Kleinunternehmer · Bilanzpflicht · EÜR
Bilanz selbst erstellen als Kleinunternehmer: Wann Pflicht, wann EÜR — und was bei einer GmbH gilt
Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 11 Minuten
Die direkte Antwort
Meistens nein. Die meisten Kleinunternehmer im steuerrechtlichen Sinne sind nicht bilanzierungspflichtig — sie dürfen die einfachere EÜR nutzen. Eine Bilanzpflicht entsteht erst bei bestimmten Umsatz- und Gewinngrenzen oder bei Gründung einer GmbH oder UG.
„Bilanz selbst erstellen als Kleinunternehmer“ — das klingt nach einer einfachen Frage. Die Antwort ist überraschend: Die meisten Kleinunternehmer müssen gar keine Bilanz erstellen. Wer unter den gesetzlichen Grenzen bleibt, darf die deutlich einfachere EÜR nutzen. Wer jedoch eine GmbH oder UG gründet, ist unabhängig von Größe und Umsatz bilanzierungspflichtig — der Umfang der Pflichten richtet sich aber nach der Größenklasse. Gerade bei der Unternehmergesellschaft ist es wichtig, die spezifischen Anforderungen zu kennen und die UG-Bilanz selbst zu erstellen oder erstellen zu lassen. Hierbei kann es sinnvoll sein, die Bilanz selbst mit einem Programm zu erstellen, das die digitale Erstellung vereinfacht und absichert.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Kleinunternehmer? Zwei verschiedene Bedeutungen
- Wann besteht Bilanzpflicht — wann reicht die EÜR?
- Die entscheidenden Schwellenwerte
- EÜR vs. Bilanz: Was ist einfacher?
- Wenn der Kleinunternehmer eine GmbH gründet
- Was Kleinunternehmer selbst erledigen können
- OnlineBilanz: Für GmbH-Gründer aus der Kleinunternehmer-Welt
- Häufige Fragen
- Fazit
800.000 €
Umsatzgrenze nach § 241a HGB (daneben 80.000 € Jahresüberschuss) für Einzelkaufleute
1 €
Stammkapital reicht für eine UG — und schon gilt volle Bilanzpflicht, unabhängig vom Umsatz
ab 499,95 €
netto (zzgl. USt.) bei OnlineBilanz — Software für den Jahresabschlussentwurf
1. Was ist ein Kleinunternehmer? Zwei verschiedene Bedeutungen
Das Wort „Kleinunternehmer“ wird im deutschen Steuerrecht in zwei verschiedenen Zusammenhängen verwendet — und das führt oft zu Verwirrung:
Kleinunternehmer nach § 19 UStG
Umsatzsteuerrechtliche Regelung: Wer im Vorjahr nicht mehr als 25.000 € Umsatz hatte und im laufenden Jahr nicht mehr als 100.000 € erreicht, kann auf die Umsatzsteuer verzichten. Rechtsform spielt keine Rolle.
Kleines Unternehmen nach § 267 HGB
Handelsrechtliche Größenklasse für GmbHs: Bilanzsumme ≤ 7,5 Mio. €, Umsatz ≤ 15 Mio. €, ≤ 50 Mitarbeiter. Diese „kleine GmbH“ hat Erleichterungen bei der Bilanzierung — ist aber trotzdem bilanzierungspflichtig.
Wichtige Klarstellung
In diesem Artikel geht es um den Kleinunternehmer im Alltags- und Steuersinn — also Freiberufler, Soloselbstständige, kleine Gewerbetreibende und Gründer, die sich fragen, ob sie eine Bilanz erstellen müssen. Nicht um die handelsrechtliche Größenklasse „kleine GmbH“.
2. Bilanzpflicht oder EÜR — wann gilt was?
Die entscheidende Frage für jeden Kleinunternehmer: Muss ich eine Bilanz erstellen — oder reicht die einfachere EÜR?
| Rechtsform / Situation | Bilanzpflicht? | Alternative |
|---|---|---|
| Freiberufler (Arzt, Anwalt, Designer…) | ❌ Nein | EÜR immer möglich |
| Kleinunternehmer nach § 19 UStG (Gewerbe) | ❌ Nein (unter den Grenzen) | EÜR möglich |
| Gewerbetreibender über den Grenzen | ✅ Ja | Keine — Bilanz Pflicht |
| Einzelkaufmann im Handelsregister | ✅ Ja (außer § 241a HGB-Ausnahme) | EÜR nur unter Grenzen |
| GmbH — jede, unabhängig von Umsatz | ✅ Immer | Keine — Bilanz Pflicht |
| UG (haftungsbeschränkt) | ✅ Immer | Keine — Bilanz Pflicht |
Gesetzliche Grundlagen
3. Umsatz- und Gewinngrenzen im Überblick
Für Gewerbetreibende außerhalb der Kapitalgesellschaften gibt es klare Grenzen, ab denen eine Pflicht zur Bilanzierung entsteht. Laut § 241a HGB sind Einzelkaufleute von der Buchführungs- und Bilanzierungspflicht befreit, wenn sie an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen beide Grenzen nicht überschreiten:
Umsatzgrenze
≤ 800.000 € Umsatz im Geschäftsjahr — dann EÜR möglich
Gewinngrenze
≤ 80.000 € Jahresüberschuss — dann EÜR möglich
Wer beide Grenzen unterschreitet: EÜR erlaubt, keine Bilanzpflicht. Wer eine der beiden Grenzen überschreitet: Bilanzierungspflicht — auch als Einzelkaufmann.
Freiberufler sind immer befreit
Freiberufler — Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten, Journalisten, Designer und andere freie Berufe nach § 18 EStG — sind grundsätzlich nie bilanzierungspflichtig, egal wie hoch ihr Umsatz ist. Sie dürfen immer die EÜR nutzen. Das gilt unabhängig von den Umsatzgrenzen des § 241a HGB.
4. EÜR vs. Bilanz: Der direkte Vergleich
Wer von der Bilanzierungspflicht befreit ist, nutzt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) — ein deutlich einfacheres Verfahren:
| Kriterium | EÜR | Bilanz (doppelte Buchführung) |
|---|---|---|
| Grundprinzip | Einnahmen minus Ausgaben = Gewinn | Aktiva = Passiva; GuV separat |
| Aufwand | Gering — einfache Aufzeichnung | Hoch — vollständige doppelte Buchführung |
| Buchführung | Einfache Einnahmen-/Ausgabenliste | Kontenrahmen, doppelte Verbuchung |
| Inventur | Nicht erforderlich | Pflicht zum 31.12. |
| Offenlegung | Nicht erforderlich | Unternehmensregister-Pflicht (GmbH) |
| Wer darf sie nutzen? | Freiberufler, kleine Gewerbetreibende unter den Grenzen | Alle — aber Pflicht für GmbH und größere Unternehmen |
Selbstständige und Gründer fragen mich oft, ob sie eine Bilanz erstellen müssen. Meine Antwort: Meistens nicht. Aber sobald eine GmbH oder UG gegründet wird — auch wenn sie nur 1 € Stammkapital hat und kaum Umsatz macht — gilt volle Bilanzpflicht. Das ist der Moment, an dem OnlineBilanz ins Spiel kommt.
5. Wenn der Kleinunternehmer eine GmbH gründet
Der häufigste Grund, warum ein Kleinunternehmer plötzlich mit dem Thema Bilanz konfrontiert wird: die Gründung einer GmbH oder UG. Ab diesem Moment gelten — unabhängig von Umsatz und Gewinn — die Bilanzierungspflichten für Kapitalgesellschaften (mit größenabhängigen Erleichterungen):
- Keine EÜR mehr möglich — Die GmbH muss zwingend doppelte Buchführung und Bilanz nach HGB führen
- E-Bilanz ans Finanzamt — jährlich, authentifiziert über ELSTER mit geeigneter E-Bilanz-Software; ein Steuerberater-Zertifikat ist nicht vorgeschrieben
- Unternehmensregister-Offenlegung Pflicht — der Jahresabschluss muss öffentlich eingereicht werden
- Körperschaft- und Gewerbesteuer — statt Einkommensteuer auf Unternehmensgewinne
- Eröffnungsbilanz — im ersten Jahr muss zusätzlich eine Eröffnungsbilanz aufgestellt werden.
UG als Einstieg in die Bilanzpflicht
Viele Kleinunternehmer gründen eine UG (haftungsbeschränkt) als günstigen Einstieg in die GmbH-Welt — ab 1 € Stammkapital. Was oft unterschätzt wird: Die UG hat dieselbe vollständige Bilanzpflicht wie eine GmbH. Zusätzlich gilt die Pflichtthesaurierung von 25 % des um einen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschusses in die gesetzliche Rücklage (§ 5a Abs. 3 GmbHG).
6. Was intern selbst erledigt werden kann
Als Kleinunternehmer (EÜR)
EÜR selbst erstellen · Belege einfach erfassen · Einnahmen und Ausgaben auflisten · EÜR-Formular (Anlage EÜR) selbst ausfüllen · Einkommensteuererklärung einreichen
Als GmbH-Gründer (Bilanz)
Buchführung intern führen · Jahresabschlussbuchungen vornehmen · Daten exportieren und an OnlineBilanz übergeben · Gesellschafterbeschluss zur Feststellung fassen
Pflicht der GmbH (Steuerberater nicht vorgeschrieben)
E-Bilanz via ELSTER einreichen · Körperschaftsteuererklärung · Gewerbesteuererklärung · Unternehmensregister-Offenlegung · Haftung für Richtigkeit
7. OnlineBilanz: Für GmbH-Gründer aus der Kleinunternehmer-Welt
Freiberufler und Solo-Selbstständige, die eine GmbH oder UG gründen, sind oft zum ersten Mal mit der Bilanzierungspflicht konfrontiert. OnlineBilanz stellt dafür Software für einen KI-gestützten Jahresabschluss- und E-Bilanz-Entwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; auf Wunsch prüft gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater.
Was OnlineBilanz ab 499,95 € netto (zzgl. USt.) umfasst — auch für GmbH-Neugründer
KI-gestützter Entwurf von Bilanz und GuV · E-Bilanz-Entwurf und technische Datenübermittlung nach § 87d AO · auf Wunsch Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung durch einen kooperierenden Steuerberater (Aufpreis). Nicht Teil des OnlineBilanz-Angebots sind Körperschaftsteuererklärung, Gewerbesteuererklärung, Umsatzsteuerjahreserklärung, Unternehmensregister-Offenlegung, Finanzamtsvertretung und Beratung; steuerberatende Leistungen erbringen nur gesondert beauftragte, dazu befugte Steuerberater. Für Neugründungen ist zusätzlich eine Eröffnungsbilanz aufzustellen.
8. Häufige Fragen
Muss ich als Kleinunternehmer eine Bilanz erstellen?
In den meisten Fällen nein. Freiberufler dürfen immer die EÜR nutzen. Einzelgewerbetreibende unter den Grenzen des § 241a HGB bzw. § 141 AO (Umsatz ≤ 800.000 €, Gewinn ≤ 80.000 €) ebenfalls. Eine Bilanzpflicht entsteht erst beim Überschreiten dieser Grenzen oder bei Gründung einer GmbH, UG, OHG oder KG.
Was ist der Unterschied zwischen EÜR und Bilanz?
Die EÜR ist die vereinfachte Gewinnermittlung: Einnahmen minus Ausgaben. Die Bilanz ist die vollständige doppelte Buchführung mit Aktiva, Passiva und GuV (bei Kapitalgesellschaften zusätzlich Anhang). Die EÜR ist deutlich einfacher — aber nur für bestimmte Unternehmensformen und -größen erlaubt.
Ich bin Kleinunternehmer und habe eine GmbH gegründet — was ändert sich?
Mit der GmbH-Gründung gilt sofort vollständige Bilanzierungspflicht — unabhängig von Umsatz und Gewinn. EÜR ist nicht mehr möglich. Sie brauchen eine Eröffnungsbilanz, jährliche Bilanzen, E-Bilanz (Übermittlung per geeigneter Software), Körperschaft- und Gewerbesteuererklärungen sowie Unternehmensregister-Offenlegung. OnlineBilanz stellt dafür Software für einen KI-gestützten Jahresabschluss- und E-Bilanz-Entwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit – ab 499,95 € netto (zzgl. USt.)
Kann ein Kleinunternehmer die Bilanz selbst erstellen, wenn er dazu verpflichtet ist?
Die interne Aufstellung ist erlaubt. Ein Unternehmen darf seinen Jahresabschluss selbst aufstellen und die E-Bilanz mit einem eigenen ELSTER-Zertifikat selbst übermitteln; ein Steuerberater-Zertifikat ist dafür nicht vorgeschrieben. Die Verantwortung für die inhaltliche Richtigkeit bleibt dann beim Unternehmen. Bei OnlineBilanz prüft und zeichnet auf Wunsch gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater. Das Unternehmen kann seine eigenen Steuererklärungen selbst erstellen und übermitteln. Bei geschäftsmäßiger steuerlicher Hilfe für andere ist die Befugnis nach dem StBerG maßgeblich. OnlineBilanz übernimmt die technische Datenübermittlung nach § 87d AO.
9. Fazit: Bilanz selbst erstellen als Kleinunternehmer — meist nicht nötig, bei GmbH unvermeidlich
Bilanz selbst erstellen als Kleinunternehmer — die Antwort hängt von der Rechtsform ab. Wer als Freiberufler oder kleiner Gewerbetreibender unter den gesetzlichen Grenzen bleibt, braucht keine Bilanz. Wer eine GmbH oder UG gründet, hat von Tag eins an vollständige Bilanzierungspflicht — unabhängig von Größe und Umsatz.
Für den Übergang vom Kleinunternehmer zur GmbH bietet OnlineBilanz Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf – ab 499,95 € netto (zzgl. USt.).
- Freiberufler: immer EÜR, nie Bilanzpflicht
- Kleingewerbe unter 800.000 € Umsatz / 80.000 € Gewinn: EÜR möglich
- GmbH oder UG: immer Bilanzpflicht — ab dem ersten Tag
- GmbH-Gründer aus der Selbstständigkeit: OnlineBilanz — ab 499,95 € netto (zzgl. USt.)
„Der Sprung vom Kleinunternehmer zur GmbH ist aufregend — und bringt neue Pflichten mit sich. Die Bilanzpflicht ist eine davon. Mit OnlineBilanz ist sie kein Hindernis mehr.“
— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken. Gesetzliche Grundlagen: § 241a HGB, § 264 HGB, § 4 Abs. 3 EStG. Für Fragen zum Angebot: Kontakt zu OnlineBilanz.










Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
