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Datum

Lesedauer

11–17 Minuten

OnlineBilanzBlogBeispiel Rentabilität

Beispiel Rentabilität: Berechnung & Kennzahlen 2026

Zuletzt aktualisiert: May 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Rentabilitätskennzahlen zeigen, wie effizient ein Unternehmen sein Kapital einsetzt und Gewinne erwirtschaftet. Dieser Artikel erklärt anhand konkreter Beispiele die Berechnung von Eigenkapital-, Gesamtkapital- und Umsatzrentabilität nach HGB. Sie erfahren, wie Sie diese Kennzahlen aus dem Jahresabschluss Ihrer GmbH ermitteln und im Branchenvergleich einordnen – ein detailliertes Beispiel zur Umsatzrendite verdeutlicht die praktische Anwendung dieser wichtigen Kennzahl.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Rentabilität misst das Verhältnis von Gewinn zu eingesetztem Kapital oder Umsatz. Die drei wichtigsten Kennzahlen sind Eigenkapitalrentabilität (Jahresüberschuss / Eigenkapital), Gesamtkapitalrentabilität ((Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital) und Umsatzrentabilität (Jahresüberschuss / Umsatzerlöse). Sie werden aus den Zahlen der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nach § 266, § 275 HGB berechnet und dienen der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit.

Was ist Rentabilität? Definition und betriebswirtschaftliche Bedeutung

Rentabilität bezeichnet das Verhältnis zwischen dem erzielten Gewinn und dem dafür eingesetzten Kapital. Sie ist eine der zentralen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und gibt Auskunft darüber, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcen einsetzt. Während der Gewinn eine absolute Größe ist, setzt die Rentabilität diesen Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital oder Umsatz und ermöglicht damit vergleichbare Aussagen über die Wirtschaftlichkeit.

Die Rentabilität wird in Prozent ausgedrückt und gibt an, wie viel Gewinn je 100 Euro eingesetztem Kapital erwirtschaftet wird. Eine Eigenkapitalrentabilität von 15 % bedeutet beispielsweise, dass je 100 Euro Eigenkapital 15 Euro Gewinn erzielt wurden. Die Kennzahl ist damit für Gesellschafter, Banken und das Management gleichermaßen relevant.

Rentabilität vs. Liquidität

Rentabilität und Liquidität sind zwei verschiedene Dimensionen der Unternehmenssteuerung. Ein Unternehmen kann rentabel sein, aber dennoch zahlungsunfähig, wenn die Gewinne in Vorräten oder Forderungen gebunden sind. Umgekehrt kann ein Unternehmen liquide sein, aber unrentabel wirtschaften. Beide Kennzahlen müssen daher parallel überwacht werden.

Arten der Rentabilität im Überblick

  • Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE): Gewinn im Verhältnis zum Eigenkapital
  • Gesamtkapitalrentabilität (Return on Assets, ROA): Gewinn im Verhältnis zum gesamten eingesetzten Kapital
  • Umsatzrentabilität (Return on Sales, ROS): Gewinn im Verhältnis zum Umsatz
  • Betriebsrentabilität (EBIT-Marge): Betriebsergebnis im Verhältnis zum Umsatz

Beispiel Eigenkapitalrentabilität: Berechnung und Interpretation

Die Eigenkapitalrentabilität ist die wichtigste Kennzahl für Gesellschafter einer GmbH. Sie zeigt, welche Rendite das von den Gesellschaftern eingesetzte Kapital erwirtschaftet hat. Die Berechnung erfolgt nach der Formel: Eigenkapitalrentabilität = (Jahresüberschuss / Eigenkapital) × 100.

Rechenbeispiel: Muster-GmbH zum 31.12.2025

Position Betrag (EUR)
Stammkapital 25.000
Kapitalrücklage 10.000
Gewinnrücklagen 65.000
Jahresüberschuss 2025 30.000
Eigenkapital gesamt 130.000

Die Eigenkapitalrentabilität beträgt: (30.000 / 130.000) × 100 = 23,08 %. Das bedeutet, dass je 100 Euro Eigenkapital 23,08 Euro Gewinn erwirtschaftet wurden. Dieser Wert liegt deutlich über der durchschnittlichen Eigenkapitalrendite deutscher GmbHs (ca. 10–15 %) und signalisiert eine überdurchschnittliche Ertragskraft.

„Die Eigenkapitalrentabilität ist die zentrale Kennzahl für jeden Gesellschafter. Sie zeigt, ob sich das eingesetzte Kapital verzinst. Bei einer dauerhaft niedrigen Eigenkapitalrentabilität unter 5 % sollten Gesellschafter die strategische Ausrichtung kritisch überprüfen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Interpretation und Vergleichswerte

  • Unter 5 %: Schwache Rentabilität, Kapital könnte alternativ besser verzinst werden
  • 5–10 %: Durchschnittliche Rentabilität, vergleichbar mit risikoarmen Anlagen
  • 10–20 %: Gute bis sehr gute Rentabilität, typisch für gesunde mittelständische Unternehmen
  • Über 20 %: Überdurchschnittliche Rentabilität, deutet auf starke Marktposition hin

Beispiel Gesamtkapitalrentabilität: So berechnen Sie den Return on Assets

Die Gesamtkapitalrentabilität (Return on Assets, ROA) berücksichtigt sowohl Eigen- als auch Fremdkapital und zeigt, wie effizient das gesamte im Unternehmen eingesetzte Kapital genutzt wird. Sie ist besonders relevant für Vergleiche zwischen Unternehmen mit unterschiedlicher Kapitalstruktur. Die Formel lautet: Gesamtkapitalrentabilität = [(Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital] × 100.

Praxisbeispiel: Handels-GmbH

Bilanzpositionen 31.12.2025

  • Eigenkapital: 130.000 EUR
  • Langfristige Darlehen: 80.000 EUR
  • Kurzfristige Verbindlichkeiten: 40.000 EUR
  • Gesamtkapital: 250.000 EUR

GuV-Positionen 2025

  • Jahresüberschuss: 30.000 EUR
  • Zinsaufwand: 4.000 EUR
  • Bereinigtes Ergebnis: 34.000 EUR

Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt: [(30.000 + 4.000) / 250.000] × 100 = 13,6 %. Diese Kennzahl zeigt, dass das gesamte eingesetzte Kapital – unabhängig von der Finanzierungsquelle – eine Rendite von 13,6 % erwirtschaftet hat. Der Wert liegt über dem Fremdkapitalzins (5 %), was auf einen positiven Leverage-Effekt hinweist.

Warum werden Fremdkapitalzinsen hinzugerechnet?

Die Fremdkapitalzinsen werden zum Jahresüberschuss addiert, weil sie bereits als Aufwand abgezogen wurden. Da die Gesamtkapitalrentabilität die Verzinsung des gesamten Kapitals – inklusive Fremdkapital – messen soll, muss der Zinsaufwand neutralisiert werden. So wird eine faire Vergleichbarkeit hergestellt.

Leverage-Effekt erkennen

Wenn die Gesamtkapitalrentabilität (13,6 %) höher ist als der Fremdkapitalzins (5 %), profitiert das Unternehmen vom Leverage-Effekt: Das Fremdkapital wird zu 5 % beschafft, erwirtschaftet aber 13,6 % Rendite. Die Differenz steigert die Eigenkapitalrentabilität. Dieser Effekt funktioniert jedoch nur, solange die Gesamtkapitalrentabilität den Fremdkapitalzins übersteigt.

Beispiel Umsatzrentabilität: Return on Sales richtig ermitteln

Die Umsatzrentabilität (Return on Sales, ROS) setzt den Gewinn ins Verhältnis zum Umsatz und zeigt, welcher Anteil des Umsatzes als Gewinn im Unternehmen verbleibt. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die operative Steuerung und eignet sich besonders für Branchenvergleiche. Die Formel lautet: Umsatzrentabilität = (Jahresüberschuss / Umsatzerlöse) × 100.

Rechenbeispiel: Dienstleistungs-GmbH 2025

Position Betrag (EUR)
Umsatzerlöse 500.000
Materialaufwand 120.000
Personalaufwand 220.000
Sonstige betriebliche Aufwendungen 90.000
Abschreibungen 15.000
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.000
Jahresüberschuss 50.000

Die Umsatzrentabilität beträgt: (50.000 / 500.000) × 100 = 10 %. Das bedeutet, dass von jedem Euro Umsatz 10 Cent als Gewinn verbleiben. Dieser Wert ist für Dienstleistungsunternehmen typisch und liegt im oberen Mittelfeld.

2–5 %

Handel (typisch)

5–10 %

Produktion (typisch)

10–20 %

Dienstleistung (typisch)

„Die Umsatzrentabilität ist stark branchenabhängig. Im Handel mit hohem Warenumschlag sind 3 % normal, während Softwareunternehmen oft über 20 % erreichen. Entscheidend ist der Vergleich mit direkten Wettbewerbern und die Entwicklung über mehrere Jahre.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Umsatzrentabilität als Frühwarnsystem

Eine sinkende Umsatzrentabilität bei gleichbleibendem oder steigendem Umsatz deutet auf Kostenprobleme hin: Die Marge wird durch steigende Personal-, Material- oder Fixkosten aufgezehrt. Geschäftsführer sollten diese Kennzahl monatlich überwachen und bei negativen Trends gegensteuern.

Rentabilität aus dem Jahresabschluss ermitteln: Vorgehen nach HGB

Die Rentabilitätskennzahlen werden auf Basis des Jahresabschlusses nach § 242 HGB ermittelt. Für GmbHs gelten die erweiterten Vorschriften der §§ 264 ff. HGB. Die relevanten Werte stammen aus der Bilanz (für Kapitalgrößen) und der Gewinn- und Verlustrechnung (für Erfolgsgrößen). Der Jahresabschluss muss dafür ordnungsgemäß aufgestellt und von den Gesellschaftern festgestellt sein.

Datenquellen für die Rentabilitätsberechnung

Kennzahl Zähler (aus GuV) Nenner (aus Bilanz)
Eigenkapitalrentabilität Jahresüberschuss (GuV) Eigenkapital (Passivseite)
Gesamtkapitalrentabilität Jahresüberschuss + Zinsen (GuV) Bilanzsumme (Aktiv-/Passivseite)
Umsatzrentabilität Jahresüberschuss (GuV) Umsatzerlöse (GuV)
EBIT-Marge EBIT (GuV, bereinigt) Umsatzerlöse (GuV)

Bei der Ermittlung des Eigenkapitals ist das durchschnittliche Eigenkapital anzusetzen: (Eigenkapital Anfang + Eigenkapital Ende) / 2. Dies vermeidet Verzerrungen durch Einlagen oder Entnahmen während des Geschäftsjahres. Gleiches gilt für die Gesamtkapitalrentabilität mit der durchschnittlichen Bilanzsumme.

Stille Reserven verzerren die Kennzahlen

Insbesondere bei Unternehmen mit alten Immobilien oder vollständig abgeschriebenen Anlagen sind Buchwerte oft deutlich unter den Marktwerten. Das Eigenkapital ist dann unterbewertet, die Eigenkapitalrentabilität erscheint künstlich hoch. Für strategische Entscheidungen sollten daher ergänzend die Marktwerte betrachtet werden.

Feststellung und Verwendung der Kennzahlen

Nach § 42a GmbHG muss die Gesellschafterversammlung den Jahresabschluss feststellen – bei kleinen GmbHs innerhalb von 11 Monaten nach Bilanzstichtag, bei mittelgroßen und großen GmbHs innerhalb von 8 Monaten. Erst nach Feststellung sind die Kennzahlen endgültig. Wer den Jahresabschluss durch einen Steuerberater erstellen lässt, erhält in der Regel eine Kennzahlenanalyse als Teil des Erläuterungsberichts. Auf Plattformen wie OnlineBilanz.de erfolgt die Erstellung des Jahresabschlusses durch zugelassene Steuerberater digital und mit transparenten Festpreisen.

Rentabilität verbessern: Praktische Maßnahmen für GmbH-Geschäftsführer

Eine unzureichende Rentabilität gefährdet langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und die Eigenkapitalbasis der GmbH. Geschäftsführer haben mehrere Hebel, um die Rentabilität zu steigern. Diese lassen sich in ergebniswirksame Maßnahmen (Steigerung Gewinn) und kapitalwirksame Maßnahmen (Optimierung Kapitalbindung) unterteilen.

Ergebniswirksame Maßnahmen

Umsatzsteigerung

  • Preiserhöhungen bei bestehenden Kunden
  • Neukundenakquise in rentablen Segmenten
  • Cross-Selling und Upselling
  • Erschließung neuer Vertriebskanäle

Kostensenkung

  • Einkaufskonditionen neu verhandeln
  • Prozessoptimierung und Digitalisierung
  • Personalplanung optimieren
  • Gemeinkostenwertanalyse durchführen

Kapitalwirksame Maßnahmen

  • Vorratsabbau: Überbestände reduzieren, Just-in-Time-Beschaffung prüfen
  • Forderungsmanagement: Zahlungsziele verkürzen, Mahnwesen optimieren, Factoring prüfen
  • Anlagenoptimierung: Nicht betriebsnotwendiges Vermögen veräußern
  • Eigenkapitalaufbau: Gewinne thesaurieren statt vollständig auszuschütten

„Viele Mandanten konzentrieren sich ausschließlich auf Umsatzsteigerung. Dabei liegt oft das größere Potenzial in der Kapitalbindung: Wer seine Vorräte um 20 % reduziert, verbessert nicht nur die Rentabilität, sondern auch die Liquidität – ohne einen Euro mehr Umsatz zu machen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Systematisches Controlling aufbauen

Rentabilitätsverbesserung erfordert kontinuierliches Monitoring. Geschäftsführer sollten mindestens quartalsweise eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) erstellen lassen und die wichtigsten Kennzahlen verfolgen. Ein aussagekräftiges Controlling umfasst neben den Rentabilitätskennzahlen auch Liquiditätskennzahlen, Umschlagsgeschwindigkeiten und Deckungsbeitragsrechnungen.

  • Monatliche BWA erstellen und analysieren
  • Quartalsweise Rentabilitätskennzahlen berechnen
  • Planzahlen definieren und Soll-Ist-Vergleiche durchführen
  • Abweichungsanalysen dokumentieren
  • Maßnahmen definieren und Umsetzung überwachen

Rentabilitätskennzahlen im Branchenvergleich: Benchmarks und Orientierungswerte

Rentabilitätskennzahlen entfalten ihre volle Aussagekraft erst im Vergleich: mit Vorjahren (Zeitreihenvergleich), mit Wettbewerbern (Konkurrenzvergleich) und mit Branchendurchschnitten (Branchenvergleich). Die Bundesbank, das Statistische Bundesamt und Verbände veröffentlichen regelmäßig Branchenstatistiken, die als Benchmark dienen können.

Typische Umsatzrentabilitäten nach Branchen (Stand 2025)

Branche Durchschnittliche Umsatzrentabilität Eigenkapitalrentabilität
Einzelhandel (Non-Food) 2–4 % 8–12 %
Großhandel 1–3 % 6–10 %
Verarbeitendes Gewerbe 5–8 % 10–15 %
Baugewerbe 3–6 % 12–18 %
IT-Dienstleistungen 10–20 % 20–35 %
Unternehmensberatung 8–15 % 25–40 %
Gastronomie 5–10 % 15–25 %

Die Werte zeigen deutliche Unterschiede: Kapitalintensive Branchen wie Handel arbeiten mit niedrigen Margen, kompensieren dies aber durch hohe Umschlagsgeschwindigkeiten. Wissensintensive Dienstleistungen erzielen höhere Margen, weil die Wertschöpfung primär durch Personal erfolgt und weniger Kapital gebunden ist.

Wo finden Sie Vergleichsdaten?

Die Bundesbank veröffentlicht jährlich Jahresabschlussstatistiken nach Branchen und Größenklassen. Auch Branchenverbände (z. B. DIHK, Fachverbände) bieten ihren Mitgliedern Kennzahlenvergleiche an. Steuerberater haben zudem Zugriff auf kostenpflichtige Datenbanken wie die eBilanz-Statistik und können branchenspezifische Benchmarks bereitstellen.

Interpretation von Abweichungen

  • Deutlich über Branchendurchschnitt: Hinweis auf Wettbewerbsvorteile, Marktmacht, Innovationsvorsprung oder besondere Effizienz
  • Im Branchendurchschnitt: Normale Marktposition, Wettbewerbsfähigkeit gegeben
  • Deutlich unter Branchendurchschnitt: Strukturelle Probleme, Kostennachteile oder veraltete Geschäftsmodelle – Handlungsbedarf
  • Starke Schwankungen: Zyklische Branche, projektabhängiges Geschäft oder unzureichendes Risikomanagement

„Ein Branchenvergleich ist unverzichtbar für die realistische Bewertung der eigenen Rentabilität. Was in der IT-Branche als schwach gilt, kann im Handel bereits überdurchschnittlich sein. Geschäftsführer sollten diese Perspektive in ihre strategischen Entscheidungen einbeziehen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Rentabilität und Unternehmensbewertung: Bedeutung für Gesellschafter

Die Rentabilität ist ein zentraler Werttreiber bei der Unternehmensbewertung. Bei Gesellschafterwechseln, Unternehmensverkäufen oder Nachfolgeregelungen orientiert sich der Unternehmenswert maßgeblich an der nachhaltigen Ertragskraft. Gängige Bewertungsverfahren wie das Ertragswertverfahren (§ 199 ff. BewG) oder das DCF-Verfahren basieren auf den prognostizierten Erträgen – und damit indirekt auf der Rentabilität.

Einfluss der Rentabilität auf den Unternehmenswert

Ertragswertverfahren

  • Kapitalisierung der nachhaltigen Erträge
  • Höhere Rentabilität = höhere Jahreserträge
  • Direkte Steigerung des Unternehmenswertes
  • Typische Multiplikatoren: 4–8× EBIT

Multiplikatorverfahren

  • Branchenübliche Multiplikatoren auf EBIT/EBITDA
  • Hohe Rentabilität rechtfertigt höhere Multiplikatoren
  • Zusätzlicher Wertzuschlag für überdurchschnittliche Margen
  • Typische EBITDA-Multiplikatoren: 3–6×

Ein praktisches Beispiel: Eine GmbH mit 500.000 Euro Umsatz und 10 % Umsatzrentabilität (50.000 Euro Gewinn) wird bei einem EBIT-Multiplikator von 5 mit ca. 250.000 Euro bewertet. Steigt die Umsatzrentabilität auf 12 % (60.000 Euro), erhöht sich der Wert auf 300.000 Euro – eine Wertsteigerung von 20 % allein durch verbesserte Rentabilität.

Rentabilität bei Gesellschafterwechsel und Nachfolge

Bei Anteilsübertragungen nach § 15 GmbHG prüfen Käufer oder Nachfolger die historische Rentabilität der letzten 3–5 Jahre. Eine kontinuierlich hohe Rentabilität signalisiert Stabilität und reduziert das Investitionsrisiko. Eine volatile oder sinkende Rentabilität führt dagegen zu Risikoabschlägen oder niedrigeren Kaufpreisen.

Due Diligence deckt Rentabilitätsprobleme auf

Bei Unternehmensverkäufen analysieren Käufer die Rentabilität detailliert. Einmaleffekte (z. B. Grundstücksverkäufe) werden herausgerechnet, nicht marktübliche Geschäftsführergehälter normalisiert. Die normalisierte Rentabilität ist oft deutlich niedriger als der ausgewiesene Jahresüberschuss. Eine professionelle Vorbereitung durch den Steuerberater ist hier essenziell.

„Gesellschafter, die einen Verkauf oder eine Nachfolge planen, sollten mindestens drei Jahre vorher gezielt an der Rentabilität arbeiten. Jeder Prozentpunkt Umsatzrentabilität mehr kann den Unternehmenswert um 10–20 % steigern. Diese Wertsteigerung lohnt sich deutlich mehr als kurzfristige Gewinnausschüttungen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Dokumentation für Bewertungszwecke

  • Jahresabschlüsse der letzten 5 Jahre lückenlos vorhalten
  • Rentabilitätskennzahlen für Zeitreihenanalyse aufbereiten
  • Einmaleffekte dokumentieren und erläutern
  • Branchenvergleiche und Benchmarks als Nachweis der Wettbewerbsfähigkeit
  • Planungsrechnungen für die nächsten 3 Jahre erstellen

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rentabilität und Liquidität?

Rentabilität misst die Ertragskraft und zeigt, wie effizient Kapital in Gewinn umgewandelt wird. Liquidität hingegen bezeichnet die Zahlungsfähigkeit – also ob ausreichend liquide Mittel vorhanden sind, um fällige Verbindlichkeiten zu begleichen. Ein Unternehmen kann rentabel sein, aber dennoch Liquiditätsprobleme haben, wenn Gewinne in Vorräten oder Forderungen gebunden sind.

Welche Rentabilitätskennzahl ist für Investoren am wichtigsten?

Für Eigenkapitalgeber (Gesellschafter, Aktionäre) ist typischerweise die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity) am relevantesten, da sie die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals zeigt. Fremdkapitalgeber interessieren sich eher für die Gesamtkapitalrentabilität und Zinsdeckung. Bei börsennotierten Unternehmen wird oft auch der Return on Invested Capital (ROIC) betrachtet.

Wie oft sollte eine GmbH ihre Rentabilität analysieren?

Der Jahresabschluss liefert einmal jährlich die offiziellen Zahlen nach § 264 HGB. Für die laufende Unternehmenssteuerung empfiehlt sich jedoch eine monatliche oder quartalsweise Betrachtung der Rentabilitätskennzahlen auf Basis von Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA). So können Geschäftsführer Trends frühzeitig erkennen und gegensteuern.

Kann eine negative Rentabilität auch bei positivem Cashflow vorkommen?

Ja, das ist möglich. Rentabilität basiert auf dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss nach § 275 HGB, der auch nicht zahlungswirksame Aufwendungen wie Abschreibungen oder Rückstellungen enthält. Der Cashflow zeigt hingegen die tatsächlichen Zahlungsströme. Ein Unternehmen kann durch hohe Abschreibungen buchhalterisch einen Verlust ausweisen (negative Rentabilität), aber dennoch positive Zahlungsmittelzuflüsse generieren.

Müssen Rentabilitätskennzahlen im Jahresabschluss offengelegt werden?

Nein. Das HGB schreibt die Veröffentlichung von Bilanz und GuV vor (§ 325 HGB), nicht aber die explizite Angabe von Kennzahlen wie Rentabilität. Diese werden von Analysten, Banken oder Geschäftsführung aus den offengelegten Zahlen selbst berechnet. Im Lagebericht nach § 289 HGB können Rentabilitätskennzahlen freiwillig erläutert werden, sind aber nicht zwingend vorgeschrieben.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 264 HGB – Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses, § 266 HGB – Gliederung der Bilanz, § 275 HGB – Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung, § 267 HGB – Größenklassen. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

Die Umsatzrendite ist eine der wichtigsten Rentabilitätskennzahlen für Unternehmen. Neben der Umsatzrendite gibt es weitere wichtige Rentabilitätskennzahlen wie Eigenkapital- und Gesamtkapitalrentabilität, die zusammen ein vollständiges Bild der Unternehmensrentabilität vermitteln.

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Guten Morgen Herr Müller — ich habe Ihre Rückfrage zum Reverse‑Charge bei dem spanischen Dienstleister gesehen. 09:12
Moin! Genau. Die Rechnung kam netto rein, MwSt steht nicht drauf. Muss ich da was tun? 09:14 · gelesen
Kurz: ja — das ist §13b UStG. Sie schulden die USt, dürfen sie aber gleichzeitig als Vorsteuer ziehen. Cashflow‑neutral, aber muss in die UStVA. 09:15
Merkblatt_§13b_UStG.pdf 2 Seiten · von F. Klement geteilt
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F. Klement ● online
Heute · 9:15
Kurze Frage unterwegs — darf ich das Mittagessen mit Kunde X als BK absetzen? 9:15
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Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
Made in Germany Entwickelt & geführt in DE
Ben
Ben
KI-Steuerberater