Bilanz Bundesanzeiger 2026
Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten
Die Offenlegung der Bilanz erfolgt seit dem DiRUG (01.08.2022) nicht mehr über den Bundesanzeiger, sondern ausschließlich über das Unternehmensregister. Alle wichtigen Informationen zur Bundesanzeiger Offenlegung 2026 – einschließlich der verpflichteten Kapitalgesellschaften, geltender Fristen und drohender Sanktionen bei Versäumnis – werden in diesem Beitrag erläutert. Details zur XBRL-Offenlegung im Unternehmensregister finden Sie in einem separaten Beitrag. Stand: 2026.
Mehr zu Offenlegungsfrist, Hinterlegung für Kleinstgesellschaften und Ordnungsgeld lesen Sie im Überblick zur Offenlegung des Jahresabschlusses.
Kurzantwort
Seit dem DiRUG (01.08.2022) erfolgt die Offenlegung des Jahresabschlusses ausschließlich über das Unternehmensregister, nicht mehr über den Bundesanzeiger. Kapitalgesellschaften müssen ihre Bilanz gemäß § 325 HGB binnen 12 Monaten nach Bilanzstichtag offenlegen. Bei Versäumnis droht ein Ordnungsgeld von 2.500 bis 25.000 Euro nach § 335 HGB.
Inhaltsverzeichnis
- Was hat sich seit dem DiRUG geändert?
- Wer muss seine Bilanz offenlegen?
- Welche Fristen gelten für die Offenlegung?
- Welche Unterlagen müssen offengelegt werden?
- Wie lege ich die Bilanz im Unternehmensregister offen?
- Welche Kosten entstehen bei der Offenlegung?
- Welche Sanktionen drohen bei verspäteter Offenlegung?
- Unterschied zwischen Offenlegung und Veröffentlichung
- Häufige Fehler bei der Offenlegung vermeiden
Bilanz Bundesanzeiger: Was hat sich seit dem DiRUG geändert?
Seit dem 1. August 2022 ist der Bundesanzeiger nicht mehr die zuständige Offenlegungsstelle für Jahresabschlüsse. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG) erfolgt die Offenlegung nach § 325 HGB ausschließlich über das Unternehmensregister. Diese Änderung betrifft alle offenlegungspflichtigen Kapitalgesellschaften, insbesondere GmbHs, UGs, AGs und GmbH & Co. KGs. Für die Erstellung und Offenlegung des GmbH Jahresabschlusses gelten dabei weiterhin strenge Fristen und formale Anforderungen.
Der Bundesanzeiger wird weiterhin als Publikationsorgan für andere Bekanntmachungen genutzt (z. B. Handelsregisteränderungen, Insolvenzbekanntmachungen), jedoch nicht mehr für die Offenlegung des Jahresabschlusses. Die neue Rechtslage gilt für Rechnungslegungsunterlagen von Geschäftsjahren, die nach dem 31.12.2021 beginnen.
Wichtig für die Praxis
Die Einreichung erfolgt elektronisch über das Unternehmensregister; dafür ist eine Registrierung als Einreicher erforderlich. Nach der Veröffentlichung können Sie den Jahresabschluss im Unternehmensregister suchen und die erfolgreiche Offenlegung prüfen. Die Verantwortung für die fristgerechte Offenlegung liegt bei der Geschäftsführung.
| Aspekt | Bis 31.07.2022 (Bundesanzeiger) | Ab 01.08.2022 (Unternehmensregister) |
|---|---|---|
| Offenlegungsstelle | Bundesanzeiger | Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) |
| Rechtsgrundlage | § 325 HGB (alte Fassung) | § 325 HGB (neue Fassung nach DiRUG) |
| Technische Einreichung | Formular oder XML | Elektronische Einreichung über das Unternehmensregister |
| Veröffentlichung | Bundesanzeiger-Publikation | Abruf über Unternehmensregister |
| Gebühren | Bundesanzeiger-Publikationskosten | Gebühren nach JVKostG (KV Nr. 1420 ff.); keine Bundesanzeiger-Publikationskosten mehr |
Wer muss seine Bilanz offenlegen?
Die Offenlegungspflicht ergibt sich aus § 325 HGB und betrifft grundsätzlich alle Kapitalgesellschaften — unabhängig von ihrer Größe. Dazu zählen insbesondere GmbHs, Unternehmergesellschaften (UGs), Aktiengesellschaften und GmbH & Co. KGs, sofern persönlich haftender Gesellschafter eine Kapitalgesellschaft ist (§ 264a HGB).
Nicht offenlegungspflichtig sind Einzelunternehmen und Personengesellschaften (GbR, OHG, KG) ohne Kapitalgesellschafter. Diese erstellen zwar eine Bilanz für steuerliche Zwecke, unterliegen jedoch nicht der publizitätsrechtlichen Offenlegung. Ausnahmen gelten für publizitätspflichtige Unternehmen nach § 1 PublG, die bestimmte Schwellenwerte überschreiten — unabhängig von der Rechtsform.
Größenabhängige Offenlegungsumfänge
Der Umfang der Offenlegung richtet sich nach der Größenklasse gemäß § 267 HGB. Kleine Kapitalgesellschaften dürfen eine verkürzte Bilanz offenlegen (§ 326 HGB), mittelgroße und große müssen vollständige Unterlagen einreichen (mittelgroße mit Erleichterungen nach § 327 HGB). Die Schwellenwerte für 2026 (Bilanzstichtag 31.12.2025) lauten:
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Arbeitnehmer |
|---|---|---|---|
| Klein (§ 267 Abs. 1 HGB) | ≤ 7,5 Mio. € | ≤ 15 Mio. € | ≤ 50 |
| Mittelgroß (§ 267 Abs. 2 HGB) | ≤ 25 Mio. € | ≤ 50 Mio. € | ≤ 250 |
| Groß (§ 267 Abs. 3 HGB) | > 25 Mio. € | > 50 Mio. € | > 250 |
Es genügt, wenn zwei der drei Schwellenwerte an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen über- oder unterschritten werden (§ 267 Abs. 4 HGB). Kleinstkapitalgesellschaften nach § 267a HGB profitieren von weiteren Erleichterungen und können ihre Bilanz statt der Offenlegung hinterlegen (§ 326 Abs. 2 HGB).
Welche Fristen gelten für die Offenlegung der Bilanz?
Die Offenlegungsfrist beträgt nach § 325 Abs. 1a HGB zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag. Für eine GmbH mit Bilanzstichtag 31.12.2025 endet die Frist somit am 31.12.2026. Diese Frist ist eine gesetzliche Höchstfrist — in der Praxis sollte die Offenlegung jedoch deutlich früher erfolgen, da ihr die Feststellung des Jahresabschlusses vorausgehen muss.
Die Feststellungsfrist für den Jahresabschluss ergibt sich aus § 42a GmbHG und beträgt für kleine Kapitalgesellschaften elf Monate, für mittelgroße und große acht Monate nach Bilanzstichtag. Erst nach Feststellung durch die Gesellschafterversammlung darf der Jahresabschluss offengelegt werden. Wer die Offenlegungsfrist versäumt, riskiert ein Ordnungsgeld nach § 335 HGB zwischen 2.500 und 25.000 Euro.
Risiko: Ordnungsgeldverfahren
Das Bundesamt für Justiz (BfJ) überwacht die Offenlegungspflicht und leitet bei Fristversäumnis automatisch ein Ordnungsgeldverfahren ein. Das Ordnungsgeld wird zunächst unter Setzung einer Nachfrist von sechs Wochen angedroht (§ 335 Abs. 3 HGB); erfolgt die Offenlegung erst danach, wird es festgesetzt und kann nur in den Fällen des § 335 Abs. 4 HGB herabgesetzt werden.
12
Monate Offenlegungsfrist (§ 325 HGB)
11
Monate Feststellungsfrist (klein, § 42a GmbHG)
2.500–25.000 €
Ordnungsgeld bei Versäumnis (§ 335 HGB)
Die Zeitfenster zwischen Feststellung und Offenlegung werden häufig unterschätzt. Wer den Jahresabschluss erst kurz vor Ablauf der 11-Monats-Frist feststellt, hat nur noch wenige Wochen für die Offenlegung. Planen Sie daher ausreichend Puffer ein.
Welche Unterlagen müssen offengelegt werden?
Der Umfang der Offenlegung richtet sich nach der Größenklasse der Kapitalgesellschaft. Kleine Kapitalgesellschaften profitieren von Erleichterungen (§ 326 HGB), während mittelgroße und große Gesellschaften vollständige Unterlagen einreichen müssen (§ 325 HGB).
Kleine Kapitalgesellschaften (§ 326 Abs. 1 HGB)
- Bilanz in verkürzter Form (§ 266 Abs. 1 Satz 3 HGB)
- Anhang mit Pflichtangaben nach § 264 Abs. 1 HGB
- Lagebericht muss nicht aufgestellt werden (§ 264 Abs. 1 Satz 4 HGB)
- Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers (falls Prüfungspflicht besteht)
Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften (§ 325 HGB)
- Bilanz mit Vorjahreszahlen (mittelgroße: verkürzt möglich, § 327 HGB)
- Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) in vollständiger Form
- Anhang mit allen Pflichtangaben (§ 284 ff. HGB)
- Lagebericht mit Darstellung der wirtschaftlichen Lage und Prognose
- Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers (bei Prüfungspflicht)
- Bei Konzernen: Konzernabschluss und Konzernlagebericht
Kleinstkapitalgesellschaften (§ 267a HGB)
Kleinstkapitalgesellschaften können ihre Pflicht dadurch erfüllen, dass sie lediglich die Bilanz beim Unternehmensregister hinterlegen (§ 326 Abs. 2 HGB); Dritte erhalten sie dann nur auf Antrag. Einen Anhang müssen sie unter den Voraussetzungen des § 264 Abs. 1 Satz 5 HGB nicht aufstellen. Voraussetzung: Bilanzsumme ≤ 450.000 €, Umsatz ≤ 900.000 €, Arbeitnehmer ≤ 10 im Jahresdurchschnitt.
Wie lege ich die Bilanz im Unternehmensregister offen?
Die Offenlegung erfolgt seit dem 1. August 2022 ausschließlich über das Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de). Die Einreichung erfolgt elektronisch über die Plattform des Unternehmensregisters; kapitalmarktorientierte Unternehmen haben besondere Formatvorgaben (ESEF, § 328 HGB) zu beachten.
1. Manuelle Einreichung über das Online-Formular
- Registrierung oder Anmeldung im Unternehmensregister mit Unternehmensdaten
- Auswahl des Geschäftsjahres und der Größenklasse
- Hochladen der offenzulegenden Unterlagen (Bilanz, Anhang, ggf. GuV, Lagebericht, Bestätigungsvermerk)
- Prüfung der Vollständigkeit durch das System
- Abschluss der Einreichung über das Benutzerkonto
- Gebühren nach dem Justizverwaltungskostengesetz (KV Nr. 1420 ff.)
- Veröffentlichung im Unternehmensregister nach Prüfung der Einreichung
2. Strukturierte Einreichung im XBRL-Format
Kapitalmarktorientierte Unternehmen (Inlandsemittenten) müssen ihren Jahresfinanzbericht im einheitlichen elektronischen Berichtsformat (ESEF) offenlegen (§ 328 Abs. 1 HGB). Diese strukturierte Datei ermöglicht maschinelle Auswertung und Vergleichbarkeit. Die Erstellung erfordert spezielle Software oder die Unterstützung durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer.
-
Jahresabschluss durch Gesellschafterversammlung festgestellt (§ 42a GmbHG)
-
Alle Pflichtangaben nach Größenklasse vollständig (§ 264, § 325 HGB)
-
PDF-Dateien oder XBRL-Datei technisch korrekt und vollständig
-
Zugang zum Unternehmensregister vorhanden oder Dienstleister beauftragt
-
Gebühren nach JVKostG eingeplant
-
Frist: 12 Monate nach Bilanzstichtag (§ 325 Abs. 1a HGB)
Welche Kosten entstehen bei der Offenlegung?
Die Offenlegungsgebühren für das Unternehmensregister sind im Justizverwaltungskostengesetz geregelt (Kostenverzeichnis Nr. 1420 ff.).
| Größenklasse | Offenlegungsgebühr (Unternehmensregister) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kleinstkapitalgesellschaft | nach JVKostG | Verkürzte Bilanz, kein Lagebericht |
| Kleine Kapitalgesellschaft | nach JVKostG | Verkürzte Bilanz + Anhang |
| Mittelgroße Kapitalgesellschaft | nach JVKostG | Vollständige Unterlagen inkl. GuV |
| Große Kapitalgesellschaft / Konzern | nach JVKostG | Vollständige Unterlagen + Lagebericht, ggf. XBRL |
Hinzu kommen die Kosten für die Erstellung des Jahresabschlusses durch einen Steuerberater. Diese richten sich nach der Steuerberatergebührenverordnung (StBVV) und hängen ab vom Gegenstandswert (Mittelwert aus berichtigter Bilanzsumme und Jahresleistung, § 35 Abs. 2 StBVV), der Komplexität der Buchführung und dem gewählten Gebührensatz. Für die Software-Leistung von OnlineBilanz gilt ein Preis ab 499,95 € netto (zzgl. USt.).
Gesetzliche Gebühren (Unternehmensregister)
Die Gebühren richten sich nach dem Justizverwaltungskostengesetz. Sie wird direkt an den Betreiber des Unternehmensregisters gezahlt.
Steuerberater-Honorar (Erstellung + Offenlegung)
Die Erstellung des Jahresabschlusses und die technische Offenlegung durch den Steuerberater sind separate Leistungen, die häufig gemeinsam beauftragt werden.
Kosten bei OnlineBilanz
OnlineBilanz.de stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit, ab 499,95 € netto (zzgl. USt.). Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung.
Welche Sanktionen drohen bei verspäteter Offenlegung?
Wer die Offenlegungsfrist von zwölf Monaten (§ 325 Abs. 1a HGB) versäumt, dem droht ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB. Das Bundesamt für Justiz (BfJ) überwacht die Einhaltung der Frist systematisch und leitet bei Versäumnis ein Ordnungsgeldverfahren ein. Das Ordnungsgeld beträgt zwischen 2.500 und 25.000 Euro.
Das Ordnungsgeld ist kein Bußgeld, sondern ein Zwangsmittel zur Durchsetzung der Offenlegungspflicht. Wird die Offenlegung erst nach Ablauf der sechswöchigen Nachfrist nachgeholt, entfällt ein festgesetztes Ordnungsgeld nicht automatisch. Das Verfahren kann wiederholt werden, bis die Offenlegung erfolgt. Das Ordnungsgeld kann sich auch gegen die Geschäftsführer persönlich richten (§ 335 Abs. 1 HGB).
Weitere rechtliche Konsequenzen
- Löschung wegen Vermögenslosigkeit: Eine dauerhaft fehlende Offenlegung kann für das Registergericht Anlass sein, eine Löschung wegen Vermögenslosigkeit zu prüfen (§ 394 FamFG, § 60 Abs. 1 Nr. 7 GmbHG).
- Haftungsrisiken: Geschäftsführer haften persönlich für Pflichtverletzungen. Bei vorsätzlicher Nichtoffenlegung können Schadensersatzansprüche von Gläubigern oder Gesellschaftern entstehen.
- Bonitätsverlust: Fehlende Offenlegung wird von Auskunfteien negativ bewertet und kann die Kreditwürdigkeit erheblich beeinträchtigen.
- Imageverlust: Geschäftspartner, Banken und Lieferanten können die Offenlegungshistorie im Unternehmensregister einsehen — Fristversäumnisse sind öffentlich sichtbar.
Ordnungsgeld bei Offenlegung nach Fristablauf
Viele Geschäftsführer glauben, dass das Ordnungsgeldverfahren entfällt, sobald sie die Bilanz nachträglich offenlegen. Das gilt nur, wenn die Offenlegung innerhalb der in der Androhung gesetzten Sechswochenfrist erfolgt. Danach wird das Ordnungsgeld festgesetzt; eine Herabsetzung ist nur in den Fällen des § 335 Abs. 4 HGB möglich.
2.500–25.000 €
Ordnungsgeld (§ 335 HGB)
§ 394 FamFG
Löschungsrisiko bei Vermögenslosigkeit
12 Monate
Gesetzliche Offenlegungsfrist
Was ist der Unterschied zwischen Offenlegung und Veröffentlichung?
Die Begriffe Offenlegung und Veröffentlichung werden häufig synonym verwendet, haben jedoch eine unterschiedliche rechtliche Bedeutung. Offenlegung bezeichnet die gesetzliche Pflicht, den Jahresabschluss beim Unternehmensregister einzureichen (§ 325 HGB). Veröffentlichung bezeichnet den Akt der Bekanntmachung — historisch im gedruckten Bundesanzeiger, heute durch Abrufbarkeit im Unternehmensregister.
Seit dem DiRUG erfolgt die Veröffentlichung automatisch durch die Offenlegung: Sobald der Jahresabschluss im Unternehmensregister eingereicht und geprüft wurde, ist er öffentlich abrufbar. Eine separate Publikation im Bundesanzeiger entfällt. Die Bekanntmachung erfolgt digital — jeder kann den Jahresabschluss abrufen.
| Begriff | Definition | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Offenlegung | Gesetzliche Pflicht zur Einreichung des Jahresabschlusses beim Unternehmensregister | § 325 HGB |
| Veröffentlichung | Öffentliche Bereitstellung des Jahresabschlusses zur Einsichtnahme durch Dritte | § 325 HGB i.V.m. DiRUG |
| Bekanntmachung | Akt der erstmaligen Publikation (historisch: Bundesanzeiger, heute: Unternehmensregister) | § 10 HGB (allgemein) |
In der Praxis bedeutet dies: Die Offenlegung ist der rechtliche Akt, den die Gesellschaft bzw. ihr Steuerberater durchführt. Die Veröffentlichung erfolgt automatisch durch das Unternehmensregister. Dritte (z. B. Banken, Geschäftspartner, Wettbewerber) können den Jahresabschluss jederzeit einsehen — Transparenz ist gewollt und gesetzlich vorgeschrieben.
Welche häufigen Fehler sollten bei der Offenlegung vermieden werden?
Die Offenlegung des Jahresabschlusses ist ein formalisierter Prozess mit zahlreichen Fallstricken. Typische Fehler können zu Verzögerungen oder Ordnungsgeldverfahren führen. Die folgenden Punkte sollten Sie unbedingt beachten:
1. Offenlegung vor Feststellung des Jahresabschlusses
Der Jahresabschluss muss zunächst durch die Gesellschafterversammlung festgestellt werden (§ 42a GmbHG). Erst danach darf er offengelegt werden. Offenzulegen ist der festgestellte Jahresabschluss (§ 325 Abs. 1 HGB); ein nicht festgestellter Entwurf erfüllt diese Pflicht nicht ohne Weiteres.
2. Unvollständige Unterlagen
Je nach Größenklasse müssen unterschiedliche Unterlagen eingereicht werden (§ 325, § 326 HGB). Häufig fehlen Anhang, Lagebericht oder Bestätigungsvermerk. Der Betreiber des Unternehmensregisters prüft, ob die Unterlagen fristgerecht und vollzählig eingereicht wurden, und meldet Verstöße dem Bundesamt für Justiz (§ 329 HGB). Jede Nachbesserung kostet Zeit und rückt die Frist näher.
3. Falsche Größenklasse gewählt
Wer seine Gesellschaft als ‚klein‘ einstuft, obwohl sie die Schwellenwerte (§ 267 HGB) überschreitet, riskiert eine Ablehnung. Die Größenklasse bestimmt den Offenlegungsumfang — eine Fehleinschätzung führt zu fehlenden Unterlagen und Verzögerungen.
4. Fehlender Zugang zum Unternehmensregister
Für die Einreichung ist ein Benutzerkonto beim Unternehmensregister erforderlich; die Registrierung sollte rechtzeitig vor Fristablauf erfolgen. Alternativ kann ein Dienstleister, etwa ein Steuerberater, die Einreichung übernehmen.
5. Fristversäumnis durch späte Feststellung
Viele Geschäftsführer stellen den Jahresabschluss erst kurz vor Ablauf der Feststellungsfrist (11 Monate für kleine, 8 Monate für mittelgroße/große Gesellschaften). Dann bleibt zu wenig Zeit für die Offenlegung — die 12-Monats-Frist läuft unbarmherzig weiter. Strategisch sinnvoll: Frühzeitige Erstellung und Feststellung, dann bleibt genug Puffer.
-
Jahresabschluss durch Gesellschafterversammlung förmlich festgestellt
-
Alle Pflichtunterlagen vollständig und korrekt (Größenklasse beachten)
-
Zugang zum Unternehmensregister vorhanden oder Dienstleister beauftragt
-
Größenklasse korrekt ermittelt (§ 267 HGB, zwei aufeinanderfolgende Jahre)
-
Fristen im Blick: Feststellung + Offenlegung rechtzeitig planen
-
Technische Anforderungen des Unternehmensregisters geprüft
Unterstützung durch Steuerberater
Wer unsicher ist, kann die Offenlegung einem Steuerberater übertragen. Die Verantwortung für die fristgerechte Offenlegung bleibt bei der Geschäftsführung.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich die Bilanz auch freiwillig im Bundesanzeiger veröffentlichen?
Die gesetzliche Offenlegungspflicht nach § 325 HGB kann seit dem DiRUG ausschließlich über das Unternehmensregister erfüllt werden; eine Veröffentlichung im Bundesanzeiger ersetzt sie nicht. Freiwillige zusätzliche Veröffentlichungen, etwa auf der eigenen Website, sind möglich.
Gilt die Offenlegungspflicht auch für Einzelunternehmen und GbR?
Nein, Einzelunternehmen und GbR sind grundsätzlich nicht zur Offenlegung verpflichtet. Die Offenlegungspflicht nach § 325 HGB betrifft nur Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Person als haftenden Gesellschafter (z. B. GmbH & Co. KG).
Was passiert, wenn ich eine fehlerhafte Bilanz offengelegt habe?
Fehlerhafte Offenlegungen können durch eine berichtigte Einreichung ersetzt werden. Bei wesentlichen Fehlern sollten Sie umgehend eine Korrektur vornehmen, um Ordnungsgelder oder Haftungsrisiken zu vermeiden. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem Steuerberater beraten.
Muss ich die Bilanz jedes Jahr neu offenlegen?
Ja, die Offenlegungspflicht besteht für jeden Jahresabschluss neu. Kapitalgesellschaften müssen den Jahresabschluss für jedes Geschäftsjahr binnen 12 Monaten nach Bilanzstichtag im Unternehmensregister offenlegen. Eine einmalige Offenlegung genügt nicht.
Wo finde ich offengelegte Bilanzen anderer Unternehmen?
Offengelegte Jahresabschlüsse können Sie im Unternehmensregister unter www.unternehmensregister.de abrufen. Geben Sie den Firmennamen oder die Handelsregisternummer ein. Die Dokumente stehen dort öffentlich zur Einsicht bereit, sofern die Offenlegung erfolgt ist.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. OnlineBilanz stellt Software für einen KI-gestützten Jahresabschlussentwurf sowie die technische Datenübermittlung nach § 87d AO bereit; Prüfung, Entscheidung und Feststellung obliegen Ihnen. Auf Wunsch übernimmt gegen Aufpreis ein mit OnlineBilanz kooperierender Steuerberater Prüfung, Freigabe und Unterzeichnung in eigener beruflicher Verantwortung. Gesetzliche Grundlagen: § 325 HGB – Offenlegung, § 335 HGB – Ordnungsgeldverfahren, § 267 HGB – Größenklassen, § 42a GmbHG – Feststellung des Jahresabschlusses. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.









Fabian Klement
Jakob Röß
Dr. Jeannine Dinnebier
