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Festpreis eingehalten · Bestätigung per E-Mail

Datum

Lesedauer

12–18 Minuten


OnlineBilanzBlogJahresabschluss einreichen

Jahresabschluss einreichen 2026: Fristen, Pflichten & Ablauf

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Nach der Erstellung des Jahresabschlusses folgt die Pflicht zur Einreichung – sowohl beim Finanzamt als auch beim Unternehmensregister. Beide Vorgänge haben unterschiedliche Fristen und Anforderungen. Wer diese missachtet, riskiert Ordnungsgelder bis 25.000 Euro und persönliche Haftung.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

Als Büroleiter ist Servet erster Ansprechpartner für unsere Mandanten. Er führt das Erstgespräch und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Mandanten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern – damit der Jahresabschluss reibungslos und fristgerecht abgeschlossen wird.

Hinweis: Alle steuerlichen und rechtlichen Beratungsleistungen erbringt der angeschlossene Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer.

Kurzantwort

Der Jahresabschluss nach HGB muss zweifach eingereicht werden: beim Finanzamt als Teil der Steuererklärungen (Frist: 31.07. ohne Berater, Ende Februar mit Berater) und beim Unternehmensregister zur Offenlegung nach § 325 HGB. Für die Publikation beim Unternehmensregister gilt die Offenlegungsfrist Jahresabschluss 2026 von 12 Monaten nach Bilanzstichtag. Beide Vorgänge sind unabhängig voneinander und erfüllen unterschiedliche rechtliche Pflichten. Nach der Einreichung sind zusätzlich die Aufbewahrungsfristen für den Jahresabschluss zu beachten.

Zwei unterschiedliche Vorgänge

Viele Unternehmer verwechseln die Erstellung des Jahresabschlusses mit dessen Einreichung. Tatsächlich beginnt mit der Fertigstellung erst der nächste wichtige Prozessschritt.

Der Begriff Jahresabschluss einreichen bezeichnet zwei rechtlich getrennte Vorgänge mit unterschiedlichen Adressaten, Fristen und Rechtsgrundlagen. Unternehmen sind dabei nicht nur zur Erstellung, sondern auch zur fristgerechten Einreichung des Jahresabschlusses von Firmen verpflichtet. Diese beiden Vorgänge erfüllen nicht gegenseitig die jeweilige Pflicht.

Steuerliche Einreichung

  • An: Finanzamt
  • Zweck: Steuerveranlagung
  • Nicht öffentlich

Handelsrechtliche Offenlegung

  • An: Unternehmensregister
  • Zweck: Öffentliche Transparenz
  • Öffentlich einsehbar

Achtung

Die Einreichung beim Finanzamt erfüllt nicht die Offenlegungspflicht nach § 325 HGB. Beide Vorgänge müssen separat durchgeführt werden.

Für Kapitalgesellschaften wie GmbH, UG und AG sind beide Vorgänge verpflichtend. Einzelunternehmen und Personengesellschaften müssen ihren Jahresabschluss nur beim Finanzamt einreichen, nicht aber offenlegen.

Einreichung beim Finanzamt

Beim Finanzamt wird der Jahresabschluss nicht als eigenständiges Dokument eingereicht, sondern als integraler Bestandteil der Steuererklärungen. Die konkrete Zusammenstellung hängt von der Rechtsform ab.

Erforderliche Unterlagen nach Rechtsform

Rechtsform Steuererklärungen Jahresabschluss-Bestandteile
GmbH / UG / AG Körperschaftsteuererklärung, Gewerbesteuererklärung, Umsatzsteuerjahreserklärung Bilanz, GuV, Anhang (falls erforderlich)
Einzelunternehmen Einkommensteuererklärung, Gewerbesteuererklärung, Umsatzsteuerjahreserklärung Bilanz und GuV oder EÜR
OHG / KG Feststellungserklärung, Gewerbesteuererklärung, Umsatzsteuerjahreserklärung Bilanz und GuV oder EÜR

Bei Kapitalgesellschaften ist der Jahresabschluss nach § 264 HGB oder § 266 HGB zu erstellen. Die Bilanz folgt dem gesetzlichen Gliederungsschema, die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 HGB.

Hinweis

Die E-Bilanz nach § 5b EStG ist für alle bilanzierenden Unternehmen verpflichtend. Die Übermittlung erfolgt elektronisch im XBRL-Format über die ELSTER-Schnittstelle.

Das Finanzamt nutzt den eingereichten Jahresabschluss zur Überprüfung der Steuererklärungen und zur Berechnung der Steuerlast. Abweichungen zwischen handelsrechtlichem Jahresabschluss und steuerlicher Gewinnermittlung werden in den Steuererklärungen gesondert dokumentiert.

Offenlegung beim Unternehmensregister

Seit dem Inkrafttreten des DiRUG am 01.08.2022 erfolgt die Offenlegung des Jahresabschlusses ausschließlich beim Unternehmensregister. Der Bundesanzeiger ist nicht mehr die zuständige Stelle für die Offenlegung.

Die Offenlegungspflicht nach § 325 HGB betrifft alle Kapitalgesellschaften – unabhängig von ihrer Größe. Der Umfang der offenzulegenden Unterlagen richtet sich nach der Größenklasse gemäß § 267 HGB.

Offenlegungsumfang nach Größenklasse

Größenklasse Bilanzsumme Umsatz Mitarbeiter Offenzulegende Unterlagen
Kleinstgesellschaft ≤ 350.000 € ≤ 700.000 € ≤ 10 Bilanz (verkürzt möglich)
Kleine Gesellschaft ≤ 6 Mio. € ≤ 12 Mio. € ≤ 50 Bilanz, Anhang
Mittelgroße Gesellschaft ≤ 20 Mio. € ≤ 40 Mio. € ≤ 250 Bilanz, GuV (verkürzt), Anhang, Lagebericht
Große Gesellschaft > 20 Mio. € > 40 Mio. € > 250 Vollständiger Jahresabschluss, Lagebericht, Bestätigungsvermerk

Die Größenklasse wird überschritten, wenn mindestens zwei der drei Kriterien an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen überschritten werden. Erleichterungen nach § 326 HGB ermöglichen kleineren Gesellschaften eine verkürzte Offenlegung.

„Viele Geschäftsführer übersehen, dass die Offenlegung beim Unternehmensregister eine eigenständige gesetzliche Pflicht ist. Die Einreichung beim Finanzamt genügt nicht – hier drohen empfindliche Ordnungsgelder.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Die Offenlegung erfolgt elektronisch über das Portal des Unternehmensregisters. Nach erfolgreicher Einreichung werden die Unterlagen öffentlich einsehbar und können von jedem abgerufen werden.

Fristen im Überblick

Die Fristen für die Einreichung beim Finanzamt und die Offenlegung beim Unternehmensregister unterscheiden sich erheblich. Eine Verwechslung kann zu erheblichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen führen.

Fristen für die steuerliche Einreichung

Für Jahresabschlüsse mit Bilanzstichtag 31.12.2025 gelten folgende Fristen für die Abgabe der Steuererklärungen beim Finanzamt:

31.07.2026

Ohne Steuerberater

28.02.2027

Mit Steuerberater

Individuell

Fristverlängerung auf Antrag

Die verlängerte Frist bis Ende Februar 2027 gilt automatisch, wenn ein Steuerberater oder eine andere Person mit der Erstellung und Einreichung der Steuererklärungen beauftragt ist. Ein gesonderter Antrag ist hierfür nicht erforderlich.

Fristen für die Offenlegung

Die Offenlegungsfrist nach § 325 HGB beträgt 12 Monate nach dem Bilanzstichtag. Vor der Offenlegung muss der Jahresabschluss jedoch zunächst festgestellt werden. Die Feststellungsfrist richtet sich nach § 42a GmbHG:

Größenklasse Feststellungsfrist § 42a GmbHG Offenlegungsfrist § 325 HGB Beispiel (Stichtag 31.12.2025)
Kleine Gesellschaft 11 Monate 12 Monate Feststellung bis 30.11.2026, Offenlegung bis 31.12.2026
Mittelgroße Gesellschaft 8 Monate 12 Monate Feststellung bis 31.08.2026, Offenlegung bis 31.12.2026
Große Gesellschaft 8 Monate 12 Monate Feststellung bis 31.08.2026, Offenlegung bis 31.12.2026

Achtung

Die Offenlegungsfrist von 12 Monaten nach § 325 HGB ist nicht verlängerbar. Eine Fristverlängerung ist gesetzlich nicht vorgesehen. Bei Versäumnis droht ein Ordnungsgeldverfahren.

In der Praxis bedeutet dies: Der Jahresabschluss muss zunächst von der Geschäftsführung aufgestellt, vom Aufsichtsrat geprüft (falls vorhanden) und von der Gesellschafterversammlung festgestellt werden. Erst danach kann die Offenlegung erfolgen.

Welche Unterlagen werden benötigt

Die erforderlichen Unterlagen unterscheiden sich je nachdem, ob die Einreichung beim Finanzamt oder die Offenlegung beim Unternehmensregister erfolgt. Auch die Rechtsform und Größenklasse spielen eine entscheidende Rolle.

Unterlagen für die Einreichung beim Finanzamt

  • Bilanz nach § 266 HGB im gesetzlichen Gliederungsschema
  • Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB (Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren)
  • E-Bilanz im XBRL-Format nach § 5b EStG
  • Körperschaftsteuererklärung bzw. Einkommensteuererklärung
  • Gewerbesteuererklärung
  • Umsatzsteuerjahreserklärung
  • Steuerliche Überleitungsrechnung (bei Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz)
  • Anlage zur Ermittlung des steuerlichen Einlagekontos (bei Kapitalgesellschaften)

Die E-Bilanz ist seit 2012 für alle bilanzierenden Unternehmen verpflichtend. Sie enthält eine deutlich detailliertere Gliederung als die handelsrechtliche Bilanz und muss elektronisch über ELSTER übermittelt werden.

Unterlagen für die Offenlegung beim Unternehmensregister

Der Umfang richtet sich nach der Größenklasse gemäß § 267 HGB und den Erleichterungen nach § 326 HGB:

Kleinstgesellschaften

  • Bilanz (verkürzt nach § 266 Abs. 1 Satz 4 HGB möglich)
  • Optional: Anhang entfällt bei Angaben unter der Bilanz

Kleine Gesellschaften

  • Bilanz (verkürzt nach § 266 Abs. 1 Satz 3 HGB)
  • Anhang
  • GuV entfällt

Mittelgroße/Große Gesellschaften

  • Vollständige Bilanz
  • GuV (bei mittelgroßen verkürzt nach § 327 Nr. 1 HGB)
  • Anhang
  • Lagebericht
  • Bestätigungsvermerk (bei Prüfungspflicht)

Hinweis

Kleinstkapitalgesellschaften können von umfangreichen Erleichterungen profitieren. Nach § 326 Abs. 1 HGB genügt die Hinterlegung einer verkürzten Bilanz ohne GuV und ohne Anhang, sofern bestimmte Angaben unter der Bilanz gemacht werden.

Zusätzlich muss der Gesellschafterbeschluss über die Feststellung des Jahresabschlusses dokumentiert und archiviert werden. Dieser wird jedoch nicht beim Unternehmensregister eingereicht, sondern nur intern aufbewahrt.

Elektronische Einreichung

Sowohl die Einreichung beim Finanzamt als auch die Offenlegung beim Unternehmensregister erfolgen ausschließlich elektronisch. Eine Papierform ist nicht zulässig.

ELSTER für die steuerliche Einreichung

Die elektronische Übermittlung der Steuererklärungen und der E-Bilanz erfolgt über das Portal ELSTER (Elektronische Steuererklärung). Hierfür ist eine einmalige Registrierung mit Zertifikat erforderlich.

  • Registrierung bei ELSTER und Beantragung eines Zertifikats
  • Installation einer ELSTER-Software oder Nutzung von Mein ELSTER (webbasiert)
  • Erstellung der E-Bilanz im XBRL-Format (meist über Buchhaltungssoftware)
  • Upload der E-Bilanz und Steuererklärungen über ELSTER
  • Authentifizierung mit Zertifikat oder ELSTER-Zugang
  • Empfang der elektronischen Eingangsbestätigung

Die meisten Buchhaltungsprogramme und Steuersoftware-Lösungen bieten eine direkte ELSTER-Schnittstelle. Die E-Bilanz wird automatisch aus den Buchungsdaten generiert und kann direkt übermittelt werden.

Unternehmensregister für die Offenlegung

Die Offenlegung des Jahresabschlusses erfolgt über das elektronische Portal des Unternehmensregisters. Seit dem DiRUG (01.08.2022) ist dies die einzige zulässige Offenlegungsstelle.

Der Ablauf der elektronischen Offenlegung umfasst mehrere Schritte:

  1. Zugang zum Unternehmensregister einrichten (Registrierung oder Nutzung eines Einreichportals)
  2. Jahresabschluss und weitere Unterlagen als PDF-Dateien vorbereiten
  3. Strukturierte Bilanz im XBRL-Format erstellen (bei hinterlegungspflichtigen Unterlagen)
  4. Unterlagen über das Portal hochladen und Vollständigkeit prüfen
  5. Kostenpflichtige Einreichung abschließen (Gebühren je nach Umfang)
  6. Eingangsbestätigung und Veröffentlichung im Register

„Die elektronische Offenlegung erscheint zunächst komplex, ist aber mit den richtigen Tools in wenigen Minuten erledigt. Wichtig ist, die Unterlagen vollständig und im richtigen Format vorzubereiten.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Spezialisierte Dienstleister und Software-Lösungen wie OnlineBilanz.de bieten eine direkte Schnittstelle zum Unternehmensregister. Der Jahresabschluss wird automatisch formatiert und mit wenigen Klicks eingereicht.

Konsequenzen bei Versäumnis

Die Nichteinhaltung der Einreichungs- und Offenlegungsfristen hat erhebliche rechtliche und finanzielle Folgen. Je nach Verstoß drohen unterschiedliche Sanktionen.

Verspätete Einreichung beim Finanzamt

Bei verspäteter Abgabe der Steuererklärungen kann das Finanzamt Verspätungszuschläge nach § 152 AO festsetzen. Die Höhe richtet sich nach der Dauer der Verspätung und der festgesetzten Steuer.

0,25 %

Pro Monat der festgesetzten Steuer

Min. 25 €

Pro Monat Verspätung

25.000 €

Maximaler Verspätungszuschlag

Zusätzlich kann das Finanzamt bei fehlender Mitwirkung Zwangsgelder nach § 328 AO androhen und festsetzen. In schwerwiegenden Fällen kann auch eine Schätzung der Besteuerungsgrundlagen nach § 162 AO erfolgen, die meist zu höheren Steuern führt.

Versäumte Offenlegung beim Unternehmensregister

Die Nichteinhaltung der Offenlegungsfrist nach § 325 HGB wird vom Bundesamt für Justiz (BfJ) mit einem Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB geahndet.

Achtung

Das Ordnungsgeld nach § 335 HGB beträgt mindestens 500 Euro und kann bis zu 25.000 Euro betragen. Es richtet sich gegen die Gesellschaft selbst und persönlich gegen die Geschäftsführer.

Der Ablauf eines Ordnungsgeldverfahrens erfolgt in mehreren Stufen:

  1. Das BfJ stellt nach Ablauf der 12-Monats-Frist die Fristversäumnis fest
  2. Androhung eines Ordnungsgeldes mit Aufforderung zur Offenlegung binnen 6 Wochen
  3. Bei weiterer Untätigkeit: Festsetzung des Ordnungsgeldes
  4. Möglichkeit der erneuten Festsetzung bei fortgesetzter Pflichtverletzung
  5. Vollstreckung des Ordnungsgeldes durch die Finanzbehörden

Auch nach Zahlung des Ordnungsgeldes bleibt die Offenlegungspflicht bestehen. Das Ordnungsgeld ist keine Ablösung der Pflicht, sondern ein Zwangsmittel zu deren Durchsetzung.

Persönliche Haftung der Geschäftsführer

Geschäftsführer haften persönlich für Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss. Nach § 43 Abs. 2 GmbHG müssen sie die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anwenden.

Hinweis

Bei schuldhafter Pflichtverletzung können Geschäftsführer der Gesellschaft gegenüber schadensersatzpflichtig werden. Dies umfasst Ordnungsgelder, Verspätungszuschläge und weitere finanzielle Nachteile.

Zusätzlich kann eine verspätete oder unterlassene Offenlegung negative Auswirkungen auf die Bonität und das Rating der Gesellschaft haben. Geschäftspartner und Banken bewerten fehlende Jahresabschlüsse als Risikofaktor.

Sonderfälle und Ausnahmen

In bestimmten Situationen gelten abweichende Regelungen oder Erleichterungen bei der Einreichung und Offenlegung des Jahresabschlusses.

Neugründungen im laufenden Jahr

Bei Neugründungen beginnt das erste Geschäftsjahr mit der Eintragung ins Handelsregister und endet am folgenden 31. Dezember – es sei denn, die Satzung bestimmt einen abweichenden Bilanzstichtag. Für das erste Rumpfgeschäftsjahr gelten die regulären Fristen ab dem gewählten Bilanzstichtag.

Kleinstkapitalgesellschaften im ersten Geschäftsjahr können von den Erleichterungen nach § 326 Abs. 1 HGB profitieren, sofern sie die Größenkriterien des § 267a HGB nicht überschreiten.

Abweichender Bilanzstichtag

Unternehmen können gemäß § 240 Abs. 2 HGB einen vom Kalenderjahr abweichenden Bilanzstichtag wählen. Dies ist insbesondere bei saisonalen Geschäften oder Konzernzugehörigkeit üblich.

Bilanzstichtag Feststellungsfrist (klein) Offenlegungsfrist § 325 HGB Steuerliche Frist (mit Berater)
30.06.2025 31.05.2026 30.06.2026 28.02.2027
30.09.2025 31.08.2026 30.09.2026 31.05.2027
31.12.2025 30.11.2026 31.12.2026 28.02.2027
31.03.2026 28.02.2027 31.03.2027 30.11.2027

Bei abweichendem Wirtschaftsjahr verschieben sich alle Fristen entsprechend. Die 12-Monats-Frist für die Offenlegung beginnt stets am Tag nach dem Bilanzstichtag.

Befreiung von der Offenlegungspflicht

Konzernabschlüsse können unter bestimmten Voraussetzungen nach § 291 HGB befreit werden. Tochtergesellschaften, die in einen EU-Konzernabschluss einbezogen werden, können von der Pflicht zur Aufstellung eines eigenen Lageberichts und der Offenlegung befreit werden.

Voraussetzungen für die Befreiung nach § 291 HGB:

  • Einbeziehung in einen Konzernabschluss nach EU-Recht
  • Alle Gesellschafter müssen der Befreiung zustimmen
  • Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht müssen offengelegt werden
  • Die Befreiung muss im Anhang der Tochtergesellschaft angegeben werden
  • Der Name des befreienden Mutterunternehmens ist anzugeben

Insolvenz und Liquidation

Bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens übernimmt der Insolvenzverwalter die Pflichten zur Jahresabschlusserstellung und Offenlegung. Die Fristen bleiben grundsätzlich bestehen, können aber im Einzelfall durch das Insolvenzgericht modifiziert werden.

Im Falle einer Liquidation nach § 264 Abs. 1 Satz 3 HGB muss ein Liquidationseröffnungsbilanz erstellt werden. Die regulären Offenlegungspflichten bleiben bis zur Löschung der Gesellschaft aus dem Handelsregister bestehen.

Hinweis

Auch in der Liquidationsphase sind Jahresabschlüsse aufzustellen und offenzulegen. Die Liquidatoren tragen die gleichen Pflichten wie zuvor die Geschäftsführer und haften bei Pflichtverletzungen persönlich.

Häufig gestellte Fragen

Wo muss der Jahresabschluss 2026 eingereicht werden?

Der Jahresabschluss muss an zwei Stellen eingereicht werden: Beim Finanzamt als Bestandteil der Steuererklärungen (E-Bilanz über ELSTER) und beim Unternehmensregister zur handelsrechtlichen Offenlegung nach § 325 HGB. Beide Vorgänge sind unabhängig voneinander und erfüllen unterschiedliche gesetzliche Pflichten. Die Einreichung beim Finanzamt genügt nicht für die Erfüllung der Offenlegungspflicht.

Bis wann muss der Jahresabschluss 2025 beim Finanzamt sein?

Für Jahresabschlüsse mit Bilanzstichtag 31.12.2025 gilt die Frist bis 31.07.2026, wenn keine steuerliche Beratung in Anspruch genommen wird. Bei Beauftragung eines Steuerberaters verlängert sich die Frist automatisch bis 28.02.2027. Weitere Fristverlängerungen sind auf begründeten Antrag beim Finanzamt möglich, jedoch ohne Garantie auf Gewährung.

Was passiert, wenn die Offenlegungsfrist versäumt wird?

Bei Versäumnis der 12-Monats-Frist nach § 325 HGB leitet das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB ein. Das Ordnungsgeld beträgt mindestens 500 Euro und kann bis zu 25.000 Euro betragen. Es richtet sich gegen die Gesellschaft und persönlich gegen die Geschäftsführer. Auch nach Zahlung bleibt die Offenlegungspflicht bestehen und es können weitere Ordnungsgelder festgesetzt werden.

Welche Unterlagen müssen beim Unternehmensregister offengelegt werden?

Der Umfang richtet sich nach der Größenklasse gemäß § 267 HGB. Kleinstgesellschaften müssen nur eine verkürzte Bilanz offenlegen, kleine Gesellschaften zusätzlich den Anhang (GuV entfällt). Mittelgroße Gesellschaften müssen Bilanz, verkürzte GuV, Anhang und Lagebericht einreichen. Große Gesellschaften legen den vollständigen Jahresabschluss mit Bestätigungsvermerk und Lagebericht offen. Erleichterungen sind nach § 326 HGB möglich.

Kann die Offenlegungsfrist von 12 Monaten verlängert werden?

Nein, die Offenlegungsfrist nach § 325 HGB ist gesetzlich festgelegt und nicht verlängerbar. Anders als bei der steuerlichen Abgabefrist gibt es keine Möglichkeit einer Fristverlängerung. Der Jahresabschluss muss spätestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag beim Unternehmensregister eingereicht werden. Bei Versäumnis droht unmittelbar ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB.

Müssen Einzelunternehmen und Personengesellschaften auch offenlegen?

Nein, die Offenlegungspflicht nach § 325 HGB betrifft ausschließlich Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) und bestimmte Personenhandelsgesellschaften ohne persönlich haftenden Gesellschafter (z.B. GmbH & Co. KG). Einzelunternehmen und normale Personengesellschaften (OHG, KG mit natürlichen Personen als Komplementär) müssen ihren Jahresabschluss nur beim Finanzamt einreichen, nicht aber öffentlich offenlegen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Gesetzliche Grundlagen: § 325 HGB – Offenlegung, § 335 HGB – Ordnungsgeldverfahren, § 42a GmbHG – Feststellung des Jahresabschlusses, Unternehmensregister, ELSTER – Elektronische Steuererklärung. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
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Ben
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