzlich Konzerninfos nach § 110 BetrVG Anspruch auf relevante Konzerndaten

Achtung

Wichtig: Eine pauschale Verweigerung ohne Begründung ist rechtswidrig. Arbeitgeber sollten bei Zweifeln rechtlichen Rat einholen, statt Informationen pauschal zu verweigern.

Empfehlungen für die Praxis

Die rechtssichere Handhabung des Informationsrechts erfordert klare Prozesse und eine transparente Kommunikation. Folgende Empfehlungen haben sich in der Praxis bewährt.

Strukturierte Informationspraxis etablieren

Legen Sie feste Termine für die Unterrichtung des Wirtschaftsausschusses fest. Empfohlen wird mindestens eine vierteljährliche Sitzung, in der die wirtschaftliche Entwicklung besprochen wird.

Der Jahresabschluss sollte nach seiner Aufstellung zeitnah vorgelegt werden – idealerweise innerhalb von vier Wochen nach der Aufstellung durch die Geschäftsführung.

  • Feste Termine für Wirtschaftsausschuss-Sitzungen vereinbaren
  • Jahresabschluss nach Aufstellung zeitnah vorlegen (vor Feststellung)
  • Verständliche Erläuterungen und Kommentierungen beifügen
  • Protokolle der Sitzungen führen und archivieren
  • Ansprechpartner für Nachfragen benennen
  • Schulungen für Wirtschaftsausschuss-Mitglieder anbieten

Vertraulichkeit und Datenschutz sicherstellen

Weisen Sie die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses ausdrücklich auf ihre Schweigepflicht nach § 79 BetrVG hin. Dies kann durch eine schriftliche Verpflichtungserklärung dokumentiert werden.

Personenbezogene Daten, insbesondere individuelle Gehaltsinformationen, sollten anonymisiert oder aggregiert dargestellt werden, soweit dies für das Verständnis der wirtschaftlichen Lage ausreicht.

Konfliktprävention durch Transparenz

Viele Konflikte entstehen durch Missverständnisse oder gefühlte Informationsdefizite. Eine offene Kommunikationskultur kann hier präventiv wirken.

  • Erläutern Sie proaktiv, warum bestimmte Informationen nicht weitergegeben werden können
  • Bieten Sie alternative Darstellungsformen an (z.B. aggregierte Kennzahlen statt Einzelpositionen)
  • Nehmen Sie Nachfragen ernst und beantworten Sie diese zeitnah
  • Dokumentieren Sie, welche Unterlagen wann übergeben wurden
  • Klären Sie im Vorfeld, welche Informationen der Wirtschaftsausschuss konkret benötigt

Rechtliche Beratung bei Unsicherheiten

Bei komplexen Sachverhalten oder Unsicherheiten über den Umfang der Informationspflicht sollten Sie rechtzeitig fachkundigen Rat einholen – sowohl von Steuerberatern als auch von Fachanwälten für Arbeitsrecht.

Hinweis

Eine gut vorbereitete Wirtschaftsausschuss-Sitzung kostet zwar Zeit, zahlt sich aber durch weniger Konflikte und eine konstruktive Zusammenarbeit aus. Investieren Sie in die Aufbereitung der Informationen – das signalisiert Wertschätzung.

Checkliste: Vorlage des Jahresabschlusses

Prüfpunkt Erforderlich bei Bemerkung
Bildung Wirtschaftsausschuss Ab 100 Arbeitnehmern § 106 Abs. 1 BetrVG
Vorlage Jahresabschluss Wirtschaftsausschuss vorhanden Nach Aufstellung, vor Feststellung
Erläuterung mündlich/schriftlich Bei Vorlage des Jahresabschlusses Verständliche Aufbereitung erforderlich
Prüfungsbericht vorlegen Bei Prüfungspflicht Sofern keine Geschäftsgeheimnisse betroffen
Konzernabschluss vorlegen Bei Konzernzugehörigkeit Nur bei Relevanz für eigene Gesellschaft
Schweigepflicht dokumentieren Vor Informationsweitergabe Schriftliche Verpflichtung empfohlen

„Die Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsausschuss ist keine lästige Pflicht, sondern eine Chance. Ein gut informierter Betriebsrat kann als Multiplikator für die Belegschaft wirken und Verständnis für schwierige unternehmerische Entscheidungen schaffen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Häufig gestellte Fragen

Muss ich dem Betriebsrat meinen Jahresabschluss vorlegen?

Das hängt von der Unternehmensgröße ab. In Unternehmen mit mehr als 100 Arbeitnehmern muss nach § 108 Abs. 3 BetrVG dem Wirtschaftsausschuss der Jahresabschluss vorgelegt und erläutert werden. In kleineren Unternehmen ohne Wirtschaftsausschuss besteht kein automatischer Anspruch auf Vorlage des vollständigen Jahresabschlusses, jedoch ein allgemeines Informationsrecht nach § 106 BetrVG.

Welche Informationen muss ich dem Wirtschaftsausschuss geben?

Der Wirtschaftsausschuss hat nach § 108 BetrVG Anspruch auf umfassende Unterrichtung über wirtschaftliche Angelegenheiten. Dazu gehören der vollständige Jahresabschluss (Bilanz, GuV, Anhang), bei mittelgroßen und großen Gesellschaften auch der Lagebericht, sowie Informationen über Produktionsprogramme, Investitionsvorhaben, Rationalisierungsmaßnahmen und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens.

Kann ich mich auf Geschäftsgeheimnisse berufen und Informationen verweigern?

Ja, aber nur in begründeten Einzelfällen. Nach § 108 Abs. 2 BetrVG dürfen Informationen verweigert werden, soweit dadurch Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse gefährdet werden. Dies betrifft etwa detaillierte Kalkulationen, strategische Planungen oder laufende Verhandlungen. Eine pauschale Verweigerung ohne konkrete Begründung ist jedoch unzulässig und kann gerichtlich überprüft werden.

Was passiert, wenn ich die Informationspflicht verletze?

Der Betriebsrat oder Wirtschaftsausschuss kann ein Beschlussverfahren nach § 2a ArbGG beim Arbeitsgericht einleiten. Das Gericht kann Sie dann zur Vorlage der Unterlagen verpflichten. Bei wiederholter oder grober Pflichtverletzung sind zudem arbeitsrechtliche Konsequenzen möglich. Eine systematische Informationsverweigerung kann das Betriebsklima erheblich belasten.

Wann muss der Jahresabschluss dem Wirtschaftsausschuss vorgelegt werden?

Der Jahresabschluss sollte nach seiner Aufstellung durch die Geschäftsführung und vor der Feststellung durch die Gesellschafter vorgelegt werden. In der Praxis bedeutet dies: innerhalb von vier Wochen nach Aufstellung. Eine rechtzeitige Vorlage ist wichtig, damit der Wirtschaftsausschuss noch Gelegenheit zur Stellungnahme hat.

Unterliegen Betriebsratsmitglieder einer Schweigepflicht?

Ja. Nach § 79 BetrVG sind alle Betriebsratsmitglieder verpflichtet, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse nicht unbefugt zu offenbaren oder zu verwerten. Diese Schweigepflicht gilt auch nach Beendigung der Amtszeit. Bei Verstößen drohen arbeitsrechtliche Sanktionen bis zur Abberufung sowie strafrechtliche Konsequenzen nach § 120 BetrVG.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Gesetzliche Grundlagen: Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), Handelsgesetzbuch (HGB), OnlineBilanz.de – Jahresabschluss erstellen. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Alles online — in vier Schritten:

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Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
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Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

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Sind die Preise verbindlich?

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Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

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Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

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Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

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Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

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Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
Made in Germany Entwickelt & geführt in DE
Ben
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KI-Assistenz