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Datum

Lesedauer

13–19 Minuten

OnlineBilanzBlogInventar vs. Bilanz

Unterschied Inventar und Bilanz 2026 – Abgrenzung & Praxis

Zuletzt aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: ca. 10 Minuten

Das Inventar ist das ausführliche Bestandsverzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden, während die Bilanz die verdichtete, wertmäßige Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva darstellt. Beide Instrumente sind gesetzlich vorgeschrieben und bilden gemeinsam die Grundlage für den Jahresabschluss nach HGB – allerdings gilt die Bilanzierungspflicht nicht für alle Unternehmen. Kleinere Betriebe und Freiberufler können stattdessen eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen; Details dazu finden Sie im Artikel EÜR oder Bilanz? Unterschiede. Die Bilanz wird durch die Gewinn- und Verlustrechnung ergänzt, die das Ergebnis der Periode ausweist – mehr dazu erfahren Sie im Artikel Unterschied Bilanz und GuV. Wer den Unterschied zwischen Inventar und Bilanz kennt, vermeidet Fehler bei Inventur, Bewertung und Offenlegung. Eine praktische Anleitung dazu bietet unser Leitfaden Inventar und Bilanz erstellen.

SG
Servet Gündogan

Büroleiter OnlineBilanz · Stuttgart

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Kurzantwort

Das Inventar ist ein detailliertes Bestandsverzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden nach § 240 HGB, gegliedert nach Art, Menge und Wert. Die Bilanz hingegen ist eine komprimierte, wertmäßige Übersicht gemäß § 266 HGB, die Aktiva und Passiva stichtagsbezogen gegenüberstellt. Das Inventar dient als Grundlage zur Erstellung der Bilanz und ist Teil der Buchhaltung, während die Bilanz Bestandteil des veröffentlichungspflichtigen Jahresabschlusses ist.

Was ist der Unterschied zwischen Inventar und Bilanz?

Inventar und Bilanz sind beide zentrale Instrumente der Rechnungslegung nach HGB, erfüllen jedoch unterschiedliche Funktionen und weisen unterschiedliche Strukturen auf. Während das Inventar gemäß § 240 HGB ein detailliertes Bestandsverzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden darstellt, ist die Bilanz nach § 242 HGB eine zusammenfassende, gegliederte Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva zu einem bestimmten Stichtag.

Das Inventar bildet die Grundlage für die Bilanz. Es enthält sämtliche Einzelpositionen mit Mengen und Werten, während die Bilanz diese Daten verdichtet und in gesetzlich vorgegebenen Gliederungsschemata (§ 266 HGB für Kapitalgesellschaften) zusammenfasst. Die Bilanz ist Teil des veröffentlichungspflichtigen Jahresabschlusses, das Inventar hingegen unterliegt keiner Offenlegungspflicht und verbleibt als internes Dokument im Unternehmen.

Inventar

  • Detailliertes Bestandsverzeichnis (§ 240 HGB)
  • Mengen und Werte jedes Vermögensgegenstands
  • Intern, keine Offenlegungspflicht
  • Grundlage für die Bilanz
  • Kann mehrere hundert Seiten umfassen

Bilanz

  • Zusammenfassende Darstellung (§ 242 HGB)
  • Gegliederte Posten nach § 266 HGB
  • Teil des veröffentlichungspflichtigen Jahresabschlusses
  • Ergebnis aus Inventar und Bewertung
  • Kompakte zweiseitige Darstellung

Praxis-Hinweis

Die Inventur (körperliche Bestandsaufnahme) liefert die Daten für das Inventar. Das Inventar bildet nach Bewertung die Basis für die Bilanz. Diese Dokumentationskette ist von der Betriebsprüfung nachvollziehbar zu halten.

Gesetzliche Grundlagen: Inventar und Inventur nach § 240 HGB

Die Pflicht zur Inventur und Inventarerstellung ergibt sich aus § 240 Abs. 1 HGB. Jeder Kaufmann muss zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres ein Inventar aufstellen. Das Inventar muss sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden mit Menge und Wert verzeichnen. Für Grundstücke genügt die Angabe des Werts.

§ 240 Abs. 2 HGB ermöglicht Erleichterungen: Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe können nach Art, Menge und Wert in Gruppen zusammengefasst werden, sofern dies den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Zudem können nach § 241 HGB vereinfachte Inventurverfahren genutzt werden, etwa die permanente Inventur oder Stichprobeninventur bei funktionierendem Lagerbuchführungssystem.

Inventurverfahren im Überblick

Verfahren Rechtsgrundlage Zeitpunkt Voraussetzungen
Stichtagsinventur § 240 Abs. 1 HGB Bilanzstichtag (31.12.) Vollständige körperliche Bestandsaufnahme
Vor-/nachverlegte Inventur § 241 Abs. 3 HGB ±3 Monate um Bilanzstichtag Fortschreibung/Rückrechnung erforderlich
Permanente Inventur § 241 Abs. 2 HGB Während des Geschäftsjahres Funktionierendes Lagerbuchführungssystem
Stichprobeninventur § 241 Abs. 1 HGB Variabel Mathematisch-statistisches Verfahren, anerkannte Methoden

„In der Praxis nutzen viele GmbHs die vorverlegte Inventur, um den Jahresabschluss zeitnah erstellen zu können. Wichtig ist die lückenlose Fortschreibung bis zum Bilanzstichtag – hier entstehen oft Fehler, die bei Betriebsprüfungen auffallen.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Aufbau und Struktur des Inventars

Das Inventar gliedert sich klassischerweise in drei Hauptteile: das Anlagevermögen, das Umlaufvermögen und die Schulden. Jeder Vermögensgegenstand ist einzeln mit Bezeichnung, Menge und Wert aufzuführen. Die Differenz zwischen Vermögen und Schulden ergibt das Reinvermögen bzw. Eigenkapital.

Gliederung des Inventars gemäß § 240 HGB

  1. Anlagevermögen: Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Finanzanlagen – jeweils einzeln mit Anschaffungskosten, Abschreibungen und Buchwert
  2. Umlaufvermögen: Vorräte (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, unfertige/fertige Erzeugnisse), Forderungen, Wertpapiere, Kassenbestand, Bankguthaben – jeweils einzeln oder nach § 240 Abs. 2 HGB in Gruppen
  3. Schulden: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Lieferanten, aus Steuern, sonstige Verbindlichkeiten – jeweils einzeln mit Gläubiger und Betrag
  4. Reinvermögen: Saldo aus Vermögen minus Schulden, entspricht dem Eigenkapital

In der Praxis kann ein Inventar bei mittelständischen GmbHs mehrere hundert Seiten umfassen, insbesondere wenn große Warenlager oder umfangreicher Maschinenpark detailliert erfasst werden. Die Aufbewahrungsfrist beträgt gemäß § 257 HGB zehn Jahre.

Häufiger Fehler

Viele Unternehmen verwechseln das Inventar mit einer einfachen Excel-Liste. Das Inventar muss jedoch den GoB entsprechen, nachvollziehbar gegliedert sein und Bewertungsansätze dokumentieren. Eine unvollständige oder fehlerhafte Inventur führt zu fehlerhaften Bilanzansätzen und kann bei Betriebsprüfungen zu Hinzuschätzungen führen.

Aufbau und Gliederung der Bilanz nach § 266 HGB

Die Bilanz einer Kapitalgesellschaft ist nach § 266 HGB in Kontoform aufzustellen: links die Aktivseite (Vermögen), rechts die Passivseite (Kapital und Schulden). Die Gliederung ist gesetzlich vorgegeben und unterscheidet sich nach Größenklasse: Kleine Kapitalgesellschaften nach § 267 Abs. 1 HGB dürfen eine verkürzte Bilanz aufstellen (§ 266 Abs. 1 Satz 3 HGB), mittelgroße und große müssen die vollständige Gliederung einhalten.

Aktivseite der Bilanz (§ 266 Abs. 2 HGB)

  • A. Anlagevermögen: I. Immaterielle Vermögensgegenstände, II. Sachanlagen, III. Finanzanlagen
  • B. Umlaufvermögen: I. Vorräte, II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, III. Wertpapiere, IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
  • C. Rechnungsabgrenzungsposten
  • D. Aktive latente Steuern (§ 274 HGB)
  • E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung (§ 246 Abs. 2 Satz 2 HGB)

Passivseite der Bilanz (§ 266 Abs. 3 HGB)

  • A. Eigenkapital: I. Gezeichnetes Kapital, II. Kapitalrücklage, III. Gewinnrücklagen, IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag, V. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
  • B. Rückstellungen: 1. Rückstellungen für Pensionen, 2. Steuerrückstellungen, 3. Sonstige Rückstellungen
  • C. Verbindlichkeiten: gegliedert nach Gläubigergruppen (Kreditinstitute, Lieferanten, etc.) mit Restlaufzeitangaben
  • D. Rechnungsabgrenzungsposten
  • E. Passive latente Steuern (§ 274 HGB, Aktivierungswahlrecht für kleine Kapitalgesellschaften)

Gemäß § 247 Abs. 1 HGB gilt das Vollständigkeitsgebot: Sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten sowie Aufwendungen und Erträge sind zu erfassen, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Das Saldierungsverbot nach § 246 Abs. 2 HGB verbietet die Verrechnung von Posten der Aktiv- und Passivseite sowie von Aufwendungen und Erträgen.

Vom Inventar zur Bilanz: Der Prozess der Jahresabschlusserstellung

Der Weg vom Inventar zur fertigen Bilanz folgt einem standardisierten Prozess, der mehrere Schritte umfasst. Zunächst erfolgt die körperliche Bestandsaufnahme (Inventur), deren Ergebnisse im Inventar dokumentiert werden. Anschließend werden die Vermögensgegenstände und Schulden nach handelsrechtlichen Vorschriften bewertet (§§ 252-256 HGB). Die bewerteten Positionen werden dann in die Bilanzgliederung nach § 266 HGB überführt.

Die fünf Schritte vom Inventar zur Bilanz

  • Inventur durchführen: Körperliche Bestandsaufnahme zum Bilanzstichtag (oder im Rahmen zulässiger Verfahren nach § 241 HGB)
  • Inventar erstellen: Dokumentation aller Vermögensgegenstände und Schulden mit Mengen und vorläufigen Werten
  • Bewertung vornehmen: Anwendung der Bewertungsvorschriften (Anschaffungskosten, Abschreibungen nach § 253 HGB, Niederstwertprinzip nach § 253 Abs. 4 HGB, Rückstellungsbewertung nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB)
  • Verdichtung und Gliederung: Zusammenfassung der Inventarpositionen zu Bilanzposten nach § 266 HGB, Bildung von Summen und Zwischensummen
  • Bilanzfeststellung: Formale Feststellung durch Geschäftsführung und Gesellschafterversammlung nach § 42a GmbHG (innerhalb 11 Monate bei kleinen, 8 Monate bei mittelgroßen/großen Kapitalgesellschaften)

Während das Inventar alle Einzelheiten enthält, fasst die Bilanz diese zu aggregierten Posten zusammen. Beispielsweise werden hunderte einzelne Maschinen im Inventar zu einem Bilanzposten ‚Technische Anlagen und Maschinen‘ verdichtet. Diese Verdichtung erfordert fundierte Kenntnisse der Bilanzierungsvorschriften und wird buchhalterisch durch entsprechende Buchungssätze in der Bilanz dokumentiert. In der Praxis wird dieser Prozess typischerweise durch Steuerberater vorgenommen.

„Viele Mandanten unterschätzen den Aufwand zwischen Inventur und fertiger Bilanz. Die Bewertungsfragen – etwa bei Rückstellungen, Abschreibungen oder Forderungsbewertung – erfordern steuerliche Fachkenntnisse. Wer diese Schritte professionell durchführen lassen möchte, findet auf OnlineBilanz.de digitale Steuerberater-Leistungen mit transparenten Festpreisen.“

— Servet Gündogan, Büroleiter OnlineBilanz Stuttgart

Bewertungsunterschiede zwischen Inventar und Bilanz

Ein zentraler Unterschied zwischen Inventar und Bilanz liegt in der Bewertung. Das Inventar dokumentiert zunächst Mengen und ggf. Anschaffungskosten bzw. Nennbeträge. Die Bilanz hingegen zeigt die handelsrechtlich bewerteten Ansätze unter Berücksichtigung von Abschreibungen, Wertminderungen und Bewertungsvorsicht.

Nach § 253 Abs. 1 HGB sind Vermögensgegenstände des Anlagevermögens höchstens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, anzusetzen. Beim Umlaufvermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip (§ 253 Abs. 4 HGB): Der niedrigere beizulegende Wert am Bilanzstichtag ist anzusetzen. Schulden sind gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem Erfüllungsbetrag anzusetzen.

Beispiel: Maschine im Inventar vs. Bilanz

Position Inventar Bilanz Begründung
Anschaffungskosten 50.000 € Dokumentiert im Inventar
Nutzungsdauer 10 Jahre Basis für planmäßige AfA
Abschreibung p.a. 5.000 € Linear nach § 253 Abs. 3 HGB
Nutzungsjahre 3 Jahre Stand 31.12.2025
Buchwert 50.000 € 35.000 € AK minus kumulierte AfA
Bilanzansatz 35.000 € Teil des Postens ‚Technische Anlagen und Maschinen‘

Wichtig für die Praxis

Die Bewertung muss im Anlagenspiegel (§ 284 Abs. 3 HGB für mittelgroße/große Kapitalgesellschaften) oder in internen Aufzeichnungen nachvollziehbar dokumentiert werden. Das Inventar allein genügt nicht – die Überleitung zu den Bilanzansätzen muss prüfbar sein.

Rechtliche Anforderungen und Aufbewahrungsfristen

Sowohl Inventar als auch Bilanz unterliegen strengen rechtlichen Anforderungen. Die Aufbewahrungspflicht für beide Dokumente beträgt nach § 257 Abs. 1 Nr. 1 und 4 HGB zehn Jahre. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung bzw. Aufstellung erfolgte. Für Geschäftsjahre 2025 endet die Aufbewahrungsfrist somit am 31.12.2035.

Während die Bilanz als Teil des Jahresabschlusses der Offenlegungspflicht nach § 325 HGB unterliegt, ist das Inventar ein rein internes Dokument ohne Veröffentlichungspflicht. Die Offenlegung erfolgt seit dem Inkrafttreten des DiRUG am 01.08.2022 ausschließlich beim Unternehmensregister, nicht mehr beim Bundesanzeiger.

Fristen für GmbHs im Überblick (Geschäftsjahr = Kalenderjahr 2025)

Pflicht Frist Rechtsgrundlage Verstoßfolge
Inventur Zum 31.12.2025 § 240 Abs. 1 HGB Fehlerhafte Bilanz, Ordnungswidrigkeit
Jahresabschluss erstellen Unverzüglich (GoB) § 243 Abs. 3 HGB Verstoß gegen Sorgfaltspflicht
Feststellung Jahresabschluss (klein) Bis 30.11.2026 § 42a Abs. 2 GmbHG Ordnungsgeld § 335 HGB
Feststellung (mittel/groß) Bis 31.08.2026 § 42a Abs. 1 GmbHG Ordnungsgeld § 335 HGB
Offenlegung Bis 31.12.2026 § 325 Abs. 1 HGB Ordnungsgeld 500-25.000 €
Aufbewahrung Bis 31.12.2035 § 257 Abs. 1 HGB Ordnungswidrigkeit, Schätzungsbefugnis FA

Ordnungsgeldverfahren

Das Bundesamt für Justiz prüft systematisch die fristgerechte Offenlegung. Bei Versäumnis der 12-Monats-Frist droht ein Ordnungsgeld nach § 335 HGB zwischen 500 und 25.000 Euro. Ein fehlerhaftes oder fehlendes Inventar kann bei Betriebsprüfungen zu Hinzuschätzungen führen.

Größenklassen und Erleichterungen nach § 267 HGB

Die handelsrechtlichen Pflichten unterscheiden sich erheblich nach der Größenklasse der Kapitalgesellschaft. § 267 HGB definiert drei Größenklassen (klein, mittelgroß, groß) anhand von Schwellenwerten für Bilanzsumme, Umsatzerlöse und Arbeitnehmerzahl. Für die Zuordnung müssen an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei der drei Merkmale über- bzw. unterschritten werden.

Größenklassen nach § 267 HGB (Stand 2026)

Größenklasse Bilanzsumme Umsatzerlöse Arbeitnehmer Zwei von drei Merkmalen
Klein ≤ 6 Mio. € ≤ 12 Mio. € ≤ 50 An 2 aufeinanderfolgenden Stichtagen nicht überschritten
Mittelgroß ≤ 20 Mio. € ≤ 40 Mio. € ≤ 250 Überschreitet klein, unterschreitet groß
Groß > 20 Mio. € > 40 Mio. € > 250 Mindestens zwei Merkmale überschritten

Kleine Kapitalgesellschaften profitieren von zahlreichen Erleichterungen: Sie dürfen eine verkürzte Bilanz aufstellen (§ 266 Abs. 1 Satz 3 HGB), den Anhang verkürzen (§ 288 HGB) und bei Offenlegung auf die Gewinn- und Verlustrechnung verzichten (§ 326 Abs. 1 HGB). Die Inventurpflicht nach § 240 HGB gilt jedoch größenunabhängig für alle Kaufleute.

11

Monate Feststellungsfrist klein

8

Monate Feststellungsfrist mittel/groß

12

Monate Offenlegungsfrist

„Die Größenklasse entscheidet über den Umfang der Offenlegung, nicht aber über die Qualität der internen Buchführung. Auch kleine GmbHs müssen ein ordnungsgemäßes Inventar führen – die Erleichterungen betreffen nur die externe Publizität.“

— Das OnlineBilanz Steuerberater-Team

Häufige Fehler bei Inventar und Bilanz in der Praxis

In der täglichen Praxis zeigen sich immer wieder typische Fehlerquellen, die bei Betriebsprüfungen oder Jahresabschlussprüfungen auffallen. Diese Fehler können zu Beanstandungen, Gewinnkorrekturen oder im Extremfall zur Nichtanerkennung der Buchführung führen.

Top 8 Fehler bei Inventar und Bilanz

  1. Keine dokumentierte Inventur: Die Bestandsaufnahme wird nicht oder nur unvollständig durchgeführt. Ohne nachweisbare Inventur fehlt die Grundlage für die Bilanzansätze.
  2. Verspätete Inventur ohne Fortschreibung: Bei vor-/nachverlegter Inventur nach § 241 Abs. 3 HGB fehlt die erforderliche Fortschreibung oder Rückrechnung zum Bilanzstichtag.
  3. Fehlende Bewertungsdokumentation: Es ist nicht nachvollziehbar, wie von den Inventarwerten zu den Bilanzansätzen gelangt wurde (Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern, Einzelwertberichtigungen).
  4. Vermischung von Inventar und Anlagenspiegel: Das Inventar ist kein Anlagenspiegel. Beide Dokumente haben unterschiedliche Funktionen und müssen separat geführt werden.
  5. Unvollständige Schuldenerfassung: Verbindlichkeiten (insbesondere noch nicht gebuchte Eingangsrechnungen) und Rückstellungen werden zum Bilanzstichtag nicht vollständig erfasst.
  6. Falsche Größenklasseneinordnung: Die GmbH wendet falsche Erleichterungen an, weil die Größenklasse nicht korrekt ermittelt wurde (Zwei-Jahres-Prinzip nach § 267 Abs. 4 HGB).
  7. Versäumte Offenlegungsfristen: Der Jahresabschluss wird nicht fristgerecht beim Unternehmensregister eingereicht, es droht Ordnungsgeld nach § 335 HGB.
  8. Nicht GoBD-konforme Archivierung: Inventar und Bilanz werden nicht manipulationssicher und maschinell auswertbar aufbewahrt (Verstoß gegen GoBD und § 257 HGB).

Praxis-Tipp

Nutzen Sie Checklisten für den Jahresabschluss, um Fehlerquellen zu minimieren. Eine strukturierte Vorbereitung – von der Inventur über die Bewertung bis zur Offenlegung – spart Zeit und vermeidet kostspielige Korrekturen. Steuerberater können diese Prozesse standardisiert und sicher durchführen.

Für GmbH-Geschäftsführer ist es empfehlenswert, den gesamten Prozess von Inventur über Inventar bis zur festgestellten Bilanz professionell begleiten zu lassen. Moderne Steuerberater-Plattformen wie OnlineBilanz.de bieten transparente Festpreise und digitale Abwicklung – ohne lange Wartezeiten und mit voller steuerlicher Haftung.

Häufig gestellte Fragen

Muss das Inventar beim Unternehmensregister offengelegt werden?

Nein. Das Inventar ist ein internes Bestandsverzeichnis und unterliegt nicht der Offenlegungspflicht nach § 325 HGB. Lediglich die Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie – je nach Größenklasse – der Anhang und Lagebericht müssen beim Unternehmensregister eingereicht werden. Das Inventar verbleibt im Unternehmen und muss zehn Jahre aufbewahrt werden.

Kann auf eine körperliche Inventur verzichtet werden?

Unter bestimmten Voraussetzungen ja. § 241 HGB erlaubt bei ordnungsgemäßer Lagerbuchführung eine permanente Inventur während des Geschäftsjahres oder eine Stichtagsinventur innerhalb von drei Monaten vor oder zwei Monaten nach dem Bilanzstichtag. Auch eine Stichprobeninventur ist bei geeigneten mathematisch-statistischen Verfahren zulässig. Alle Verfahren müssen jedoch den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) entsprechen.

Was passiert bei Differenzen zwischen Inventar und Buchhaltung?

Differenzen müssen untersucht und aufgeklärt werden. Handelt es sich um Inventurdifferenzen (z. B. Schwund, Diebstahl), sind diese erfolgswirksam zu buchen. Bei Buchungsfehlern erfolgt eine Korrektur. Die tatsächlichen Bestände laut Inventar haben im Zweifel Vorrang vor den Buchwerten, da § 240 HGB eine körperliche oder buchmäßige Bestandsaufnahme vorschreibt. Alle Anpassungen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden.

Gilt die Inventurpflicht auch für Einzelunternehmen und Personengesellschaften?

Ja. Die Pflicht zur Inventur und Erstellung eines Inventars nach § 240 HGB gilt für alle Kaufleute im Sinne des HGB, also auch für eingetragene Einzelkaufleute (e. K.) und Personengesellschaften (OHG, KG). Kleingewerbetreibende, die nicht ins Handelsregister eingetragen sind und nach § 241a HGB von der Buchführungspflicht befreit sind, müssen hingegen keine Inventur durchführen.

Wie wirken sich stille Reserven auf Inventar und Bilanz aus?

Stille Reserven entstehen, wenn der tatsächliche Wert eines Vermögensgegenstands höher ist als sein Buchwert in der Bilanz – etwa durch Abschreibungen oder vorsichtige Bewertung nach dem Niederstwertprinzip (§ 253 HGB). Im Inventar wird der Vermögensgegenstand ebenfalls mit dem niedrigeren Wert angesetzt, da Inventar und Bilanz denselben handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften folgen. Stille Reserven bleiben daher in beiden Dokumenten unsichtbar, bis sie durch Verkauf oder Zuschreibung aufgelöst werden.

Können digitale Tools die Inventur und Bilanzerstellung erleichtern?

Ja, erheblich. Moderne ERP-Systeme, Warenwirtschafts- und Buchhaltungssoftware unterstützen die permanente Inventur, automatisieren Bewertungen und ermöglichen den direkten Datenabgleich zwischen Inventar und Buchhaltung. Auch die Bilanzerstellung lässt sich softwaregestützt durchführen. Wichtig ist jedoch, dass alle digitalen Prozesse den GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) entsprechen und revisionssicher archiviert werden.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu allgemeinen Informationszwecken. Für Ihren konkreten Jahresabschluss erstellt ein zugelassener Steuerberater von OnlineBilanz die Bilanz, prüft sie fachlich und unterzeichnet rechtsverbindlich. Gesetzliche Grundlagen: § 240 HGB – Inventar, § 266 HGB – Gliederung der Bilanz, § 267 HGB – Größenklassen, § 325 HGB – Offenlegung. Nächste redaktionelle Prüfung: Oktober 2026.

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  • Nutzerkonto anlegen + Stammdaten hinterlegen
  • Sofort mit dem Upload starten

Sie müssen uns nicht persönlich treffen — der gesamte Ablauf ist digital.

Wie schnell kann ich loslegen?

Nach Bestätigung des Angebots ist Ihr Mandantenportal sofort aktiv. Sie können noch am selben Tag mit dem Upload beginnen.

Ich habe schon eine Kanzlei — wie funktioniert der Wechsel?

Ganz einfach: Mit unserer Wechselassistenz übernehmen wir die komplette Übergabe. Sie müssen kein einziges Gespräch mit Ihrer alten Kanzlei führen.

Wir fordern Unterlagen direkt an, übernehmen DATEV‑Bestände und halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden.

Welche Daten muss ich bereitstellen?

In der Regel: Buchhaltungsdaten, Bankumsätze, Stammdaten und relevante Verträge. Unsere KI‑Assistenz führt Sie Schritt für Schritt — Sie müssen keine Checkliste abarbeiten.

Was konkret gebraucht wird, hängt von Rechtsform und Umfang ab.

Ich habe kein Buchhaltungsprogramm — geht das trotzdem?

Ja, problemlos. Laden Sie einfach Kontoauszüge, Ein- und Ausgangsrechnungen als Foto oder PDF hoch. Unsere KI erstellt daraus Ihre Buchhaltung.

Auch reine Papierbelege sind kein Problem — abfotografieren reicht.

Welche Buchhaltungsprogramme unterstützt ihr?

Alle gängigen Systeme mit DATEV‑Export — u. a. Sevdesk, Lexware, Sage, WISO MeinBüro, FastBill, Kontolino, BuchhaltungsButler, Accountable, Papierkram.

Ihr System ist nicht dabei? Fragen Sie uns — in den meisten Fällen finden wir einen Weg.

Wie lange dauert der Jahresabschluss?

Nach vollständigem Eingang der Unterlagen:

  • Standard — ca. 4 Wochen
  • Schnell — ca. 2 Wochen
  • Blitz — ca. 1 Woche

Sie wählen den Zeitplan beim Upload selbst.

Wer prüft den Abschluss fachlich?

Ausschließlich qualifizierte, in Deutschland zugelassene Steuerberater. Sie geben den Abschluss fachlich frei und haften dafür.

Keine KI, kein Praktikant — die finale Freigabe erfolgt immer durch einen Steuerberater mit Berufshaftpflicht.

Was kostet der Jahresabschluss?

Wir arbeiten mit transparenten Festpreisen — kein Stundensatz, keine Nachberechnung. Der Preis hängt ab von Rechtsform, Umsatzgröße und gewünschter Geschwindigkeit.

Unser Kostenrechner zeigt Ihnen in 60 Sekunden Ihren verbindlichen Preis — ohne Anmeldung.

Sind die Preise verbindlich?

Ja. Was Sie im Angebot sehen, ist der Endpreis — keine versteckten Gebühren, keine Stundenabrechnung.

Gibt es Rabatte für mehrere Jahre?

Ja — wer mehrere Geschäftsjahre auf einmal beauftragt, profitiert von einem Paketpreis. Unser Kostenrechner zeigt Ihnen den kombinierten Preis direkt an.

Übernehmt ihr E‑Bilanz und Offenlegung?

Ja. E‑Bilanz elektronisch ans Finanzamt, Offenlegung im Bundesanzeiger — vollständig digital und fristgerecht.

Gibt es ein Dauermandat?

Ja. Ab ca. 49 € / Monat kombinieren wir KI‑Assistenz mit persönlicher Steuerberater‑Betreuung. Der Jahresabschluss am Ende ist inklusive.

Umfang nach Wahl: laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss.

Erstellt ihr auch Steuererklärungen?

Ja — Körperschaft‑, Gewerbe‑, Umsatz‑ und Einkommensteuer. Wir erstellen und übermitteln elektronisch ans Finanzamt.

Auf Wunsch auch die private Einkommensteuererklärung der Gesellschafter.

Macht ihr auch Lohn‑ und Gehaltsabrechnungen?

Ja — von der monatlichen Lohnabrechnung über Sozialversicherungsmeldungen bis zur Lohnsteueranmeldung. Digital, fristgerecht und mit direkter DATEV‑Anbindung.

Übernehmt ihr die Umsatzsteuervoranmeldung?

Ja. Monatlich oder quartalsweise — vollautomatisiert aus Ihrer laufenden Buchhaltung erstellt und fristgerecht ans Finanzamt übermittelt.

Habe ich einen festen Ansprechpartner?

Ja. Kein Callcenter, keine wechselnden Sachbearbeiter. Sie haben einen festen Ansprechpartner in unserer Kanzlei — persönlich per Telefon, E‑Mail oder Chat im Mandantenportal erreichbar.

Kann ich den Vertrag kündigen, wenn es nicht passt?

Ja. Das Dauermandat ist monatlich kündbar — ohne versteckte Bindungen oder Wechselgebühren.

Wie sicher sind meine Daten?

Server ausschließlich in Frankfurt, DSGVO‑konform und verschlüsselt. Ihre Daten verlassen Deutschland nie.

Zugriff ausschließlich über 2‑Faktor‑Authentifizierung. Alle Dokumente werden revisionssicher gemäß GoBD archiviert.

Nutzt ihr Cloud‑Dienste außerhalb der EU?

Nein. Alle produktiven Systeme werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren betrieben. Auch die KI‑Verarbeitung läuft auf Servern innerhalb der EU.

Arbeitet ihr mit KI — und was bedeutet das für meine Daten?

Ja, wir nutzen KI für Belegerkennung, Kontierung und Datenabgleich. Alle Modelle laufen auf eigenen Servern in Deutschland. Ihre Daten werden nicht zum Training externer Modelle verwendet.

Wie ist der Zugang zum Mandantenportal geschützt?

Durch Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (SMS oder Authenticator‑App). Jede Anmeldung wird protokolliert, verdächtige Zugriffe werden automatisch erkannt und blockiert.

Wie lange werden meine Daten gespeichert?

Gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflicht (10 Jahre) — revisionssicher archiviert auf Servern in Deutschland. Sie haben jederzeit vollen Zugriff.

GoBD‑konform Prüfungsfeste Dokumentation
DSGVO‑konform Sichere Datenverarbeitung
Server in Deutschland Datenhosting in Frankfurt
Made in Germany Entwickelt & geführt in DE
Ben
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